Überraschende Quartalszahlen Snap-Aktie schießt nach oben - trotz hoher Verluste

Bislang hatte die Snapchat-Firma die Anleger meist enttäuscht. Nun überrascht Snap mit neun Millionen neuen Nutzern. Der Aktienkurs klettert um fast 30 Prozent - obwohl die Verluste höher sind als der Umsatz.

Snapchat-Logo hinter Glas
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Der Messengerdienst Snapchat zieht viele neue Nutzer an - und steigert den Umsatz pro Nutzer kräftig. Mit guten Geschäftszahlen zwischen Oktober und Dezember 2017 hat die Betreiberfirma Snap Chart zeigen die Anleger überrascht. Die Zahl der täglich aktiven Nutzer legte im Schlussquartal um neun auf 187 Millionen zu, teilte das Unternehmen Snap am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. Der Umsatz schnellte um 72 Prozent auf 285,7 Millionen Dollar nach oben.

An der Börse sorgten diese Ergebnisse für einen deutlichen Kursanstieg. Die Aktie legte im nachbörslichen Handel um fast 30 Prozent zu und notierte erstmals seit Juli 2017 wieder über dem Ausgabepreis von 17 Dollar.

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Anleitung für Einsteiger: So funktioniert Snapchat

Zwar war der Verlust im letzten Quartal des vergangenen Jahres mit 350 Millionen Dollar noch höher als der Umsatz und doppelt so hoch wie im Quartal zuvor. Allerdings hatten Analysten mit einem noch höheren Verlust gerechnet. Die Zahlen zeigten, dass es dem Unternehmen gelinge, die Kosten für neue Nutzer und den Dienst in den Griff zu bekommen, sagte Michael Pachter von Wedbush Securities. Das bereite den Weg, Gewinne zu erwirtschaften. "Es ist noch ein weiter Weg, aber das war ein guter erster Schritt."

Ein Problem für Snap ist die starke Konkurrenz der Facebook-App Instagram, die mehrere populäre Funktionen nachgebaut hat. Damit konnte Instagram mehr tägliche Nutzer als Snapchat für sich gewinnen. Snapchat hatte mit Bildern, die nach dem Ansehen von allein wieder verschwinden, vor allem bei jüngeren Nutzern große Popularität gewonnen. Später wurde das Angebot etwa mit Fotofiltern, Medieninhalten und einer Kamera-Sonnenbrille ausgebaut. Nach mehreren enttäuschenden Quartalen hatte Snap angekündigt, die App grundlegend umzubauen.

fdi/Reuters/dpa



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crazy_swayze 07.02.2018
1.
Dies ist ein perfektes Beispiel für die Irrationalität des aktuellen Marktes. Es hat sich nichts geändert - die Nutzerakquise kostet Snapchat immer noch mehr, als das Konzept Eträge bringt. Dennoch gibt es nun viele Trittbrettfahrer, die auf einen Kursanstieg aufgrund der vermeintlich guten Nachricht hoffen, was dann auch wie eine Self-fulfilling prophecy eintritt. Nur: Diesem Kursanstieg steht kein Gegenwert in Form von Dividende gegenüber. Eine reine Luftnummer.
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