Insolventes Photovoltaik-Unternehmen Investor will Solarworld-Standorte übernehmen

Für zwei Standorte der insolventen Solarworld AG gibt es Hoffnung auf Rettung: Eine Investorengruppe könnte die beiden Werke aufkaufen. Die Übernahme wäre aber mit einem drastischen Stellenabbau verbunden.

Standort der Solarworld AG in Arnstadt
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Standort der Solarworld AG in Arnstadt


Einige Mitarbeiter der insolventen Solarworld könnten eine Perspektive haben: Der vorläufige Insolvenzverwalter Horst Piepenburg verhandelt mit einer Investorengruppe über die Übernahme von zwei Werken im sächsischen Freiberg und in Arnstadt in Thüringen. Er schätze die Chancen auf eine Einigung mit dem Interessenten höher ein als ein Scheitern, sagte Piepenburg. Der Investor wolle Grundstücke, Maschinen sowie das Vorratsvermögen übernehmen.

Verbunden mit dem Verkauf der beiden Produktionsstandorte wäre aber ein drastischer Stellenabbau. Laut vorläufigem Insolvenzverwalter würden insgesamt nur rund 450 Mitarbeiter übernommen. Für die anderen 1200 Beschäftigen wird an beiden Standorten über den Wechsel in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft verhandelt. Der Wirtschaftsausschuss des sächsischen Landtages will sich am Donnerstag auf einer Sondersitzung mit dem Thema Solarworld befassen.

Die Solarworld-Zentrale in Bonn steht dagegen vor dem Aus. Nach dem Konzept des Investors würden zur Eröffnung der Insolvenzverfahren am 1. August bis auf eine Abwicklungsmannschaft alle rund 200 Beschäftigten freigestellt. Für eine Transfergesellschaft oder Kurzarbeit sei kein Geld vorhanden, teilte Piepenburg mit.

Die Solarworld AG hatte am 11. Mai Insolvenz angemeldet. Seither waren bereits 400 Stellen gestrichen worden. In der Vorwoche hatte Piepenburg bei Belegschaftsversammlungen in Freiberg und Arnstadt weitere Entlassungen angekündigt.

hej/dpa-AFX



insgesamt 2 Beiträge
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TheFrog 26.07.2017
1. Wenn ich schon das "Investor" höre....
dann sträuben sich mir meine letzten verbliebenen Haare. Was will der Investor übernehmen ? Sachwerte (Grundstücke, Maschinen sowie das Vorratsvermögen). Die Firma oder die Belegschaft werden über den Löffel balbiert und den Sozialkassen überlassen. Genauso ist das mit den sogenannten "Beschätigungs- oder Qualifizierungsgesellschaften". Da werden die meisten dann geparkt und in die Arbeitslosigkeit entlassen, in der Regel nach spätestens 1 Jahr. Zahlen tut das auch der Steuerzahler und der Investor macht seinen Schnitt. Und Solarworld hat doch eh nur von Subventionen gelebt. Kaum fallen die weg, geht es bergab und das Geschäftsmodell trägt sich nicht mehr.
matthias.junghans 27.07.2017
2. Übernahme nicht zu empfehlen
Es ist der selbe Investor aus Quatar, der bereits 2014 in der Kritik stand. Er gehört bereits zu den Solarworld-Eignern, die die ganze Misiere mit zu verantworten haben. Viele Politiker sind für ein gemeinsames Europa, warum wird kein europäischer Investor gesucht? Herr Tiefensee, unser Olympia-Vollprofi bekommt wohl aus Europa kein Schmiergeld, dagegen sind blutige Dollars aus Quatar schwerer auffindbar. Wir sind Pioniere in den Hochtechnologien, fördern diese über viele Jahre hinweg mit Millionen und anschließend kaufen unsere Forschungsergebnisse, Fonds die mit "schmutzigen" Oel reich geworden sind, auf.
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