Fußballclub-Börsengang: Milliardär Soros steigt bei ManU ein

Erst nur der zweite Platz in der englischen Meisterschaft, dann ein enttäuschender Börsengang - jetzt aber keimt beim Fußballclub Manchester United wieder Hoffnung auf: Der Hedgefonds des legendären Investors George Soros hat Anteile des Rekordmeisters gekauft.

George Soros: Hielt zuletzt 7,85 Prozent der A-Klasse-Aktien von ManU Zur Großansicht
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George Soros: Hielt zuletzt 7,85 Prozent der A-Klasse-Aktien von ManU

New York - George Soros ist auf Einkaufstour: Der Gründer des 25-Milliarden-Dollar schweren Hedgefonds Quantum ist beim englischen Fußballclub Manchester United (ManU) eingestiegen. Wie der Hedgefonds von Soros am Montag der US-Börsenaufsicht mitteilte, hielt er zuletzt 7,85 Prozent der A-Klasse-Aktien von ManU. Als Kauftermin wurde der 9. August genannt - der Tag des Börsengangs des Spitzenclubs.

Im Zuge der Erstemission in New York wurden nur Aktien der A-Klasse ausgegeben. Bei ManU ist an diese Art von Stammaktien ein Stimmrecht je Titel geknüpft. Bei B-Klasse-Aktien sind es zehn Stimmrechte pro Papier.

ManU könnte der Einstieg des legendären Investors Soros zu neuem Schwung verhelfen. Zuletzt war es für den Rekord-Fußballmeister alles andere als gut gelaufen: Der Verein war in der englischen Meisterschaft vom Lokalrivalen Manchester City auf den zweiten Platz verwiesen worden. Auch der Gang aufs Parkett verlief mau: Der Club und sein bisheriger Alleineigentümer - der US-Milliardär Malcolm Glazer - hatten sich vom größten Börsengang eines Sportvereins ursprünglich bis zu 20 Dollar je Anteilsschein versprochen. Die Investoren wollten diese Summe jedoch nicht zahlen. ManU musste das Papier günstiger anbieten.

Durch den Börsengang wurden schließlich Einnahmen von gut 233 Millionen Dollar erzielt. Sie werden zwischen Glazer und dem Club aufgeteilt. ManU will damit einen Teil des Schuldenbergs abtragen und neue Spieler kaufen. Der Verein hatte zuletzt ein Minus von 437 Millionen Pfund oder umgerechnet rund 680 Millionen Dollar.

Soros wurde im Jahr 1992 weltbekannt, als er gegen das britische Pfund wettete, die Bank of England in die Knie zwang und am Ende eine Milliarde Dollar kassierte. Inzwischen hat sich Soros allerdings als aktiver Investor zurückgezogen. Seinen Fonds leiten andere.

Soros aktuelles Privatvermögen schätzt das US-Magazin "Forbes" auf 14,5 Milliarden Dollar. Damit liegt der 82-Jährige auf der Superreichen-Rangliste auf Platz 46.

yes/Reuters

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1.
Der Meyer Klaus 21.08.2012
Zitat von sysopMilliardär Soros steigt bei ManU ein
Kleiner Tipp an unwissende Schreiberlinge: ManU ist eine Beleidigung und Totenlästerung.
2.
a1001 21.08.2012
Zitat von Der Meyer KlausKleiner Tipp an unwissende Schreiberlinge: ManU ist eine Beleidigung und Totenlästerung.
Das wird durch die staendige Wiederholung der Fussballkenner in Deutschland nicht wahrer. ManU ist vielleicht nicht erste Wahl, geht aber vollkommen in Ordnung.
3. optional
Rahvin 21.08.2012
Nur ein weiteres Beispiel dafür, dass Börsengänge von Vereinen oder Internetfirmen niemand anderem dienen als den Eigentümern: Der Erlös der Geschäfte wird aufgeteilt. Der Verein bekommt doch glatt die Hälfte, mit der er nicht mal die Hälfte seiner Schulden bezahlen könnte. Aber anstatt das zu machen, muss man erst mal neue, überteuerte Spieler heranschaffen. Und der Milliardär ist um ein hübsches Sümmchen reicher, lacht sich ins Fäustchen und führt den Verein weiter in das finanzielle Verderben. Gelobt sei der FCB.
4.
spoonium 21.08.2012
Lustigerweise entstand ein Großteil der Schulden von Manchester United ja gerade durch das Erwerben der Aktienmehrheit von Glazer. Man hat praktisch Sicherheiten auf den Verein verwendet, um den Verein selbst zu kaufen. Ich werde nie verstehen, wie sowas legal möglich sein kann, dass der zu kaufende Verein (Firma) praktisch sich selbst bezahlt. Die müssen rund 60 Millionen Pfund pro Jahr alleine für die Zinsen auf diese Schulden aufbringen. Damit eine dritte Person die Aktienmehrheit erwerben konnte. Vollkommen krank.
5. Sind Milliardäre Fussballfans ?
claudeka 21.08.2012
Sind Milliardäre solch ausgesprochenen Fussballfans ? Was bewegt Milliardäre dazu in englische Fussballvereine zu "investieren" ? Wahrscheinlich ein Konstrukt über 7 Ecken, um Steuern zu sparen, oder ähnliches.
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