First Solar: US-Solarfirma zieht sich aus Deutschland zurück
Die Krise der Solarbranche verschärft sich erneut. Der US-Konzern First Solar gibt seinen Standort in der Bundesrepublik auf, insgesamt verlieren 2000 Mitarbeiter ihre Jobs. Zuvor musste bereits der deutsche Hersteller Q-Cells Insolvenz anmelden. Die Konkurrenz aus China ist einfach billiger.
Frankfurt an der Oder - Die US-Firma First Solar gibt ihren Standort in Frankfurt an der Oder auf, 1200 Menschen verlieren ihren Job. Insgesamt will der größte amerikanische Solarmodulbauer sogar 2000 Menschen entlassen, das sind 30 Prozent der Belegschaft. Als Grund nannte das Unternehmen die "sich verschlechternden Marktbedingungen". Mit anderen Worten: Die Konkurrenz aus China, die der Branche massiv zu schaffen macht, ist einfach billiger.
First Solar
will durch den Jobabbau jährlich 100 bis 120 Millionen Euro einsparen. Schon im Oktober dieses Jahres soll der Betrieb in Frankfurt an der Oder eingestellt werden. Dabei hatte First Solar dort erst im Herbst 2011 ein zweites Werk eröffnet.
Der Firma geht es, wie der gesamten Solarbranche, schon seit längerem schlecht: Preisverfall, Billigkonkurrenz aus Asien und die Kürzung staatlicher Fördergelder haben das Geschäft mit der Sonne in die Krise gestürzt.
Ganze Reihe von Insolvenzen
Erst Anfang April war das deutsche Unternehmen Q-Cells pleitegegangen. Damit setzte die Firma, die noch vor einigen Jahren als ein Energiekonzern der Zukunft galt, die seit Monaten anhaltende Serie von Insolvenzmeldungen der Branche fort: Die Berliner Firma Solon
und das Erlangener Unternehmen Solar Millennium
waren im Dezember in die Pleite geschliddert; im März dieses Jahres kamen dann Scheuten Solar, die Firma Odersun und der Kraftwerksentwickler Solarhybrid hinzu. Auch First Solar hatte schon im März die Produktion um 50 Prozent gedrosselt. Seither wird Kurzarbeit gefahren.
"Der europäische Solarmarkt ist zum jetzigen Zeitpunkt ohne Förderung größtenteils wirtschaftlich nicht überlebensfähig", sagte First-Solar-Chef-Christopher Burghardt. Die Kürzungen hätten "dramatische Auswirkungen auf die Nachfrage". Darunter leide insbesondere das Kerngeschäft, der Bau von Photovoltaik-Großanlagen. Das Unternehmen kündigte an, die Auswirkungen für die Mitarbeiter "möglichst sozialverträglich zu gestalten".
cla/dapd/Reuters
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- Dienstag, 17.04.2012 – 16:40 Uhr
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Bei großen Freiflächenanlagen sinken die Preise noch weiter. Hier liegen die Modulpreise im Großhandel derzeit um die 70 Cent pro Watt. Bis zum Sommer rechnen Analysten mit einem Preisrückgang auf 55 Cent pro Watt, dazu mit sonstigen Kosten von 65 Cent pro Watt für eine solche Anlage. Insgesamt also mit Kosten von 1200 Euro pro Kilowattpeak. Bei einem Fremdkapitaleinsatz von 80 Prozent ergibt sich aus diesen Werten nach der Förderkürzung eine Eigenkapitalrendite von sechs Prozent.
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