Bedenken der Aufsichtsbehörden Murdoch macht Zugeständnisse für Sky-Übernahme

Um den Bezahlsender Sky doch noch zu übernehmen, hat die Firma von Rupert Murdoch den Aufsichtsbehörden Kompromisse vorgeschlagen. Es geht auch um die Macht über den Nachrichtensender Sky News.

Rupert Murdoch bei Sky News
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Rupert Murdoch bei Sky News


Im Übernahmekampf um den Bezahlsender Sky hat die Firma des Medienmilliardärs Rupert Murdoch den britischen Aufsichtsbehörden neue Zusagen gemacht. Ein Vorschlag sei, den Nachrichtensender Sky News rechtlich abzutrennen, teilte Murdochs US-Medienkonzern 21st Century Fox mit. Bei einem Zuschlag könne Murdochs Konzern, der bereits 39 Prozent an Sky hält, den Nachrichtensender alternativ auch an den Unterhaltungsriesen Disney weiterverkaufen.

Mit diesem Schritt will Murdoch Bedenken der britischen Aufsehern entgegentreten. Diese befürchten, die Medienvielfalt und die Einhaltung journalistischer Standards könnten gefährdet sein. Murdochs Zugeständnisse wären aus Sicht von Sky geeignet, die Bedenken der Wettbewerbshüter zu zerstreuen.

Allerdings hatte der Disney-Konzern Chart zeigen im Kampf um Film- und Fernsehzuschauer im Dezember angekündigt, für rund 52 Milliarden Dollar wiederum große Teile von 21st Century Fox zu übernehmen. Zudem kündigte auch der größte US-Kabelnetzbetreiber Comcast Chart zeigen inzwischen ein umgerechnet 25 Milliarden Euro schweres Angebot für Sky an.

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Fox News und Co.: Das Murdoch-Imperium

21st Century Fox hatte zuvor zugesichert, zehn Jahre lang ein unabhängiges Sky-Nachrichtenangebot zu betreiben. Die Wettbewerbshüter befürchten dennoch, dass die Familie Murdoch zu viel Kontrolle über die großen Nachrichtenanbieter in Großbritannien erlangen könnte. Murdoch steht in Großbritannien seit Jahren in der Kritik, nachdem die britischen Zeitungen seines Konzerns in einen Abhörskandal bei Murdochs Sonntagszeitung "News of the World" verwickelt waren.

Murdoch, dem in Großbritannien die britischen Zeitungen "The Sun" und "The Times" gehören, hatte Ende 2016 über sein Unternehmen ein verbindliches Angebot für den Pay-TV-Sender abgegeben. Die britische Regierung und die dortige Wettbewerbsbehörde stemmen sich seither gegen einen Verkauf. Frühere Übernahmebemühungen Murdochs waren 2011 gescheitert - auch wegen des Abhörskandals.

apr/Reuters/dpa

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