Urteil gegen Société Générale: Gefeuerter Banker erklagt sich Millionenabfindung
Raphael Geys wurde gefeuert - angeblich, weil er zu gut war. Nun spricht der Oberste Gerichtshof Großbritanniens dem Investmentbanker eine Abfindung von bis zu 20 Millionen Euro zu. Sein Anwalt spricht von einem wegweisenden Urteil für den Schutz von Arbeitnehmern.
London - Der Fall von Raphael Geys ist wohl einzigartig. Der belgische Investmentbanker war 2007 von seinem Arbeitgeber Société Générale - bekannt durch ihren Ex-Mitarbeiter, den Skandalzocker Jérôme Kerviel - gefeuert worden. Angeblich, weil er zu erfolgreich war - und damit zu teuer für seinen Arbeitgeber. So sagt es zumindest Geys.
Nun kommt der Mann die Bank wahrscheinlich noch teurer zu stehen. Denn der Oberste Gerichtshof Großbritanniens gab Geys in einem mit Spannung erwarteten Urteil recht.
Die französische Großbank muss dem Mann bis zu 20 Millionen Euro zahlen - weil sie ihn fristlos gefeuert hatte. Dem Entscheid zufolge gelten fristlose Kündigungen für unbescholtene Beschäftigte nur dann, wenn sie diesen zugestimmt haben. Das tat Geys aber nicht. Dadurch hat er aus Sicht des Gerichts nun Anspruch auf Sondervergütungen.
Geys wird nun von der Société Générale nun rund 12,5 Millionen Euro Abfindung verlangen. Zudem kann er "einige Millionen Euro" verlangen, um steuerliche Nachteile auszugleichen, die die Bank zu verantworten hat.
Der Anwalt des Klägers lobte das Urteil - als wegweisend für den Schutz von Arbeitnehmern.
ssu/Reuters
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
- alles aus der Rubrik Wirtschaft
- Twitter | RSS
- alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
- RSS
- alles zum Thema Banken
- RSS
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
- Mittwoch, 19.12.2012 – 19:18 Uhr
- Drucken Versenden
- Nutzungsrechte Feedback
- Britische Großbank Barclays: Chef-Banker versetzt Analysten in Sorge (08.09.2010)
- Bonus-Zahltag: Banker bummeln wieder durch die Luxusgeschäfte (30.12.2010)
- Risiko-Minimierung: Goldman Sachs streicht Bankern Kurzfrist-Boni (24.12.2010)
- Bankenkrise: Irland plant 90-Prozent-Steuer auf Boni (10.12.2010)
- Schuldenkrise: Banker rechnen mit Staatspleite in Europa (11.01.2011)
- Entzauberter Polit-Star Nick Clegg: Der britische Westerwelle (11.01.2011)
MEHR AUS DEM RESSORT WIRTSCHAFT
-
Börsen
Dax, Dow, Nikkei und Ihr persönliches Portfolio: Die Weltbörsen im Überblick -
Gehalt-Check
Brutto-Netto-Rechner: Berechnen Sie Ihr Gehalt -
Konjunktur
Alle wichtigen Wirtschaftsdaten: Arbeitslosigkeit, Brutto-
inlandsprodukt und Inflation -
Finanztest
Im Test: Finanztipps und mehr - was Sie als Verbraucher unbedingt wissen sollten -
Mehr Wirtschaft
Die Angebote von manager-magazin.de und harvardbusiness
manager.de
