Streit um Namensrechte Sky gewinnt gegen Skype

Der Internet-Telefondienst Skype wollte seinen Namen als Marke schützen, der TV-Sender Sky klagte dagegen - und bekam nun Recht. Die beiden Namen seien zu leicht zu verwechseln, urteilte ein EU-Gericht.

Und dann auch noch eine Wolke: Skype-Logo auf einem Computerschirm
DPA

Und dann auch noch eine Wolke: Skype-Logo auf einem Computerschirm


Zwischen der Marke des britischen Fernsehsenders Sky und dem Namen des Internet-Telefondienstes Skype besteht eine deutliche Verwechslungsgefahr. Das entschieden die Richter des EU-Gerichts in Luxemburg am Dienstag. Sie gaben damit dem EU-Markenamt Recht, das den Eintrag von Skype als Marke nach Protesten von Sky abgelehnt hatte. Sky ließ seinen Namen vor Skype schützen und besitzt damit die älteren Rechte.

Zwischen den beiden Zeichen gebe es eine bildliche, klangliche und begriffliche Ähnlichkeit, urteilten die Richter. So würden Menschen das Wort Sky, das englische Wort für Himmel in Skype leicht wiederfinden. Zudem werde das Y in Skype nicht kürzer ausgesprochen als in Sky.

Die wolkenförmige Umrandung des Wortes Skype im Logo der Tech-Firma macht die Sache aus Sicht der Richter noch schlimmer - denn es könnte den Betrachter erst recht an den Begriff Himmel (Sky) denken lassen.

Mit der Entscheidung kann sich Sky gegen die Verwendung des Begriffes Skype als Namen wehren. Allerdings ist gegen das Urteil des EU-Gerichts noch eine Berufung beim übergeordneten Europäischen Gerichtshof (EuGH) möglich.

Skype wurde im Jahr 2003 von den skandinavischen Software-Entwicklern Niklas Zennström und Janus Friis gegründet und im Oktober 2011 für 8,5 Milliarden Dollar an Microsoft verkauft. Die Klage gegen den irischen IT-Dienstleister Skype hatte Sky bereits 2005 und 2006 erhoben.

Skype könnte damit weiter unter Druck kommen, Ende April wurde bekannt, dass das Ende der seit 2011 bestehenden Partnerschaft des Unternehmens mit Facebook offenbar besiegelt ist. Das soziale Netzwerk hat mit seinem Chatprogramm Facebook Messenger die Skype-Funktionen ersetzt.

Rechtssachen T-423/12, T-183/13 und T-184/13

nck/dpa

insgesamt 47 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ex2012 05.05.2015
1. Was für ein Schwachsinn
Sollte man mal eine Umfrage machen: Wie viele Leute kennen Skype und nutzen das täglich, wie viele reduzierern das Wort auf sky? Mag sein, dass das ähnlich klingt, doch angesichts des Bekantheitsgrads von Skype dürfte eher Skype Schutz genießen, da die Gefahr besteht, dass Sky hiervon profitieren könnte. Oder das ist ein entweder nur streng formales oder politisches Urteil. Überzeugt nicht. Skype ist zu raten in die nächste Instanz zu gehen (EuGH).
ThomasTM 05.05.2015
2. typisch!?
Was gibt es da zu verwechseln! Und wieso brauchts 10 Jahre um das zu entscheiden ?!? *kopfschüttelmassiv*
Khaled 05.05.2015
3. Die Richter
stellen sich die Masse der Verbraucher ganz offensichtlich als eine Horde legasthener und grenzdebiler Neandertaler vor, die nicht mal sicher zwischen Urin und Uran unterscheiden könnten.
tpk 05.05.2015
4. Kann ich auch nicht
nachvollziehen. Sind ja vielleicht ähnliche oder gleiche Klassen im Sinne des Markenschutzes, aber das Produkt ist doch vollkommen unterschiedlich.
n.nixdorff 05.05.2015
5. Das
halte ich für Quatsch. Sky ist Sky und Skype ist Skype. Phonetisch sind das zwei klar zu unterscheidende Wörter. Ich würde sogar so weit gehen, dass das Wort Sky (Himmel) Allgemeingut ist und überhaupt nicht geschützt werden kann, währen Skype eine schützenswerte Wortschöpfung ist. Sky gehört 21st Century Fox und Skype gehört Microsoft. Wie haben die beiden amerikanischen Konzerne das denn in den USA geregelt?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.