Zweifel an Erfolgschancen Snap-Aktie stürzt ab

Kurz nach dem fulminanten Börsendebüt stürzt die Aktie von Snap um zwölf Prozent ab - und fällt am Ende sogar unter den Startkurs. Experten zweifeln an den Erfolgschancen des Unternehmens.

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Vergangenen Donnerstag noch stand Evan Spiegel, 26, Erfinder des innovativen Chat-Dienstes Snapchat, in der New Yorker Börse und drückte, die rechte Hand lässig in der Hosentasche seines Maßanzuges, den goldenen Knopf der Börsenklingel. Es war der Startschuss für das beeindruckende Debüt seiner Firma Snap auf dem Aktienmarkt. Anleger rissen sich um das Papier, gleich zum Börsenstart legte es um satte 44 Prozent zu.

Nun, nur drei Werktage später, ist die Begeisterung vorerst verflogen. Die Snap-Aktie stürzte am Montag regelrecht ab, fiel um mehr als zwölf Prozent. Endstand: 23,77 Dollar, weniger als der Startkurs.

Hauptgrund für die plötzliche Ernüchterung sind immer mehr negative Bewertungen von Analysten. Sieben Börsenexperten haben laut "Financial Times" inzwischen Einschätzungen veröffentlicht, wie es um Snap bestellt ist; kein einziger davon empfiehlt die Aktie zu kaufen. Fünf der Analysten raten sogar explizit, das Papier abzustoßen. Sie halten die Aktie für völlig überbewertet.

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Die Experten stören sich vor allem an zwei Dingen. Anleger konnten, erstens, nur Aktien ohne jedes Stimmrecht kaufen. Das heißt: Sie bekommen Anteile am Unternehmen, haben aber keinen Einfluss auf operative Entscheidungen.

Für Kleinanleger mag das egal sein, doch dass große, kapitalstarke Fondsgesellschaften solche Aktien kaufen, ist ungewöhnlich. Der Council for Institutional Investors, ein Verbund von Pensionsfonds, fordert nun gar, Snap wegen seiner restriktiven Stimmrechte aus dem Börsenindex zu verbannen.

Zweitens sorgen sich Branchenkenner um die harte Konkurrenz von Facebook mit seinen Plattformen Instagram und WhatsApp. Snapchat war mit Fotos, die nach dem Ansehen von allein verschwinden, populär geworden und kommt inzwischen auf rund 160 Millionen Nutzer täglich. Inzwischen hat Facebook diese Funktion bei seinen Diensten kopiert. Seitdem gewinnt Snapchat nur noch schleppend neue Nutzer hinzu. (Eine ausführliche Analyse zum Konkurrenzkampf von Snap und Facebook lesen Sie hier.)

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Textfassung hieß es, die Snap-Aktie sei unter den Ausgabekurs gefallen. Tatsächlich fiel sie unter den Startkurs. Wir haben den Fehler korrigiert.

ssu



insgesamt 35 Beiträge
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botellus_maximus 07.03.2017
1. Ausgabepreis und erster Handelspreis verwechselt
Der Ausgabepreis von Snap lag bei 17 Dollar, der Kurs liegt derzeit noch deutlich über dem Ausgabepreis. SPON verwechselt offensichtlich den Ausgabepreis mit dem ersten Handelspreis, der knapp über 24 Dollar lag.
SanchosPanza 07.03.2017
2. Schrott
Ein Unternehmen, dessen Geschäftsmodell ohne Patentschutz von anderen, größeren Playern im Markt problemlos kopiert werden kann ist ziemlich wertlos. Wie wollte diese Firma überhaupt Ennahmen generieren und sogar Geld verdienen? Durch Verkauf der Nutzerdaten und Werbung wie üblich? Wer in solchen Schrott investiert ist selbst schuld und tut das hoffentlich nicht mit eigenem Geld.
dr.eldontyrell 07.03.2017
3. Ron Sommer
und Telekom-Aktie lassen grüßen... Ja-aber-Aktien-sind-super-Sager in 3..2..1..
joking_hazard 07.03.2017
4. War doch klar das hier eine Blase aufgepumpt wurde
Nun haben alle Insider ihre Aktien zu hohem Kurs verkauft und alle anderen giergläubigen gucken in die Röhre. Traum geplatzt. Wars bei der Telekom nicht auch so? Aber Gier schlägt Verstand, und aus Gier glauben die Menschen auch an den nigerianischen Prinzen und die südamerikanischen Rinderzüchter.
Orthoklas 07.03.2017
5. oh Mann!
Wenn ich das schon wieder lese: nach drei Tagen treten plötzlich Zweifel am Erfolg auf, blablabla. Wer das glaubt, ist naiv. Die Anleger wollten von Anfang an Kasse machen: Kursgewinne schnell mitnehmen und dann für immer fallen lassen. Usus. Immer die verkopften Theoretiker!
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