Börse im Minus Möglicher Grexit drückt den Dax

Griechenland und seinen Geldgebern läuft im Kampf gegen den drohenden Staatsbankrott die Zeit davon. Der Aktienmarkt reagiert nervös und der Dax fällt weiter.

Dax-Kurve in Frankfurt am Main (Archiv): Angst um den Grexit verunsichert Anleger
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Dax-Kurve in Frankfurt am Main (Archiv): Angst um den Grexit verunsichert Anleger


Die Sorge um einen möglichen Grexit hat die Stimmung am deutschen Aktienmarkt weiter gedrückt. Zu groß scheinen die Unsicherheiten eines immer wahrscheinlicher erscheinenden Austritts Griechenlands aus der Eurozone.

Der Dax vergrößerte die Vortagesverluste und fiel um 2,26 Prozent auf 11.413,82 Punkte. Für die abgelaufene Handelswoche steht ein Minus von 3,40 Prozent auf der Kurstafel. Im Mai ging es für den deutschen Leitindex insgesamt um 0,35 Prozent nach unten.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax büßte 1,84 Prozent auf 20.449,60 Punkte ein. Der Technologiewerte-Index TecDax gab um 1,64 Prozent auf 1692,54 Zähler nach.

Auch die anderen europäischen Indizes rutschten ab: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 2,19 Prozent auf 3570,78 Punkte. Der Cac 40 in Paris schloss tiefrot. Der Londoner FTSE 100 gab nicht ganz so deutlich nach. An der Wall Street fiel der US-Leitindex Dow Jones Industrial bis zum europäischen Handelsschluss um fast ein Prozent.

Krisendiplomatie hebt die Stimmung nicht

Trotz hektischer Krisendiplomatie auf Spitzenebene zeichnete sich eine Woche vor dem nächsten Zahltag für Athen keine Einigung über weitere Finanzhilfen ab. Die Zeit läuft davon.

Wenigstens konnte sich der Euro etwas erholen: Grund dafür waren durchwachsene US-Konjunkturdaten, die dem Eurokurs zumindest etwas Rückenwind verliehen. Ein im Vergleich zum US-Dollar erholter Euro hatte allerdings bereits in den vergangenen Wochen immer wieder die Aktienkurse hierzulande belastet. So macht ein starker Euro die Waren deutscher Unternehmen außerhalb der Eurozone teurer, was sich negativ auf deren Geschäfte auswirken kann.

loe/dpa



insgesamt 23 Beiträge
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lungu_t_m 29.05.2015
1. Ein gutes Wochenende für einen Grexit
In Griechenland wird an diesem Wochenende das orthodoxe Pfingstfest gefeiert. Damit haben die Banken 3 Tage geschlossen und das gibt Zeit für die Einführung einer neuen Währung. So etwas macht man ja normalerweise etwas überraschender, aber so hatten die Griechen mehr als genug Zeit gehabt ihre Vermögen in Sicherheit zu bringen. Die Börsen haben auch schon reagiert. Mal sehen ob wir am Dienstag eine neue Drachme haben.
Neapolitaner 29.05.2015
2. Der € ist unterbewertet
Die dt. Industrie könnte mit einem € von 1,40 - 1,60 auch ihre Exporte absetzen. In $ gerechnet ist der DAX derzeit weniger wert als vor einem Jahr - das ist der kombinierten Negativzins/QE-Politik Draghis geschuldet. Die "Lirarisierung" des € ist hochgefährlich, weil der Export/Verkauf mit Hilfe einer Billigwährung "beggar thy neighbour" eine trügerische Lösung ist, die auf Dauer nicht funktioniert. Durch den billig-Euro werden auch Importe teurer und damit die Kaufkraft im Binnenmarkt gesenkt. Der DAX sagt nichts über das Wohlergehen (bzw. das Gegenteil) der dt. Wirtschaft aus. Vor allem in nicht längerfristiger Perspektive.
marthaimschnee 29.05.2015
3.
Der Dax geht in die Knie, weil ein Grexit ein mögliches Ende der Krise und damit ein mögliches Ende der "wir scheißen die Märkte mit Geld zu" Politik sein könnte. Vor dem eigentlichen Ereignis hat niemand Panik - zumindest die heiligen Märkte nicht. Aber Herr Schäuble gibt sich ja alle Mühe, die Krise bloß nicht enden zu lassen.
ediart 29.05.2015
4. Ein Ende
bahnt sich an, nicht alleine durch die Griechenlandsituation , sondern wegen der überzogenen Finanzspekulationen auf dem Welt-Geldmarkt. Die Finanzkrise ist nicht überwunden sondern wird weiter befeuert.
Erythronium2 29.05.2015
5. kleine Delle in der Aktienblase?
Sollten die derzeit immer noch von billigem EZB-Geld befeuerten Aktienkurse mal deutlich kräftiger sinken als im Mai, so wäre ich nicht allzu traurig. Selbst ein Absturz des Dax um tausend Punkte oder mehr wäre angesichts der Entwicklung des vergangenen Jahrs m. E. völlig in Ordnung.
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