Walldorf - Die Geschäfte laufen so gut wie selten zuvor bei Europas größtem Softwarehersteller
SAP. Das Ergebnis des Dax-Unternehmens lag im dritten Quartal unterm Strich bei 1,25 Milliarden Euro und ist damit zweieinhalbmal höher als im Vorjahreszeitraum, teilte SAP
am Mittwoch mit.
In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres war der Gewinn damit um 63 Prozent auf 2,24 (Vorjahreszeitraum: 1,38) Milliarden Euro gestiegen. Der Umsatz stieg den Angaben zufolge im dritten Quartal um 14 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro.
Den erst kürzlich angehobenen Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte SAP-Co-Chef Jim Hagemann Snabe. Der Umsatz mit Software- und damit verbundenen Serviceleistungen solle zweistellig gesteigert werden - und zwar "am oberen Ende der Spanne" zwischen 10 und 14 Prozent. 2010 hatte SAP in diesem zentralen Segment knapp 10 Milliarden Euro umgesetzt. Doch wie es auf Jahressicht für die fast 55.000 Mitarbeiter zählende Softwareschmiede laufen wird, entscheidet sich vor allem im vierten Quartal - dem traditionell stärksten.
Hauptgrund für die glänzenden Zahlen ist der Sieg über Oracle
Vorstandssprecher Bill McDermott nannte als Grund für die starke Nachfrage, "dass Kunden vermehrt in Software investieren, um Wachstum und Innovation voranzutreiben". Zu den Kernprodukten kämen noch mobile oder Cloud-Lösungen hinzu, die den Kunden Mehrwert brächten.
Ein Hauptgrund für das überraschend starke Quartal liegt aber woanders: Der Konzern profitiert von seinem juristischen Triumph über den Erzrivalen Oracle
. Eine Rückstellung für eine Strafzahlung an den US-Konkurrenten konnte SAP nämlich nach einem günstigen Urteil in den USA teilweise auflösen. Eine mögliche milliardenschwere Wiedergutmachung des Dax-Konzerns an den US-Konkurrenten ist seit einigen Wochen vom Tisch.
Eine Richterin in Kalifornien hatte im September eine vorherige Entscheidung kassiert, wonach SAP 1,3 Milliarden Dollar zahlen sollte. Die gute Milliarde Euro Rückstellung schrumpfte nun um 732 Millionen Euro - geparktes Geld, das jetzt wieder mit Sicherheit SAP gehört.
Oracle muss nun entscheiden, ob es die von der Richterin vorgeschlagene Entschädigung in Höhe von 272 Millionen Dollar (191 Millionen Euro) akzeptiert. Der Konzern deutete aber schon an, dass er dies ablehnen wird. In diesem Fall käme es zu einem neuen Prozess.
Die SAP-Aktie reagierte zum Börsenstart positiv auf die neuen Zahlen und legte anfangs um rund 20 Cent auf fast 43 Euro zu.
lgr/dpa/dapd
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