Solarworld-Gründer Asbeck "Wir sind illegal zur Strecke gebracht worden"

Lange hat er gekämpft, trotzdem musste Solarworld-Gründer Frank Asbeck Insolvenz anmelden. Im SPIEGEL spricht der "Sonnenkönig" über die Pleite von Deutschlands größter Solarfirma, Dumping aus China und eigene Fehler.

Solarworld-Gründer Asbeck
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Solarworld-Gründer Asbeck


Der Vorstandschef von Solarworld, Frank Asbeck, macht Chinas "Kommandowirtschaft" und deren "an allen Ecken und Enden subventionierte Solarzellenproduktion" verantwortlich für die Insolvenz seines Unternehmens. Gegen die mit Staatsbankkrediten gepäppelten chinesischen Unternehmen sei nur schwer anzukommen gewesen, sagte Asbeck dem SPIEGEL. (Lesen Sie hier das vollständige Interview im neuen SPIEGEL.) Sie hätten "monströse Überkapazitäten" aufgebaut und Solarmodule dann zu Dumpingpreisen auf den Markt geworfen.

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Lange habe Solarworld dem standhalten können. "Was die an Lohnkosten günstiger waren, haben wir über Automatisierung, Qualität und einen leicht höheren Preis kompensiert." In den vergangenen Jahren hätten chinesische Solarkonzerne dann aber mithilfe deutscher Komplizen und gefälschter Ladedokumente offenbar massiv Lieferungen am deutschen Zoll vorbeigeschmuggelt. Staatsanwälte und Zollfahnder ermittelten in dieser Sache. "Wir sind mit illegalen Mitteln zur Strecke gebracht worden", sagt Asbeck.

Der Niedergang des von ihm 1998 gegründeten Unternehmens, an dem Asbeck zuletzt noch 20 Prozent hielt, belaste ihn sehr. In Deutschland riskiere man gerade, "eine Schlüsseltechnologie der Energiewende komplett zu verspielen". (Eine Analyse der Solarworld-Insolvenz lesen Sie hier:"Der tiefe Sturz des Sonnenkönigs".)

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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fdo/nkl

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