Bonner Energiekonzern Solarworld kündigt Insolvenz an

"Keine positive Fortbestehensprognose": Der Ökostromkonzern Solarworld steht vor dem Aus. Seit Jahren kämpfte das Unternehmen gegen Billigkonkurrenz aus China.

Solarworld-Chef Frank Asbeck
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Solarworld-Chef Frank Asbeck


Der seit Jahren defizitäre Solarkonzern Solarworld ist pleite. Das Bonner Unternehmen kündigte an, "unverzüglich" einen Insolvenzantrag zu stellen. Der Vorstand sei zu der Überzeugung gelangt, dass keine positive Fortbestehensprognose mehr bestehe, die Gesellschaft damit überschuldet sei und somit eine Insolvenzantragspflicht bestehe.

Solarworld kämpft mit sinkenden Preisen für Solarmodule, im Jahr 2016 schrieb der Konzern einen Verlust von 92 Millionen Euro. Noch Ende März hatte das Unternehmen angekündigt, mit einem Sparprogramm bis 2019 wieder aus der Verlustzone kommen zu wollen. Mit dem Abbau von 400 Stellen und zahlreichen Einzelmaßnahmen sollten die Kosten um ein Fünftel verringert werden. Ein Sozialplan wurde an den deutschen Standorten in Arnstadt (Thüringen) und Freiberg (Sachsen) bereits verhandelt.

Für die Tochtergesellschaften der Solarworld AG werde die jeweilige Insolvenzantragspflicht geprüft, teilte das Unternehmen mit.

hej/Reuters/dpa-AFX

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ttr 10.05.2017
1. Verstaatlichen
Ich würde das Unternehmen verstaatlichen und jede Menge Solarzellen für Deutschland produzieren und diese zum reinen Produktionspreis verkaufen. Ohne gewinnsüchtige Aktionäre im Hintergrund oder irgendeine Gewinnabsicht. Solange sich die Firma finanziell selbst trägt (ohne teure Vorstände, Aufsichtsratschefs, Dividenden etc) wäre es so in Ordnung. Das treibt die umweltfreundliche Energie voran und sorgt dafür, dass nicht ein weiterer Wirtschaftszweig ganz nach China geht und unsere Gelder dorthin versickern. Mittlerweile produzieren wir kaum noch etwas selbst, das kann so nicht weitergehen.
ulrich_loose 10.05.2017
2. Sie kämpfen nicht gegen Billigkonkurrenz,
sie kämpfen gegen die nicht mehr so doll sprudelnden Subventionen die die "Energiewende" extrem teuer machen. Für die Allgemeinheit - und das ist die Mehrheit der Bürger - wären "Billigmodule" ohne Strafzölle ein Segen.
sotomajor 10.05.2017
3. Restguthaben
2008 wollte er noch Opel übernehmen, da war ja auch noch jede Menge Förderung im Spiel. Jetzt sind die Aktionäre abgezockt und sicher auch der Steuerzahler. Die "verteuerbaren Energien" sind halt nicht im Preis zu diktieren und Kostenbeteiligung beliebig anzuheben. China schafft trotz Einfuhrzöllen die Billigproduktion für den Weltmarkt und unsere Lobbypolitiker schauen hinterher wie immer. Jetzt ist`s auch sicher vorbei mit dem eieiei unserer Politiker!
Referendumm 10.05.2017
4. Na endlich!
Diese Nummer grenzte ja schon an Insolvenzverschleppung. Aber keine Sorge, der Chef (und Mit-Gründungsmitglied des ersten grünen Landesverbandes) Frank Asbeck hat genug Millionen Euro beiseite geschafft. Dies verdankt er dem ganzen Quatsch rund ums EEG, welches die damalige Rot-Grüne Bundesregierung so schön für ihn und andere "Sonnenkönige" aufm Weg gebracht hatte. Und der dumme Steuerzahler sowie Energiekunde darf es bezahlen. Tja, so wird man heutzutage ganz reich: An die richtigen, altbekannten Strippen ziehen und einfach abwarten, dass viel Kohle reinkommt. Der Rest: Nach mir die Sintflut
Kleinohrhase 10.05.2017
5. Da haben auch
die Strafzölle auf billige Chinamodule nichts mehr genutzt. Und die hochsubventionierte Solartechnik schafft nun Arbeitsplätze in China. Innovationen auf diesem Gebiet haben leider hier auch nicht mehr stattgefunden. Wenn weiter so schlecht gewirtschaftet und falsch gefördert wird, kommen in einigen Jahren die bezahlbaren Elektroautos mit hoher Reichweite auch aus China. In der Akkumulatorentechnik sind sie schon führend.
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