Skype-Übernahme: Microsofts Milliarden-Deal heizt Dotcom-Hype an

Von Steffen Daniel Meyer, und

Es ist der teuerste Zukauf der Konzerngeschichte: 8,5 Milliarden Dollar zahlt Microsoft für den Telefondienst Skype. Der Mega-Deal markiert einen neuen Höhepunkt eines absurd anmutenden Hypes um IT-Firmen. Eine Übersicht über die Mondpreise. 

Skype: Telefon trifft Internet Fotos

Hamburg - So richtig glauben mochten es viele Experten bis zum Schluss nicht. Aber am Dienstagnachmittag verkündete Microsoft offiziell, was bereits zuvor durchgesickert war: Der US-Konzern - mit 50 Milliarden Dollar Barreserven ganz gut bei Kasse - übernimmt den Online-Telefondienst Skype für immerhin 8,5 Milliarden Dollar.

Das ist deshalb sehr viel Geld, weil Skype im vergangenen Jahr gerade einmal 860 Millionen Dollar umsetzte. Microsoft hat also das Zehnfache des Jahreserlöses bezahlt. Trotz 550 Millionen Kunden und des lukrativen Geschäfts mit Videokonferenzen wirkt es wie eine kühne Wette auf die Zukunft. Schließlich ist Skype nicht profitabel. 2010 machte die Firma sieben Millionen Dollar Verlust. Die meisten Nutzer telefonieren kostenlos über das Internet. Und ob sie jemals bereit sind, für irgendetwas Geld zu bezahlen, ist offen.

Es wird sich also zeigen müssen, ob der Deal für Microsoft eher ein Meisterstück oder doch ein Milliardengrab ist. Für den Branchendienst TechCrunch ist die Antwort auf die Frage, ob der Windows- und Office-Konzern zu viel bezahlt hat, schon beantwortet: "Zur Hölle, ja!"

Doch das Geschäft passt gerade auch deshalb in die Zeit, weil es irrationale Züge trägt. Skype ist nur eine von zahlreichen Internetfirmen, die extrem hoch bewertet werden - egal, ob sie an der Börse notiert sind oder nicht. Der Wert von Facebook wird auf bis zu 65 Milliarden Dollar taxiert. Das Rabattnetzwerk Groupon soll 5,3 Milliarden Dollar wert sein, der Kurznachrichtendienst Twitter zehn Milliarden Dollar.

Welche sind die heißesten Firmen der Tech-Szene? Eine Übersicht der Aufsteiger.

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Marken...
AxelSchudak 10.05.2011
Ebay hat mit Paypal damals einen guten Zukauf getan, weil es gut in das Geschäftskonzept passt. Bei Skype und MS is es schwierig zu sehen, wo da 8.5 Milliarden rauskommen sollen - aber über Marktmacht hat MS ja schon häufig Geld aus Steinen gepresst. Überhaupt sind das recht hohe Werte für Technik, die prinzipiell von kleinen Entwicklerteams in einigen Wochen neu zusammengestellt werden kann, die man also aus technischer Sicht nicht einmal siebenstellig bewerten dürfte (wenn denn sechsstellig). Es geht hier nur um den Namen. Aber Wert ist, was jemand dafür bereit ist zu zahlen. 2000 waren das auch irreale Werte. Zumindest finanziert MS das nicht auf Kredit.
2. Vermutlich besser so als über die Inflation.
keats 10.05.2011
Zitat von sysopEs ist der teuerste Zukauf der Konzerngeschichte: 8,5 Milliarden Dollar zahlt Microsoft für den Telefondienst Skype. Der*Mega-Deal*markiert einen*neuen Höhepunkt eines*absurd anmutenden*Hypes um IT-Firmen. Eine Übersicht über die Mondpreise.* http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,761710,00.html
Heiße Luft die zu viel flüssiges Kapital abschöpft. Wo zu viel freies Kapital nach Anlage sucht, wird es immer Menschen geben die das ausnutzen wollen, um aus Sch... Gold zu machen. Tja das ist der von uns allen so geliebte und Götzen gleich verehrte Kapitalanalismus, TOLL !
3. ...
KnoKo 10.05.2011
Zitat von sysopEs ist der teuerste Zukauf der Konzerngeschichte: 8,5 Milliarden Dollar zahlt Microsoft für den Telefondienst Skype. Der*Mega-Deal*markiert einen*neuen Höhepunkt eines*absurd anmutenden*Hypes um IT-Firmen.
Oh, ich glaube, ich habe gerade ein Déjà-vu.
4.
sverris 10.05.2011
Wenn alle Skype haben, womit verdienen die ihr Geld... lol. Jedenfalls: MS, Amazon, Google, Ebay, Apple, Facebook, Linkin.. alles die gleiche lächerliche Sorte.
5. Macht doch Sinn
caspiat 10.05.2011
Der Kauf von Skype macht wirklich Sinn fúr Microsoft, wenn man im Auge behält, dass Microsoft die Ambitionen im Handy Geschäft nicht aufgegeben hat, und ein Betriebssystem dafür herstellt, sowie dass vor kurzem bekanntgegeben wurde, dass künftige Nokia Telephone das Microsoft Betriebssystem haben werden. Wenn Skype direkt integriert wird, und sofort als Wahlmöglichkeit angeboten wird, während die Dienste von Skype an Internet Flatrates gekoppelt werden ... ist das eine vielversprechende Sache.
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Marktanteile der Tech-Riesen
Suchmaschinen (Desktop)
Google 75,68%
Baidu 11,95%
Yahoo 5,92%
Bing 4,24%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Suchmaschinen (Mobil)
Google 88,35%
Yahoo 6,63%
Baidu 3,34%
Bing 1,08%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Desktop)
Microsoft Internet Explorer 58,35%
Firefox 23,72%
Chrome (Google) 11,50%
Safari (Apple) 4,15%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Mobil)
Safari (Apple) 54,03%
Opera Mini 21,42%
Android Browser 12,74%
Symbian 6,89%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Desktop)
Windows 91,92%
Mac 6,92%
Linux 1,16%
*weltweit, erhoben auf der Webbrowser-Angabe zum user-agent Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Mobil)
Android (Google) 49,7
iOS (Apple) 30,1
Symbian 6,9
RIM 2,1
Nokia 1,8
andere 9,4
Marktanteil an Smartphone-Betriebsystemen im März 2011 in Deutschland (%). Quelle: InMob Mobile Insights, Basis der Auswertung sind 518,7 Millionen inMobi-Werbeeinblendungen auf Mobilgeräten in Deutschland im März 2011 und 470,3 Millionen Werbeeinblendungen im Januar
Werbung
Umsatz gesamt* Umsatz Google* Anteil Google (in %)
Internet 72,842 36,531 50,15
Magazine 43,122 0
TV 184,29 0
Zeitungen 91,495 0
gesamt 458,385 36,531 7,97
*Werbeumsätze 2011, weltweit in Mrd. Dollar, veröffentlicht von ZenithOptimedia 15. März 2012, Googles Werbeumsatz im Jahr 2011
Webnutzer
Angebot Unique Visitors (Mio.) Ø-Stunden
Webnutzer gesamt 366,8 26,75
Google 333,4 3.,14
Microsoft 270,8 3,22
Facebook 240,0 5,43
Wikimedia 161,3 0,22
Yahoo 141,0 1,23
eBay 107,6 0,99
Amazon 91,4 0,27
Top 30 Online Portale in Europa nach Gesamtzahl der Unique Visitors. Mai 2011, Internetnutzer in Europa, Alter 15+, Zuhause und am Arbeitsplatz; Quelle: comScore Media Metrix