Solarworld-Insolvenz Bundesländer hoffen für Solarbranche auf EU-Hilfe

Nach der Pleite Deutschlands größter Solarfirma beraten die betroffenen Bundesländer über die Solarindustrie in Europa. Geht es nach den Ministern, soll es bei Ausschreibungen weitere Kriterien geben.

Thüringer Standort der Solarworld AG (Archiv)
DPA

Thüringer Standort der Solarworld AG (Archiv)


Angesichts der Insolvenz des Solarherstellers Solarworld Chart zeigen setzen Thüringen und Sachsen auf Hilfe aus Brüssel. Mit der EU-Kommission solle über weitere Fördermöglichkeiten für die Solarbranche in beiden Ländern gesprochen werden, sagten die Landeswirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (Thüringen) und Martin Dulig (Sachsen).

Zudem wollen die SPD-Politiker darauf dringen, dass bei öffentlichen Ausschreibungen nicht stets die billigste Solartechnik den Zuschlag erhält. Künftig solle diejenige gefördert werden, die umweltfreundlich hergestellt wird und Forschung und Entwicklung sichert. Der Vorstandschef von Solarworld, Frank Asbeck, hatte zuvor Chinas "an allen Ecken und Enden subventionierte Solarzellenproduktion" für die Insolvenz seines Unternehmens verantwortlich gemacht.

Die Minister hatten sich zu einem Runden Tisch mit Betriebsräten, Zulieferern und Forschungsinstituten aus der Branche getroffen. Am Tisch saß auch Matthias Machnig, SPD-Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Die 1998 gegründete Firma Solarworld beschäftigt im sächsischen Freiberg 1200 Menschen und in Arnstadt in Thüringen 800.

apr/dpa

insgesamt 17 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
oli69 26.06.2017
1. Lobby
Da sieht man gut, in der EU hat die Bankbranche eine starke Lobby, die Solarbranche nicht. Nachdem die EZB zwei italienische Banken für nicht überlebensfähig eingestuft hat, darf der Staat diese mit 11 Mia EUR retten. Obwohl das seit der Finanzkrise eigentlich nicht mehr erlaubt ist. Aber mit einer starken Lobby finden sich immer Hintertüren, die Wirtschaft profitiert und die Steuerzahler übernehmen die Schulden.
ir² 26.06.2017
2.
Das EEG - als "Anschubfinanzierung" angepriesen (die Sonne schickt keine Rechnung) - erweist sich als Dauersubventionsbaustelle! Aber bevor die Ökos das Scheitern der "Energiewende" zugeben würden, beißen sie sich die Zunge ab....
andreasm.bn 26.06.2017
3. ja ja, die pöhsen Chinesen....
wenn ich den Namen Asbeck nur lese oder höre, wird mir übel! Der hat sich fast 2 Jahrzehnte von Subventionen für 3 Leben gesund gestoßen, kauft hier ein Schloss nach dem Anderen und überführt es in seine Stiftung, damit ihm die keiner mehr nehmen kann. Aber dann rumheulen, wenn er trotz massivster Zugeständnisse der Aktionäre, die schamlos erpresst wurden, die eigene Firma in Sand setzt! Die Einzigen, die mir bei der Sache leid tun, sind die Angestellten in den unteren Gehaltsgruppen und die Aktionäre!
Supertramp 26.06.2017
4. der Staat hat die Planungssicherheit für Solarparks topediert
selbst auf Dächern gibt es noch viele Hürden wie utopische Brandschutz kosten und so gut wie keine Lösungen für Nurtzung von Solarenergie auf dächern von Wohnblocks. viele Leute würden ihr Geld gere in Solarparks anlegen in Zeiten von Strafzinsen, aber das geht nicht für den kleinen Mieter
denker111 27.06.2017
5.
Ja wie geht denn das zusammen? Sa predigen unsere Politiker Globalisierung und trinken Subventionen. Bitte mal intern abstimmen und dann wieder mit einer vernünftigen Lösung auftauchen!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.