Europäische Allianz: Solarworld klagt gegen Konkurrenz aus China
Der Streit über Dumping-Preise in der Solarbranche wird ein Fall für die EU-Kommission. Die deutsche Firma Solarworld und andere europäische Photovoltaikhersteller haben in Brüssel eine Klage gegen Konkurrenten aus China eingereicht. Diese warnen vor einem Handelskrieg.
Brüssel - Die deutsche Solarbranche kämpft ums Überleben und wendet dabei nun auch juristische Mittel an. Das Bonner Unternehmen Solarworld und weitere europäische Photovoltaikhersteller haben eine Anti-Dumping-Klage gegen Konkurrenten aus China eingereicht, berichteten die Nachrichtenagenturen Reuters und dpa unter Berufung auf Insider.
Die Beschwerde sei bei der Europäischen Kommission abgegeben worden. Ein Sprecher von Solarworld
erklärte lediglich, es sei bekannt, dass das Unternehmen gemeinsam mit anderen europäischen Photovoltaikproduzenten an einer Klage arbeite.
Die Solarindustrie in Deutschland ist wegen Überproduktion, Preisdrucks und sinkender Subventionen in die Krise geraten. Mehrere Hersteller rutschten bereits in die Insolvenz. Deutsche Produzenten werfen den chinesischen Konkurrenten vor, ihre Produkte mit Hilfe günstiger Kreditbedingungen ihrer Regierung zu Dumping-Preisen auf den Markt zu werfen und so die Konkurrenz zu verdrängen.
Zuletzt bekamen die deutschen Hersteller auch Rückendeckung von Umweltminister Peter Altmaier. Er drohte China mit Strafzöllen, sollte es Hinweise auf Wettbewerbsverzerrungen geben. Bereits im März hatten die USA Sonderzölle auf Solarimporte aus China verhängt. Auch dort ging die politische Initiative auf einen Vorstoß von Solarworld zurück. Die endgültige Entscheidung, ob es bei Strafzöllen bleibt, wird Anfang Oktober getroffen.
China wehrt sich gegen die Vorwürfe
Eine Allianz chinesischer Unternehmen mahnte offene Märkte an und warnte vor einem Handelskrieg. "Protektionistische Maßnahmen würden die Kosten für Solarenergie in die Höhe treiben und die Energiewende verzögern", erklärte Jerry Stokes vom chinesischen Hersteller Suntech
. Ein fehlgeleiteter Handelskrieg würde den Fortschritt von mehreren Jahren gefährden. Zudem würden Strafzölle Tausende Arbeitsplätze in der europäischen Solarindustrie zerstören.
Stokes kündigte an, man werde bei Ermittlungen wegen der Vorwürfe des unlauteren Wettbewerbs kooperieren. "Als börsennotiertes Unternehmen sind unsere Produktions- und Kapitalkosten transparent."
mmq/Reuters/dpa
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
- alles aus der Rubrik Wirtschaft
- Twitter | RSS
- alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
- RSS
- alles zum Thema Solarenergie
- RSS
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
- Mittwoch, 25.07.2012 – 20:10 Uhr
- Drucken Versenden
- Nutzungsrechte Feedback
- Kommentieren | 21 Kommentare
- Solarkrise: Altmaier droht China mit Strafzöllen (20.07.2012)
- Q-Cells-Insolvenz: Das Ende der deutschen Solarzelle (02.04.2012)
- Strafzölle auf Importe: USA riskieren Solar-Krieg mit China (18.05.2012)
MEHR AUS DEM RESSORT WIRTSCHAFT
-
Börsen
Dax, Dow, Nikkei und Ihr persönliches Portfolio: Die Weltbörsen im Überblick -
Gehalt-Check
Brutto-Netto-Rechner: Berechnen Sie Ihr Gehalt -
Konjunktur
Alle wichtigen Wirtschaftsdaten: Arbeitslosigkeit, Brutto-
inlandsprodukt und Inflation -
Finanztest
Im Test: Finanztipps und mehr - was Sie als Verbraucher unbedingt wissen sollten -
Mehr Wirtschaft
Die Angebote von manager-magazin.de und harvardbusiness
manager.de
