Insolventer Energiekonzern Solarworld baut weitere Stellen ab

Das insolvente Bonner Energieunternehmen Solarworld muss weitere Arbeitsplätze streichen. Der Grund sind hohe Produktionskosten. Wie viele Mitarbeiter entlassen werden, steht noch nicht fest.

Thüringer Standort der Solarworld AG (Archiv)
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Thüringer Standort der Solarworld AG (Archiv)


Der Solartechnikhersteller Solarworld wird nach dem Auslaufen der Insolvenzgeldzahlungen zum 1. August weitere Mitarbeiter entlassen. Das teilte der vorläufige Insolvenzverwalter, Horst Piepenburg, den Belegschaften in den Werken im sächsischen Freiberg und in Arnstadt in Thüringen mit. Die Mitarbeiter in der Zentrale in Bonn wurden gleichzeitig schriftlich informiert.

Wegen hoher Produktionskosten sei es nicht gelungen, ausreichend Geld für die Weiterbeschäftigung aller 1850 Mitarbeiter zu erwirtschaften. Unklar ist noch, wie viele Männer und Frauen entlassen werden. Klarheit darüber solle bis spätestens Ende der kommenden Woche herrschen.

Solarworld hatte Mitte Mai wegen Überschuldung Insolvenz angemeldet. Damals waren 2200 Menschen bei Solarworld beschäftigt; bereits im Vorjahr waren Stellenstreichungen vereinbart worden. Die verbliebenen 1850 Beschäftigten erhielten für die Monate Mai, Juni und Juli Insolvenzgeld. Es wird maximal drei Monate von der Bundesagentur für Arbeit gezahlt.

Der Vorstandschef von Solarworld, Frank Asbeck, machte Chinas "an allen Ecken und Enden subventionierte Solarzellenproduktion" für die Insolvenz seines Unternehmens verantwortlich.

Piepenburg betonte am Montag, der Geschäftsbetrieb sei in den vergangenen acht Wochen "stabilisiert" und weitergeführt worden. Es sei Bestandsware verarbeitet und verkauft worden; auch neue Aufträge "im niedrigen zweistelligen Millionenbereich" seien eingegangen. Die Fertigungsstraßen an den Produktionsstandorten Freiberg in Sachsen und Arnstadt in Thüringen seien damit im Drei-Schicht-System in Betrieb geblieben.

asa/dpa

insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
tempus fugit 17.07.2017
1. Man hat....
...ihnen die Chance genommen - dankt Schwarz-Geld!
tullrich 17.07.2017
2.
Von Deutschland aus auf sozialistische Art die Welt retten und nebenbei solidarisch über die Stromrechnung von unten nach oben umfairteilen - das kann ja nur schief gehen.
tatsache2011 17.07.2017
3. Welche Art der Stromerzeugung wünschen Sie sich?
Zitat von tullrichVon Deutschland aus auf sozialistische Art die Welt retten und nebenbei solidarisch über die Stromrechnung von unten nach oben umfairteilen - das kann ja nur schief gehen.
Weltweit wird mehr EE aufgebaut als in Deutschland. Welche Art der Stromerzeugung wünschen Sie sich? Einige Länder bauen auch die besonders teure Atomkernkraft aus bzw. versuchen es seit einigen Jahren in Europa ohne in Betrieb zu gehen.
Flari 17.07.2017
4.
Zitat von tatsache2011Weltweit wird mehr EE aufgebaut als in Deutschland. Welche Art der Stromerzeugung wünschen Sie sich? Einige Länder bauen auch die besonders teure Atomkernkraft aus bzw. versuchen es seit einigen Jahren in Europa ohne in Betrieb zu gehen.
Es wäre sehr erstaunlich, wenn rund 7.500 mio Menschen weltweit NICHT mehr EE aufbauen würden, als 80 mio Deutsche. Pro Person ist "die Welt" allerdings *bedeutend *zurückhaltender, vorsichtiger und vernünftiger. Aber Ihnen gefallen ja Ihre völlig unpassenden/täuschenden Vergleiche, die die tatsächlich wichtigen Relationen ausblenden.
Flari 17.07.2017
5.
Zitat von tempus fugit...ihnen die Chance genommen - dankt Schwarz-Geld!
Den Mindestlohn hat Schwarz-Rot eingeführt. Was finden Sie daran schlecht? Bei z.B. 1,- Euro/h könnte Asbeck noch weitere Millionen aus dem Betrieb ziehen und Schlösser, Ländereien und Jagden kaufen. Und die Arbeitsplätze erhalten, wenn die der Staat bezahlt. Drei Monate hat er (der Staat) es jetzt ja schon kpl. (wieder) gemacht.
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