Frankfurt am Main - Die Deutschen haben im vergangenen Jahr so viel Geld angehäuft wie nie zuvor. Das Bruttogeldvermögen stieg 2010 um knapp 220 Milliarden Euro und erreichte gegen Jahresende den neuen Höchststand von 4,88 Billionen Euro, wie Schätzungen von Allianz Global Investors ergaben. Ende 2009 betrug das Geldvermögen der Deutschen demnach 4,67 Billionen Euro.
Im Durchschnitt hatte laut der Schätzung damit jeder Bundesbürger 59.900 Euro zur Verfügung und damit fast 3000 Euro mehr als noch Ende 2009. Die Fondsgesellschaft erklärte den Anstieg mit dem kräftigen Jahresendspurt an der Börse und der hohen Sparquote von 11,3 Prozent in Deutschland.
Nach Schätzung der Volkswirte flossen etwa zwei Drittel des zusätzlichen Geldvermögens als neue Anlagemittel zu. Der Rest stamme aus Bewertungsgewinnen. Zudem habe das verfügbare Einkommen im Jahr 2010 um etwa 2,6 Prozent zugelegt, erklärten die Experten. "Dies resultierte aus einem Abbau der Kurzarbeit, aus der steuerlichen Absetzbarkeit von Krankenversicherungsbeiträgen und nicht zuletzt dem Beschäftigungszuwachs im Zuge der wirtschaftlichen Erholung in Deutschland", hieß es.
Doch trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs bescheinigen die Experten den Deutschen vorsichtiges Verhalten bei der Geldanlage. Sie schichteten ihr Geld auch im vergangenen Jahr auf kurzfristig verfügbare Konten um.
Mit 38 Prozent machten Anlagen bei Banken und Sparkassen den größten Teil des Geldvermögens der privaten Haushalte aus. Dort liegen rund 1,85 Billionen Euro als Sicht-, Termin- und Spareinlagen sowie als Sparbriefe, erklärte die Fondsgesellschaft. Kapitalmarktprodukte wie Aktien, Investmentfonds, Rentenpapiere und nicht börsennotierte Beteiligungen hätten im letzten Jahr zwar wieder zugelegt, dennoch erreiche ihr Anteil derzeit nur knapp 28 Prozent. Im Jahr 2006 hätten die Anteile der Bank- und Kapitalmarktanlagen dagegen noch dicht beieinander gelegen, Anfang des Jahrtausends gleichauf.
In etwa stabil blieb demnach der Anteil der Versicherungen (knapp 29 Prozent) und der Pensionsrückstellungen (knapp 6 Prozent).
mmq/dpa
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