Insolventer Solarkonzern: Koreaner wollen Q-Cells übernehmen

Deutschlands ehemals größter Solarkonzern könnte südkoreanisch werden: Der Mischkonzern Hanwha hat ein Angebot vorgelegt. Angeblich soll die Übernahme schon bald abgeschlossen sein.

Produktion bei Q-Cells: Übernahme bis Ende September? Zur Großansicht
dapd

Produktion bei Q-Cells: Übernahme bis Ende September?

Bitterfeld-Wolfen - Der koreanische Mischkonzern Hanwha will den insolventen Solarhersteller Q-Cells übernehmen. Die Chemie-Tochter Hanhwa Chemicals habe seit Mai die Werke von Q-Cells in Deutschland und in Malaysia überprüft, sagte ein Konzernsprecher in Seoul. Dahinter stehe die Absicht, bei dem Unternehmen einzusteigen.

Mit einem Jahresumsatz von umgerechnet gut 25 Milliarden Euro ist Hanwha eines der größten Unternehmen Südkoreas. Eine Übernahme von Q-Cells würde dem Sprecher zufolge in die Wachstumsstrategie des Konzerns in der Solarenergie passen. Mit der Übernahme des Q-Cells-Werks in Malaysia könnte Hanhwa zudem Antidumping-Zölle der US-Behörden auf chinesische Produkte umgehen. Die Hanwha-Gruppe hatte 2010 die chinesische Solarfun Power Holdings übernommen, die jetzt unter dem Namen Hanwha SolarOne Photovoltaik-Module herstellt.

Über ein Interesse von Hanwha gibt es seit Tagen Spekulationen. Laut einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" soll die Übernahme bis Ende September perfekt sein.

"Ein Angebot liegt vor", bestätigte auch ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. Weitere Einzelheiten wollte er jedoch nicht nennen. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters Christoph Möller wollte die Informationen nicht bestätigen. "Wir äußern uns grundsätzlich nicht", sagte er. Auch der Betriebsratsvorsitzende von Q-Cells, Uwe Schmorl, zeigte sich zurückhaltend: "Bevor eine Lösung auf dem Tisch ist, möchte ich nichts kommentieren."

Q-Cells hatte im April den Insolvenzantrag gestellt. Nach Angaben von Möller haben seitdem gut hundert Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Derzeit seien noch 1150 Mitarbeiter beim einstigen Weltmarktführer beschäftigt. Die Produktion laufe weiter.

Für das Land kommt es laut dem Ministeriumssprecher darauf an, dass bei einer Übernahme von Q-Cells der Standort Bitterfeld-Wolfen mit möglichst vielen Arbeitsplätzen erhalten bleibt. "Auch deshalb stehen wir mit dem Insolvenzverwalter in engem Kontakt."

dab/dpa

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1. Dann mal ran...
sappelkopp 13.08.2012
Zitat von sysopdapdDeutschlands ehemals größter Solarkonzern könnte südkoreanisch werden: Der Mischkonzern Hanwha hat ein Angebot vorgelegt. Angeblich soll die Übernahme schon bald abgeschlossen sein. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,849839,00.html
...die Weltmarktführerschaft haben wir ja lang verloren. Aber keine Sorge, das ist nur die Spitze des Eisbergs. Bin gespannt, wir lange noch deutsche Autos oder Maschinen Weltspitze sind.
2.
günter1934 13.08.2012
Zitat von sysopdapdDeutschlands ehemals größter Solarkonzern könnte südkoreanisch werden: Der Mischkonzern Hanwha hat ein Angebot vorgelegt. Angeblich soll die Übernahme schon bald abgeschlossen sein. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,849839,00.html
Hmmm... da wurde beim Ausbau der Fabriken auch ordentlich Staatsknete reingebutter. Subvention nennt man sowas. Genau wie bei den Chinesen, geholfen hat es aber nix... Der Solarpionier Q-Cells steht vor dem Aus. ... Mit massiver Staatshilfe, vor allem in Form von Billig-Krediten, wurden dort in den vergangenen Jahren Fabriken .... Ob die Koreaner das zurückzahlen?
3.
vonundzu1800 13.08.2012
Zitat von sysopdapdDeutschlands ehemals größter Solarkonzern könnte südkoreanisch werden: Der Mischkonzern Hanwha hat ein Angebot vorgelegt. Angeblich soll die Übernahme schon bald abgeschlossen sein. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,849839,00.html
Finde ja man sollte irgendwie einen Staatlichen Fond einrichten damit keine Hochtechnologie in andere Länder abhanden kommt bei solchen Pleiten.
4.
vonundzu1800 13.08.2012
Zitat von sappelkopp...die Weltmarktführerschaft haben wir ja lang verloren. Aber keine Sorge, das ist nur die Spitze des Eisbergs. Bin gespannt, wir lange noch deutsche Autos oder Maschinen Weltspitze sind.
Nicht mehr lange wenn die ganzen Herstellungstechniken so billig verschachert werden in andere Länder und zu dem auch nicht mehr lange wenn Deutsche Firmen Joint Ventures in China und anderen Ländern eingehen und noch mehr abwandert an Fertigungen und Wissen.
5.
Michael KaiRo 13.08.2012
Noch mal schnell ein paar Patente sowie Produktionsgeheimnisse sichern und tschüss. Wie war das noch? Die Energiewende schafft neue Arbeitsplätze *LOL
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