Faule Kredite: Spanische Bad Bank soll 60 Milliarden Euro übernehmen
Die spanische Notenbank hat Einzelheiten zur geplanten Abwicklungsbank vorgelegt. Demnach soll die Bad Bank vor allem Immobilienkredite aus dem beinahe zusammengebrochenen Häusermarkt des Landes in Höhe von bis zu 60 Milliarden Euro übernehmen. Ende November soll das Institut an den Start gehen.
Madrid - Spanien will Kredite im Volumen von bis zu 60 Milliarden Euro in seine gigantische Abwicklungsbank stecken. Die "Bad Bank", die vor allem Immobilienkredite aus dem beinahe zusammengebrochenen Häusermarkt des Landes aufnehmen wird, soll Ende November an den Start gehen, wie die spanische Notenbank am Montag mitteilte.
Spätestens Anfang Dezember sollen auch die ersten EU-Mittel zur Rettung der spanischen Banken fließen. Durch die "Bad Bank" soll der Kapitalbedarf der angeschlagenen Institute um fünf bis sechs Milliarden Euro sinken. Als erstes sollen Vermögenswerte vom Staat geretteter Institute im Umfang von 45 Milliarden Euro auf das Abwicklungsinstitut übertragen werden. Ausgelegt ist es auf 90 Milliarden Euro.
Wenn die Banken die Kredite und andere faule Papiere an die Bad Bank loswerden wollen, müssen sie vorab Abschläge zwischen 32,4 und 79,5 Prozent hinnehmen, sagte der stellvertretende Zentralbank-Gouverneur Fernando Restoy auf einer Pressekonferenz. Immobilienkredite übernimmt die Bad Bank im Mittel zu 54 Prozent ihres Nominalvolumens, Kredite für zwangsversteigerte Objekte nur zu 37 Prozent. Restoy sagte, die Bad Bank könne nach konservativen Berechnungen auf eine Eigenkapitalrendite von 14 bis 15 Prozent kommen.
Nach Einschätzung des Ministerpräsidenten Mariano Rajoy muss Spanien zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht unter den Rettungsschirm der Europäischen Union schlüpfen. Ein Antrag auf Anleihenaufkauf durch die Europäische Zentralbank (EZB) "ist in diesem Moment nicht zwingend", zitierte die Zeitung "El País" den Regierungschef.
Rajoy war am Montag mit seinem italienischen Kollegen Mario Monti zu Gesprächen über die Schuldenkrise beider Länder zusammengekommen. Die Begegnung in Madrid war Teil eines Gipfels, an dem Kabinettsminister und Unternehmensvertreter aus Spanien und Italien teilnahmen. Seit ihren jeweiligen Amtsantritten ist es das vierte Mal, dass Rajoy und Monti zusammentreffen. Auch Italien will vorerst das EZB-Programm zum Anleihenaufkauf nicht in Anspruch nehmen.
nck/Reuters/dapd
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Regierungschef: Mariano Rajoy
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