"Slumlord"-Klage Deutsche Bank kommt ungeschoren davon

Die Deutsche Bank ist nicht der "größte Slumlord von Los Angeles". Die Stadt hatte das Geldhaus verklagt, weil es angeblich gepfändete Häuser säumiger Schuldner verwahrlosen ließ. Ein Gericht sprach das Institut von dem Vorwurf frei - nun werden Details zu der Einigung bekannt.

Skyline von Los Angeles: Deutsche Bank wehrt Slumlord-Vorwurf ab
REUTERS

Skyline von Los Angeles: Deutsche Bank wehrt Slumlord-Vorwurf ab


Los Angeles - In einem viel beachteten Rechtsstreit in den USA sind neue Details bekannt geworden. Die Deutsche Bank hat sich demnach bei einem Konflikt mit der Stadt Los Angeles durchgesetzt.

Die Stadt hatte den Frankfurtern vorgeworfen, sie hätten gepfändete Häuser säumiger Schuldner verwahrlosen lassen und damit zum Niedergang ganzer Wohnviertel beigetragen. Die Anwälte der Metropole warfen dem Geldhaus vor, "einer der größten Slumlords der Stadt Los Angeles" zu sein.

Die Bank konnte sich nun mit ihrer Auffassung durchsetzen, sie sei schlicht der falsche Adressat für die Vorwürfe. Stattdessen zahlen die für die Häuser zuständigen Verwalter und Investoren insgesamt 10 Millionen Dollar an die Stadt. "Die Deutsche Bank leistet keinen Beitrag zu der Ausgleichszahlung", erklärte das Institut in der Nacht zu Samstag. Im Rahmen des geschlossenen Vergleichs übernehme die Bank auch "keinerlei Haftung und räumt keinerlei Fehler ihrerseits ein".

Der Finanzkonzern tritt in den USA als Treuhänder (Trustee) für institutionelle Investoren auf, die Kreditpakete aufgekauft haben. Die Deutsche Bank sorgt in dieser Rolle dafür, dass die einzelnen Investoren ihren Anteil an den laufenden Einnahmen erhalten. Um anstehende Zwangsvollstreckungen und die Verwaltung der Häuser kümmern sich dagegen die sogenannten Loan Servicer.

Die Deutsche Bank erklärte, die Parteien an einen Tisch gebracht zu haben. Der Vergleich müsse aber noch von einem Gericht abgesegnet werden. Dass sich die Beteiligten in dem seit zwei Jahren laufenden Rechtsstreit geeinigt haben, war bereits bekanntgeworden. Unklar waren bis dato die Bedingungen.

ssu/dpa



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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
Battlemonk 30.06.2013
1.
Wenn das so ist hoffen wir mal dass die deutsche Bank alle verklagt die behaupten die Deutsche Bank hätte eine Mitschuld
raber 30.06.2013
2. Treuhänder der Finanzkette zur Verwahrlosung ganzer Wohnviertel
In welcher Gesellschaft bewegt sich die Deutsche Bank? Anscheinend sind sie rechtlich sauber, aber sonst ...
sunburner123 30.06.2013
3. optional
Die DB hat eigentlich noch nie für irgendwas die sch uld übernommen. sind schon gute menschen die DB'ler gelle..
si tacuisses 30.06.2013
4. Es wird so weit kommen,
Zitat von sysopREUTERSDie Deutsche Bank ist nicht der "größte Slumlord von Los Angeles". Die Stadt hatte das Geldhaus verklagt, weil es angeblich gepfändete Häuser säumiger Schuldner verwahrlosen ließ. Ein Gericht sprach das Institut von dem Vorwurf frei - nun werden Details zu der Einigung bekannt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/slumlord-klage-deutsche-bank-kommt-ungeschoren-davon-a-908579.html
daß man sich schämen muss, Deutscher zu sein. Das hatten wir alles schon mal vor 70 Jahren und das tollste daran war: Keiner war schuld, niemand wußte was und überhaupt waren das ja auch für uns Deutsche schwierige Zeiten.
Steve Holmes 30.06.2013
5.
Zitat von si tacuissesdaß man sich schämen muss, Deutscher zu sein. Das hatten wir alles schon mal vor 70 Jahren und das tollste daran war: Keiner war schuld, niemand wußte was und überhaupt waren das ja auch für uns Deutsche schwierige Zeiten.
Machen sie sich keine Sorgen. Wir Deutschen sind in Los Angeles immer noch sehr gut angesehen. Ein paar Anwälte haben halt versucht die Deutsche Bank abzuzocken und sind damit gescheitert. Das ist nicht gerade unüblich.
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