Steigende Abo-Zahlen: Sky macht erstmals seit vier Jahren wieder Gewinn

Der Bezahlsender Sky wirbt immer mehr Abonnenten - und schaffte im abgelaufenen Quartal sogar einen kleinen operativen Gewinn. Doch das Management dämpft die Erwartungen: Dauerhaft Geld verdienen werde das Unternehmen frühestens 2014.

Bundesliga-Übertragung bei Sky: Hohe Kosten Zur Großansicht
dapd

Bundesliga-Übertragung bei Sky: Hohe Kosten

Frankfurt am Main - Jahrelang steckte Sky in der Krise - nun sieht es so aus, als könne aus dem Bezahlsender doch noch ein profitables Unternehmen werden. Jedenfalls verdient das Unternehmen wieder Geld - wenn auch nur ein bisschen und auch nur vor Abzug von Steuern und Abschreibungen.

Im abgelaufenen Quartal sei ein operativer Gewinn (Ebitda) von 23 Millionen Euro erzielt worden, teilte Sky am Dienstag mit. Grund für die guten Zahlen seien steigende Abonnentenzahlen und geringeren Ausgaben für Sportrechte. "Das ist ein wichtiger Meilenstein für unser Geschäft", sagte Konzernchef Brian Sullivan.

Zum letzten Mal hatte Sky vor vier Jahren ein kleines operatives Plus eingefahren - damals hieß das Unternehmen noch Premiere. Es ist also der erste Gewinn, seitdem Medienunternehmer Rupert Murdoch als Hauptaktionär den Kurs vorgibt.

Getragen wurde die Trendwende in erster Linie durch den anhaltenden Kundenzuspruch. Die Zahl der Abonnenten stieg bis Ende Juni auf 3,13 Millionen - 47.100 mehr als Ende März. Unter dem Strich, also nach Steuern und Abschreibungen, stand allerdings auch im vergangenen Quartal ein Verlust. Immerhin: Das Minus schrumpfte von 54 Millionen Euro ein Jahr zuvor auf nun 13,8 Millionen Euro.

Mit seiner positiven Entwicklung überrascht Sky viele Kritiker, die dem Sender kaum Erfolgschancen eingeräumt hatten. Angesichts zahlreicher frei empfangbarer Sender und der Bundesliga-Sendungen bei ARD und ZDF hätten die Deutschen es nicht nötig, pro Monat gut 30 Euro für Sportübertragungen oder Filme zu zahlen, argumentierten sie.

Der neue Chef brachte die Wende

Murdoch war Anfang 2008 eingestiegen, um aus dem maroden Pay-TV-Kanal ein profitables Unternehmen nach dem Vorbild seiner Sender in Großbritannien und Italien zu machen. Die Manager, die er dazu nach München schickte, lieferten zunächst nur Hiobsbotschaften. So kam bald heraus, dass der Sky-Vorläufer Premiere seine Abo-Zahlen geschönt hatte. Zudem wanderten immer mehr Kunden ab.

Die Wende kam erst mit Sullivan, der 2009 den Chefposten übernahm. Der Amerikaner, der vorher 13 Jahren beim britischen Murdoch-Ableger BSkyB gearbeitet hatte, krempelte Kundenbetreuung und Werbung um und führte ein Reihe technischer Neuerungen wie Sky-Programme (Apps) für Tabletcomputer ein, die bei den Kunden gut ankamen.

Wichtiger Faktor für den Erfolg waren auch die zahlreichen HD-Kanäle, die Sky lange vor anderen Sender an den Start brachte. Die Zahlen sprechen für sich: Seit der Umbenennung und dem Neustart des Senders Mitte 2009 unterschrieben 750.000 Kunden neue Abo-Verträge.

Seit seinem Einstieg hat Murdoch mit seinem Konzern News Corp gut eine Milliarde Euro in das Pay-TV-Unternehmen investiert - ihm gehört knapp die Hälfte der Aktien. Murdoch wettet so viel auf Sky, da er in Deutschland noch große Chancen sieht. Während in Großbritannien, Frankreich oder Italien jeder zweite Haushalt Pay-TV habe, seien es hierzulande erst 16 Prozent, sagte Commerzbank-Medienanalystin Sonia Rabussier.

Dauerhaft kann Sky aber noch keine Gewinne verbuchen. Wegen höherer Kosten für TV-Lizenzen und Marketing, die der bevorstehende Start der Fußball-Bundeliga mit sich bringt, dürfte es im zweiten Halbjahr insgesamt wieder ein Minus geben, erläuterte Sullivan. Erst 2013 plant Sky auch auf Jahresbasis mit operativ schwarzen Zahlen. Und "schon bald danach" solle es auch einen Nettogewinn geben.

Das wäre für Sky wirklich ungewohnt: Der Sender hat in den gut 20 Jahren seit seiner Gründung erst einmal einen Jahresüberschuss eingefahren - 2005, als das Unternehmen an die Börse ging.

stk/Reuters

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insgesamt 6 Beiträge
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1. Schade!
fakeaccount 14.08.2012
Dann bleiben also die immensen Unterschiede bei den Monatsbeiträgen. Gekommen von Premiere als Prepaid-Kunde zahle ich heute 50% mehr. Wäre nicht weiter tragisch, im Bekanntenkreis gibt es aber Sky-Kunden, die zahlen 50% weniger. Für die gleiche Leistung. Was meckere ich, bin ja freiwillig bei dem Laden. Aber ein seriöses Gebahren ist das nicht.
2. angepisst
Felix HAW 14.08.2012
bin seit Jahren Kunde bei Sky, was sich Ende des Jahres ändern wird. Man wird dort regelrecht veräppelt. Ich kann nur jedem empfehlen die kompletten AGB und jedes Kleingedruckte zu lesen (besonders bzgl. Senderangebot in Abhängigkeit des Netzbetreibers) und sich alle Vertragsverlängerungsangebote, die am Telefon unterbreitet werden, schriftlich geben zu lassen und bei telefonischem Abschluss sich jedes Detail noch einmal mündlich und schriftlich bestätigen zu lassen. Man muss furchtbar aufpassen. Ich bin mal gespannt wie sie in ein paar Jahren die 800 Mio. für die Bundesligarechte berappen wollen. Viele meiner Freunde haben auch die Nase voll und kündigen jetzt.
3. Sinnvolle Gebühren
renele1 15.08.2012
Zitat von sysopDer Bezahlsender Sky wirbt immer mehr Abonnenten - und schaffte im abgelaufenen Quartal sogar einen kleinen operativen Gewinn. Doch das Management dämpft die Erwartungen: Dauerhaft Geld verdienen werde das Unternehmen frühestens 2014. Sky macht erstmals seit vier Jahren wieder Gewinn - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,850070,00.html)
also ich bin seit jahren Abonnent, weil ich halt einfach bundesliga und CL schauen will. darum muss ich den sauren apfel beissen. aber wie soll ein konzern wie sky auch gewinn einfahren bei der preisstrategie? ich denke es gäbe eine menge leute, die sich für 20 eur im monat die bundesliga holen würden,aber sicher nicht für 33 EUR. und dabei sprechen wir noch nicht einmal von der CL, die dann monatlich - obwohl nicht monatlich ausgestrahlt - von ca 45 EUR. das wird einfach nicht funktionieren, auch weil sie sich kunden vergraulen, indem für unsummen ein 24h sender geschaffen wird, anstatt einfach einmal sky go zu fussballzeiten stabil laufen zu lassen! ich selbst habe das volle abo für 32 EUR im Monat, inkl. HD, GO und aller Programme. Für mehr würd ich das Abo auch nicht abschliessen, weshalb ich auf das Angebot gespannt bin. Sky an sich finde ich klasse, auch SkyGo, aber es wäre mir keine 45 EUR wert. Schon gar nicht das Filpaket, von dem ich bislang arg enttäuscht bin. Aber ehrlich muss man auch sagen, das mit SkyGo wirklich ein Mehrwert geschaffen wrude! Und, falls Sky mitlesen sollte, auch die Preisgestaltung für Nichtabonennten die sich per Stream anschauen wollen, ist einfach unverschämt! Kostenführer oder Differenzierer ist hier die Frage! Aber, wir können noch froh sein, in anderen Ländern ist es erheblich teurer - da wo es billiger ist, ist sicher das Lohngefüge auch ein anderes.
4. Also wenn es bei den im
dani216 15.08.2012
Artikel genannten 30 Euro geblieben wäre, wäre ich sicher noch Sky-Kunde. Das ist vielleicht das Einstiegsangebot für einen Neukunden für das erste halbe Jahr oder so. Nicht aber für einen Bestandskunden, der nicht nur das relativ uninteressante Minimalstangebot wahrnehmen möchte. Das Problem aus Kundensicht sind die hohen Preise in Verbindung mit der Kopplung an bestimmte Pakete. Aus Sky - Sicht wird versucht das Maximum herauszuholen, weshalb ja immer der Umsatz pro Kunde als wichtige Messgröße betont wird. Ich weiß nicht, wenn Bundesliga oder Filme übertragen werden, spielt es für Sky doch eigentlich kaum eine Rolle, ob 1 Mio. oder 2 Mio. Zuschauer zusehen. Wenn man die Preise reduzieren würden, würden sich wahrscheinlich auch mehr Abbonenten finden und letztendlich für mehr Ertrag bei Sky sorgen. Aber wahrscheinlich hat man durch eine Break-Even Analyse festgestellt, dass es für Sky günstiger ist, wenn wenige viel bezahlten als wenn mehr Abbonnenten weniger bezahlen.
5.
Crom 15.08.2012
Zitat von dani216Artikel genannten 30 Euro geblieben wäre, wäre ich sicher noch Sky-Kunde. Das ist vielleicht das Einstiegsangebot für einen Neukunden für das erste halbe Jahr oder so. Nicht aber für einen Bestandskunden, der nicht nur das relativ uninteressante Minimalstangebot wahrnehmen möchte. Das Problem aus Kundensicht sind die hohen Preise in Verbindung mit der Kopplung an bestimmte Pakete.
Zum Ende der Mindestvertragslaufzeit kündigen und dann auf entsprechende Angebote warten. Ich konnte als Bestandskunde mein Abopreis sogar gegenüber den Neukundenpreis drücken (24,90 statt 29,90 im Monat für Welt + BL + Sport + HD). Zum einen hat Sky schon sehr günstige Preise im internationalen Vergleich und zum anderen glaube ich nicht, dass bei günstigeren Preisen, die Leute in Scharen zu Sky gehen. Mit den Rabatt-Abos fährt Sky eine Mischstrategie. Preisbewusste Kunden kündigen jedes Jahr und bekommen entsprechende Sonderangebote. Wer sich nicht die Mühe macht, zahlt eben mehr.
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