Sorge ums Wachstum: Industrie warnt vor hohen Spritpreisen

Die steigenden Benzinpreise ärgern nicht nur Autofahrer: DIHK-Präsident Hans-Heinrich Driftmann warnt, die Verteuerung sei das "Geschäftsrisiko Nummer eins". In der Koalition mehren sich Forderungen nach einer Erhöhung der Pendlerpauschale.

Autofahrer an der Zapfsäule: Der Weg zur Arbeit wird immer teurer Zur Großansicht
ddp

Autofahrer an der Zapfsäule: Der Weg zur Arbeit wird immer teurer

Berlin - Der Benzinpreis steigt rasant, vor wenigen Tagen durchbrach er die Marke von 1,70 Euro. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnte nun, die hohen Preise gefährdeten auch die Wirtschaft. "Bei zwei Euro an der Preistafel fängt die Konjunktur an zu knirschen", sagte DIHK-Präsident Hans-Heinrich Driftmann der "Bild"-Zeitung.

Hohe Anschaffungskosten für Energie und Rohstoffe seien für die Wirtschaft das "Geschäftsrisiko Nummer eins". Für den Fall, dass die Benzinpreise sich langfristig auf dem hohen Niveau einpendeln, forderte Driftmann von der Bundesregierung eine Begrenzung der Energiesteuern, um die Wirtschaft und die Kaufkraft der Verbraucher zu unterstützen.

Die schwarz-gelbe Koalition diskutiert derzeit intensiv über mögliche Reaktionen auf den Anstieg. Die FDP macht sich für eine Erhöhung der Pendlerpauschale stark, die derzeit bei 30 Cent pro Kilometer zwischen Wohnung und Arbeitsplatz liegt. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hält es dagegen für falsch, wenn der Gesetzgeber durch Subventionen versuche, den Benzinpreisanstieg zu mindern.

Auch in der CDU gibt es jedoch Unterstützer einer Anhebung. Der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft, Karl-Josef Laumann, forderte eine Erhöhung der Steuervergünstigung um zehn Cent pro Kilometer. Der haushaltspolitische Sprecher der Unionsbundestagsfraktion, Norbert Barthle (CDU), lehnte eine höhere Pendlerpauschale zumindest nicht grundsätzlich ab.

Laumann sagte der Düsseldorfer "Rheinischen Post": "Man muss immer mehr Geld zur Arbeitsstätte aufbringen, um überhaupt arbeiten und Steuern zahlen zu können". Deshalb sei es mehr als recht und billig, dass die Menschen diese Fahrtkosten steuerlich geltend machen können. Eine Erhöhung um zehn Cent sei angemessen.

Barthle sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", er sei immer bereit, über eine Erhöhung der Pendlerpauschale zu diskutieren. "Aber die Vergangenheit lehrt uns, dass dies eher zu einer Erhöhung des Spritpreises führt." Die Pendlerpauschale sei eine Entfernungspauschale und keine Benzinpauschale.

dab/Reuters/dapd

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insgesamt 42 Beiträge
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1. wieder mal
fort-perfect 02.04.2012
Zitat von sysopDie steigenden Benzinpreise ärgern nicht nur Autofahrer: DIHK-Präsident Hans-Heinrich Driftmann warnt, die Verteuerung sei das "Geschäftsrisiko Nummer eins". In der Koalition mehren sich Forderungen nach einer Erhöhung der Pendlerpauschale. Sorge ums Wachstum: Industrie warnt vor hohen Spritpreisen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,825138,00.html)
politisches Geschwafel! Die hohen Energiepreise (vulgo Spritpreise) betreffen alle Deutschen, denn es wird schliesslich nicht nur Benzin verfahren, sondern die fossilen Energieträger sind ein Hauptbestandteil unseres täglichen Lebens.... Alimentiert werden soll aber nur die Gruppe der Werktätigen, die mit dem Auto zur Arbeit fahren .... Typische Politikerentscheidung und wieder mal der Versuch, die Gesellschaft zu teilen.... ein übliches Handlungsschema der Neoliberalen.... aber ein Teil davon wird ja wohl zukünftig durch die Wähler der "Endlagerung" zugeführt.
2. Pendlerpauschale
rad666 02.04.2012
Eine Erhöhung der Pendlerpauschale ist keine "Subvention", es wird nur der Grundsatz von "Gewinn = Einnahmen - Ausgaben" auch für Arbeitnehmer angewendet. Wobei Betriebe die Ausgaben für ihre KFZ voll geltend machen dürfen während Arbeitnehmer auf die viel zu geringe Pauschale angewiesen sind. Der grundsätzliche Fehler liegt viele Jahre zurück als die Kilometerpauschale zur Pendlerpauschale wurde. Es ist unverständlich, warum Benutzer der ÖPNV höhere Kosten als ihre Ticketpreise geltend machen dürfen, während KFZ-Benutzer (die auf dem Land häufig nicht anders können) bei weitem nicht die Betriebskosten ihres KFZ ansetzen dürfen.
3. Noch mehr Subventionen
lichtderaufrechten 02.04.2012
Zitat von sysopDie steigenden Benzinpreise ärgern nicht nur Autofahrer: DIHK-Präsident Hans-Heinrich Driftmann warnt, die Verteuerung sei das "Geschäftsrisiko Nummer eins". In der Koalition mehren sich Forderungen nach einer Erhöhung der Pendlerpauschale. Sorge ums Wachstum: Industrie warnt vor hohen Spritpreisen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,825138,00.html)
Unsere Politiker, mit ausnahme der LINKEN ,dienen fünf grßen Konzernen in der Hand von fünf großen Banken!
4. Machen wir es doch ......
Duisburg2005 02.04.2012
Zitat von sysopDie steigenden Benzinpreise ärgern nicht nur Autofahrer: DIHK-Präsident Hans-Heinrich Driftmann warnt, die Verteuerung sei das "Geschäftsrisiko Nummer eins". In der Koalition mehren sich Forderungen nach einer Erhöhung der Pendlerpauschale. Sorge ums Wachstum: Industrie warnt vor hohen Spritpreisen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,825138,00.html)
Machen wir es doch genauso wie beim Strom, die Wirtschaft wird bei den Spritpreisen entlastet und der Bürger zahlt mehr. Klappt beim Strom doch auch. Wie die Unternehmen zahlen an die Bürger immer weniger Lohn und daher können die nicht die Wirtschaft unterstützen???? Tja die Globalisierung ist schuld, ist von daher leider alternativlos ..............
5. Nicht die Pendlerpauschale, sondern...
Duzend 02.04.2012
Zitat von sysopDie steigenden Benzinpreise ärgern nicht nur Autofahrer: DIHK-Präsident Hans-Heinrich Driftmann warnt, die Verteuerung sei das "Geschäftsrisiko Nummer eins". In der Koalition mehren sich Forderungen nach einer Erhöhung der Pendlerpauschale. Sorge ums Wachstum: Industrie warnt vor hohen Spritpreisen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,825138,00.html)
...das steuerfreie Grundeinkommen muss drastisch erhöht werden. Wohnungsbau in der Nähe der Werkszäune ist auch Wirtschaftsankurbelung. Die Zeit, in der diese wahnwitzige Fahrerei gewisser Leute als normal gelten soll, nähert sich doch sowieso unaufhaltsam ihrem Ende. Warum warten, bis es kracht? Besser man kümmert sich vorher um die Herausformung neuer akzeptierter Zivilisationsformen. Die deutsche Automobilindustrie sollte konsequent auf die Massenfertigung regen- (Verdeck) und kippsicherer (3 oder 4 Räder) E-Bikes umstellen. Dann würden letztere auch erschwinglicher und könnten zudem als die gesuchten Nachtspeicher agieren.
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