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Skandal bei Credit Suisse: Ex-Händler gestehen Multi-Millionen-Dollar-Betrug

Zwei frühere Händler der Credit Suisse haben Wertpapiere absichtlich zu hoch bewertet - um größere Boni zu kassieren. Es geht um Geschäfte im Wert von 540 Millionen Dollar. Jetzt gestehen die Männer vor Gericht ihre Schuld. Einer sagt, er habe nur getan, was sein Boss wollte. Und dessen Boss. 

Logo der Credit Suisse: Gigantische Abschreibung durch Überbewertungen Zur Großansicht
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Logo der Credit Suisse: Gigantische Abschreibung durch Überbewertungen

Hamburg - Zwei frühere Händler der Credit Suisse haben sich vor Gericht für schuldig erklärt. David Higgs und Salmaan Siddiqui räumten Irreführung von Investoren und Betrug ein. Die Händler haben Wertpapiere trotz fallender Kurse zu hoch bewertet.

Die Papiere waren mit US-Hypotheken besichert, deren Wert 2007 in den Keller rauschte. Spekulationen mit solchen Papieren gelten als einer der Auslöser für die größte Finanzkrise seit den dreißiger Jahren.

2008 hatte Credit Suisse wegen Überbewertung von Wertpapieren vier Händler entlassen. Kurz darauf nahm die Bank Abschreibungen auf Wertpapiere in Höhe von 2,85 Milliarden Dollar vor. Rund eine halbe Milliarde Dollar stehen laut "Financial Times" in Verbindung zu den zwei Händlern. Beide kooperieren mit den Ermittlern - dennoch drohen ihnen hohe Strafen.

Higgs sagte, er habe falsche Angaben gemacht, um einen höheren Bonus zu kassieren und vor seiner Chefin gut dazustehen. Er könnte bis zu fünf Jahre ins Gefängnis müssen, berichtet das "Wall Street Journal". "Heute ist ein schrecklich schwieriger Tag für mich und meine Familie", sagte Higgs.

Siddiqui sagte, er habe Wertpapiere zu hoch bewertet, weil sein Boss dies so gewünscht habe. Und dessen Boss ebenfalls. "Ich wusste, dass das, was ich tat, falsch war", sagte er.

Ein Händler, der vor Gericht nicht identifiziert wurde, soll laut Gerichtsdokumenten gesagt haben: "Wenn du eine große Nummer sein willst, dann sag mir, was du willst." In einigen Fällen hätten die Händler Verluste mit Gewinnen aus anderen Geschäften kaschiert, berichtet die "FT".

Der Prozess richtet sich nicht gegen die Credit Suisse selbst. Unklar war, wie viele Börsenhändler gerichtlich belangt werden sollen. Laut "WSJ" könnten sich weitere Beteiligte der US-Bundespolizei stellen. Dem Bericht zufolge will auch die US-Finanzaufsicht SEC Zivilklagen anstrengen.

ssu/Reuters

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insgesamt 2 Beiträge
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1. Investment-Zocken
Stauss 01.02.2012
Investment-Banking ist wirklich nur noch Betrug. Die EU sollte den Geschäftsbanken untersagen, hier noch weiter tätig zu werden. Das wäre viel wichtiger als diese Augenwischerei von 0,1 % Umsatzsteuer auf Finanzgeschäfte zur Kontrolle des Marktes. Dann würden die Geldmittel der Zentralbanken aber eben nicht mehr in dubiosen Finanzgeschäfte um den Globus gejagt werden, sondern reale Anlagen suchen müssen. "Investmentbanking" ist ein aussichtsreicher Kandidat für das Unwort des Jahres. Genau das Gegenteil von Investment machen die: Zocken. Dabei sind die Zentralbanken selbst die Urheber des Problems. Damit die Staaten sich immer höher verschulden können, fluten die die Märkte mit Geld, billig wie Dreck. Daran will die Politik nichts ändern. Es ist der Großbetrug an den eigenen Bürgern zum Nutzen einer kleinen Clique.
2. Täglich Brot...
obsurfer 02.02.2012
Zitat von sysopZwei frühere Händler der Credit Suisse haben Wertpapiere absichtlich zu hoch bewertet - um größere Boni zu kassieren. Es geht um Geschäfte im Wert von 540 Millionen Dollar. Jetzt gestehen die Männer vor Gericht ihre Schuld. Einer sagt, er habe nur getan, was sein Boss wollte. Und dessen Boss.* http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,812817,00.html
...oder die Spitze des Eisbergs - beides wohl "nicht allzu falsch" hier in solchen Fällen...
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