Waffenverkäufe weltweit Russische Rüstungsindustrie boomt

Lange vor der Ukraine-Krise hat Russland mit der Modernisierung des Militärs begonnen. Davon profitieren russische Rüstungsfirmen: Sie wachsen laut einem neuen Ranking deutlich. Doch das meiste Geld mit Waffen verdienen Amerikaner und Europäer.

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Berlin/Stockholm - Russische Rüstungsunternehmen haben ihre Geschäfte in jüngster Zeit deutlich ausbauen können. Das geht aus der neuen Rangliste der weltgrößten Waffenhersteller hervor, die am Montag vom schwedischen Friedensforschungsinstitut Sipri veröffentlicht wird. Demnach legten die Verkäufe russischer Unternehmen im Jahr 2013 um 20 Prozent zu.

Zusammen mit anderen Schwellenländern gehörte Russland damit zu den Wachstumstreibern in einem insgesamt rückläufigen Markt: Weltweit schrumpften die Waffenverkäufe 2013 laut Sipri um zwei Prozent, die Verkäufe von US-Unternehmen gingen sogar um 4,5 Prozent zurück. Dies liegt dem Institut zufolge einerseits an Kürzungen infolge des US-Haushaltsstreits, andererseits am Abzug von Truppen aus Afghanistan und dem Irak.

Die Anfänge des Militärbooms in Russland reichen laut dem Sipri-Experten Siemon Wezeman weit zurück, bis lange vor die Ukraine-Krise. "Die bemerkenswerten Zuwächse bei Waffenverkäufen russischer Firmen sowohl 2012 als auch 2013 liegen zu einem großen Teil an ununterbrochenen Militärinvestitionen der russischen Regierung in den 2000er-Jahren", sagte Wezemann.

Gemessen an der Wirtschaftsleistung gibt Russland mitterweile sogar mehr Geld für sein Militär aus als die USA. Laut Wezemann sind die Investitionen ausdrücklich dazu gedacht, "mit den Fähigkeiten und Technologien von großen Waffenherstellern in den USA und Westeuropa gleichzuziehen".

Von diesem Ziel sind Russland und andere Schwellenländer allerdings noch weit entfernt. An der Spitze der Rangliste finden sich nach wie vor ausschließlich US-amerikanische und europäische Firmen wie Lockheed Martin Chart zeigen oder EADS Chart zeigen (siehe Bilderstrecke). Waffenhersteller aus Ländern wie Russland, Brasilien oder Südkorea kommen dagegen zusammen bislang nur auf einen Marktanteil von etwa 3,6 Prozent.

Auf Platz sieben stand der europäische Konzern EADS mit gut 15,7 Milliarden Dollar, das deutsche Unternehmen Rheinmetall belegte mit knapp 2,9 Milliarden Dollar Rang 32. Auf den Plätzen 57, 61 und 72 nennt Sipri die deutschen Firmen ThyssenKrupp, Diehl und Krauss-Maffei Wegmann.

dab

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erasmus89 15.12.2014
1. Also wenn man sich die Zahlen
anschaut, dann ist die Behauptung in der Überschrift irreführend. Mit 3,6 % mit BRA und SKO gemeinsam, ist das doch im Vergleich zu den Waffen-Weltlieferanten aus den USA geradezu lächerlich. Denn das gehört zur Strategie der USA: Alle unterjochten Staaten haben gefälligst auch amerikanische Waffen zu ordern.
harzer1 15.12.2014
2. Russische Rüstungskonzerne boomen
Jede Art von Kriegsrüsung müsste geächtet werden. Weltweit. Das Rüstungsetat Russland liegt weit unter dem der NATO. Selbst unterhalb Deutschlands. Warum dann diese Übernahme und Verbreitung von Lügen der Springerpresse und leider auch von mächtigen Militärs? Wir werden nicht nicht bedroht. Ich bin kein Freund der Russen, werde aber immer mehr zum "Russenversteher" durch unsere Medien gemacht. An alle: Habt Ihr noch alle? Wollt Ihr das? Ein kalter Krieg könnte schnell in einen heißen Krieg umschlagen. Wollt ihr das? Denkt an eure Kinder.
bazingabazinga 15.12.2014
3. Fassen wir zusammen
USA Lockheed Martin 35M + USA Boeing 30M + USA BAE Systems 27M + USA Raytheon 22M + USA Northrop Grumman 20M + USA General Dynamics 19M + USA United Technologies 12M + USA L3-Com 9M = 174Milliarden ------ Russland Almaz-Antei: 8Milliarden ------ @Spiegel Online: Viel interessanter ist die Wichtigkeit der Waffenlieferanten für die US-Wirtschaft - und somit auch Einsätze zum Beispiel im Nahen Osten.
erlenstein 15.12.2014
4. Tendenziöser Titel
Also ich bitte Sie: An der Spitze der Rangliste finden sich nach wie vor ausschließlich US-amerikanische und europäische Firmen wie Lockheed Martin Chart zeigen oder EADS Chart zeigen (siehe Bilderstrecke). Waffenhersteller aus Ländern wie Russland, Brasilien oder Südkorea kommen dagegen zusammen bislang nur auf einen Marktanteil von etwa 3,6 Prozent. Was soll dann wieder dieser typisch russenunfreundlicher Titel?
liberty_of_speech 15.12.2014
5. sehr einseitige Sicht
Alleine die USA haben die Rüstungsausgaben um mehr als 100 Milliarden erhöht. Die NATO gibt pro Kopf 1113 US Dollar aus. Das sind noch die alten Zahlen. Der Rest der Welt gibt 52,25 US Dollar aus! Da sind China, Russland, Indien und der Rest halt dabei. Wir geben 21x mehr aus für Rüstung, gegen wen? Die NATO gibt 66% der weltweiten Rüstungsgelder aus. In der NATO leben nicht einmal 20% der Weltbevölkerung. Diese Zahlen kann man in 2 Stunden recherchieren.
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