Foto-App Yahoo will bei "Snapchat" einsteigen

Yahoo will den Gewinn aus den Beteiligungen an der Alibaba-Aktie investieren - und ist einem Bericht zufolge an der Foto-App "Snapchat" interessiert. Das Start-up wird mit 10 Milliarden Dollar bewertet.

"Snapchat"-Icon auf einem Smartphone-Display: Kaum Gewinn, aber wichtig
DPA

"Snapchat"-Icon auf einem Smartphone-Display: Kaum Gewinn, aber wichtig


New York - Noch macht die Foto-App "Snapchat" so gut wie keinen Umsatz, trotzdem zählt die Firma weltweit zu den wertvollsten, nicht börsennotierten Start-ups. Nun erwägt Yahoo, sich an dem Dienst zu beteiligen. Das Internetunternehmen plane einen Teil seines Profits aus der Beteiligung am chinesischen Onlinehändler Alibaba in das schnell wachsende Start-up zu stecken. Das berichtete das "Wall Street Journal". Beide Firmen hätten bereits Gespräche geführt.

Noch ist dem Bericht zufolge nicht klar, in welcher Höhe sich Yahoo engagieren wolle. Ein Investment sei möglich, wenn das Start-up das nächste Mal Geld bei Teilhabern einsammelt. Bei "Snapchat" können Bilder verschickt werden, die sich beim Ansehen nach wenigen Sekunden von selbst löschen. Die App ist vor allem bei jungen Nutzern beliebt. Das Unternehmen wird dem Bericht zufolge mit 10 Milliarden Dollar bewertet.

An "Snapchat" soll sich bereits der prominente Wagniskapitalgeber Kleiner Perkins mit 20 Millionen Dollar beteiligt haben. Die Firma hatte erst Ende 2013 eine drei Milliarden Dollar schwere Kaufofferte von Facebook ausgeschlagen. Yahoo hat zuletzt rund acht Milliarden Dollar Gewinn beim Alibaba-Börsengang gemacht und steht unter Investitionsdruck. Das Unternehmen war 2005 günstig bei den Chinesen eingestiegen.

Der Online-Pionier Yahoo hatte im Mai schon den Snapchat-Rivalen "Blink" übernommen. Dieser bietet ebenfalls eine Handy-App, die es ermöglicht, eine Mitteilung nach einer vom Sender programmierten Zeit zu löschen. Yahoo versucht auf diesem Weg, gegenüber Rivalen wie Google Boden gutzumachen.

Messaging-Dienste werden für die großen Internetkonzerne immer interessanter, weil sie sich über den Zugang zu neuen Nutzern vor allem von Smartphones und Tablet-Computern mitunter erhebliche Zusatzeinnahmen versprechen.

vks/Reuters/dpa



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