Smartphone-Pionier: Blackberrys verstauben in den Läden
Der Abwärtstrend des einstigen Smartphone-Pioniers beschleunigt sich: Der Blackberry-Hersteller RIM musste im dritten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang verkraften. Auch der neue Hoffnungsträger des Unternehmens kommt später als gedacht auf den Markt.
Waterloo - Lange galten Blackberrys als ein Muss für jeden Anzugträger, doch die einst so beliebten Handys entwickeln sich zu Ladenhütern. Hersteller Research in Motion
(RIM) fürchtet, dass die Auslieferungen im gerade begonnenen vierten Geschäftsquartal auf 11 Millionen bis 12 Millionen Stück einbrechen werden. Im Vorjahreszeitraum waren noch annähernd 15 Millionen der Smartphones verkauft worden.
Nach diesem trüben Ausblick fiel die Aktie am Donnerstag nachbörslich um sieben Prozent auf ein neues Jahrestief von 14 Dollar. Die beiden Konzernchefs Jim Balsillie and Mike Lazaridis baten ihre Aktionäre um Geduld: Es werde einige Zeit dauern, bis sich RIM neu aufgestellt habe, erklärten sie am Firmensitz im kanadischen Waterloo.
Im dritten Geschäftsquartal, das im November endete, waren die Verkäufe im Jahresvergleich leicht auf 14,1 Millionen geschrumpft. Der Gewinn lag bei 265 Millionen Dollar - ein Rückgang von 71 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz ging um sechs Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar zurück.
Blackberry 10 kommt erst Ende 2012
Zuletzt hatten sich die Flops gehäuft: Ein tagelanger Ausfall der E-Mail-Systeme hatte zu großem Frust bei den annähernd 75 Millionen Blackberry-Nutzern geführt. Und der als iPad-Rivale geplante Tabletcomputer Playbook fand zu Beginn kaum Käufer.
Nun wartete das Unternehmen mit einer weiteren Hiobsbotschaft auf. Die Markteinführung seines erwarteten neuen Smartphones werde sich erheblich verzögern. Für das geplante Modell Blackberry 10 würden hochkomplexe Chips benötigt, die erst Mitte 2012 zur Verfügung stünden, sagte Co-Vorstand Lazaridis. Das für die Zukunft des Unternehmens maßgebliche Produkt könne daher erst ab Ende des kommenden Jahres ausgeliefert werden.
yes/dpa-AFX/dapd
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