EU-Postengeschacher Spanierin soll Europas Rettungsfonds leiten

Gute Nachrichten für Angela Merkel: Gleich zwei Personalfragen der EU werden voraussichtlich ganz nach ihrer Linie entschieden. Laut "Handelsblatt" soll die Spanierin Belèn Romana Garcia ESM-Chefin werden, Finanzminister Schäuble soll auf den Chefposten der Euro-Gruppe rücken.

Schäuble (CDU) und Euro-Gruppen-Chef Juncker (links): "Idealbesetzung" für die Nachfolge
dapd

Schäuble (CDU) und Euro-Gruppen-Chef Juncker (links): "Idealbesetzung" für die Nachfolge


Brüssel - Die spanische Spitzenbeamtin Belèn Romana Garcia soll Chefin des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) werden. Das berichtet das "Handelsblatt" in einer Vorabmeldung. Angela Merkel unterstütze die Kandidatur der Spanierin, berichtet die Zeitung unter Berufung auf EU-Diplomaten in Brüssel. Der ESM löst im Juli den provisorischen Rettungsfonds EFSF ab und wird derzeit vom Deutschen Klaus Regling geleitet - der wäre seinen Posten dann los.

Dafür rückt ein anderer Deutscher an die Spitze der Euro-Gruppe: Wie das "Handelsblatt weiter berichtet, gilt es als nahezu sicher, dass Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble im Juni Chef der Gruppe der Euro-Finanzminister wird. Auch dafür hatte sich die Deutsche Kanzlerin stark gemacht. Ihr Finanzminister würde dann auf Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker folgen.

Inoffiziell ist Schäuble seit Wochen als Nachfolger im Gespräch, eine Entscheidung aber hat bislang der französische Wahlkampf verhindert. Bei einer SPIEGEL-Veranstaltung Ende April sprach sich Juncker bereits für Schäuble als "Idealbesetzung" für seine Nachfolge aus. So deutlich hatte Juncker den deutschen Finanzminister zuvor noch nie empfohlen.

Frankreich könnte zum Verlierer werden

Einzig Frankreichs neuer Präsident François Hollande könnte der neuen Postenverteilung noch in die Quere kommen. Es gebe jedoch keinerlei Anzeichen dafür, dass Hollande sich wegen dieser Personalie mit der Kanzlerin anlegen wolle, hieß es in Brüssel.

Dabei könnte ausgerechnet Frankreich zum Verlierer der EU-Postenrochade werden: Die Regierung in Paris stoße mit ihrem Kandidaten für die Nachfolge von Thomas Mirow an der Spitze der Osteuropabank auf erheblichen Widerstand, hieß es weiter in Brüssel.

Die Juncker-Nachfolge und Garcias Berufung sind aber nur Teile eines Personalpakets, über das die EU entscheiden muss. Die Beförderung einer Spanierin auf den ESM-Chefsessel hätte außerdem zur Folge, dass Spanien auf seinen Sitz im EZB-Direktorium verzichtet. So würde der Weg frei für Luxemburgs Notenbankgouverneur Yves Mersch.

vks/dpa/dapd

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Europa! 08.05.2012
1. Geht's vielleicht auch sachlich?
Zitat von sysopdapdGute Nachrichten für Angela Merkel: Gleich zwei Personalfragen der EU werden voraussichtlich ganz nach ihrer Linie entschieden. Laut "Handelsblatt" soll die Spanierin Belèn Romana Garcia ESM-Chefin werden, Finanzminister Schäuble soll auf den Chefposten der Euro-Gruppe rücken. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,832131,00.html
In der EU muss man genau wie in jeder Firma Leute finden, die bestimmte Aufgaben erledigen können. Mit "Postengeschacher" hat das nichts zu tun. Das ist die verkommene Sprache schlechter Journalisten. So erzeugt man "Politikverdrossenheit". Ich bitte Sie, so etwas zu unterlassen.
ritotschka 08.05.2012
2. Geht doch
Wieder mal am Personalkarussell gedreht und schon geht alles wie geschmiert. Wer ist diese Spanierin, kennt sie jemand außerhalb der Finanzmärkte? Na ja, ist ja auch nicht so wichtig, in unserer christlichen Welt - regiert Geld die Welt. Menschen sind ja, nicht von mir erfunden, oft lästiges Humakapital. Kann man uns noch schrecklicher bezeichnen?
iron mace 08.05.2012
3. Bürokratieunion
Zitat von sysopdapdGute Nachrichten für Angela Merkel: Gleich zwei Personalfragen der EU werden voraussichtlich ganz nach ihrer Linie entschieden. Laut "Handelsblatt" soll die Spanierin Belèn Romana Garcia ESM-Chefin werden, Finanzminister Schäuble soll auf den Chefposten der Euro-Gruppe rücken. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,832131,00.html
Das ist der wahre Kern der EU, Postengeschiebe und Bürokratie, zu lasten der Bürger. Ein Tattergreis der schon mit dem Job als Finanzminister überfordert ist wird zum Chef der TEURO Gruppe, welche Kröte muss der Steuerzahler dafür schlucken? Transferunion und TEURO Bonds?
iron mace 08.05.2012
4. Die EU ist am Ende
Zitat von Europa!In der EU muss man genau wie in jeder Firma Leute finden, die bestimmte Aufgaben erledigen können. Mit "Postengeschacher" hat das nichts zu tun. Das ist die verkommene Sprache schlechter Journalisten. So erzeugt man "Politikverdrossenheit". Ich bitte Sie, so etwas zu unterlassen.
Das ist die Wahrheit, und noch verdrossener könnten die Menschen in der EU ja nicht werden. Die einen wollen sich nicht zu Tode sparen, die anderen nicht Pleite zahlen, überall schiessen Protestparteien aus dem Boden und bringen die "Großen" in Bedrängnis. In Griechenland kommt es zu Ausschreitungen, woanders wird bisher nur protestiert. In der EU geht nichts zusammen, nur gegeneinander, deshalb wäre es der richtige Schritt diese von den Bürgern ungewollte Union wieder zurück zubauen. Oder wollen die EU Befürworter ein System schaffen wie es die UDSSR war? Eine kleine Elite regiert über den Willen der Bürger hinweg, für das grössere Wohl. nach dem Motto: "Die EU, die EU die hat immer recht."
UnitedEurope 08.05.2012
5. Titellos
Zitat von sysopdapdGute Nachrichten für Angela Merkel: Gleich zwei Personalfragen der EU werden voraussichtlich ganz nach ihrer Linie entschieden. Laut "Handelsblatt" soll die Spanierin Belèn Romana Garcia ESM-Chefin werden, Finanzminister Schäuble soll auf den Chefposten der Euro-Gruppe rücken. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,832131,00.html
Frankreich pocht auf dem Chefposten der Osteruopa Bank? Sie sind schon seit 2 Kandidaten Chef des IWFs, und selbst dieser Posten übersteigt das Gewicht Frankreichs bei weitem. Wie wäre es mit einem Niderländer, Schweden oder Österreicher?
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