App statt Bargeld Sparkassen-Kunden können ab sofort das Smartphone zum Bezahlen nutzen

Wer Sparkassen-Kunde ist und ein Android-Smartphone besitzt, kann nun auch per Smartphone seine Einkäufe bezahlen. Google bietet den Dienst schon seit Ende Juni an, jetzt ziehen deutsche Finanzhäuser nach.

EC-Karte und Smartphone mit Startbildschirm der App
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EC-Karte und Smartphone mit Startbildschirm der App


Sparkassen-Kunden können an der Ladenkasse jetzt auch per Smartphone bezahlen. Knapp fünf Wochen nach der Einführung des Services vom US-Internetriesen Google haben an diesem Montag mehr als 300 der regionalen Geldhäuser ihr Smartphone-Bezahlsystem gestartet. Bis zum Jahresende sollen alle rund 390 Institute der Gruppe den Dienst anbieten.

Zum Bezahlen hält man dabei das Smartphone im Laden an das Kartenterminal der Kasse. Die Kassentechnik muss dafür kontaktloses Bezahlen per Near Field Communication (NFC) unterstützen - ein großer Teil der Terminals in Deutschland wurde bereits entsprechend umgerüstet. Über NFC lassen sich Daten mit nur wenigen Zentimetern Abstand voneinander übertragen. Kunden, die ein Android-Smartphone ab Version 5.0 mit NFC-Funktion besitzen, könnten an den Terminals ab sofort mobil bezahlen, teilte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) mit. Die Daten der Kunden blieben bei der Sparkasse und würden nicht an Dritte weitergegeben oder verkauft, sagte der Verband.

Wer den mobilen Service der Sparkassen nutzen will, muss das Onlinebanking verwenden und die App "Mobiles Bezahlen" aus dem Google-Play-Store auf sein Smartphone laden. In dieser App können dann sowohl die Sparkassen-Card, als auch die Sparkassen-Kreditkarte hinterlegt werden.

Das iPhone kann aber noch nicht als elektronische Geldbörse genutzt werden. Apple hat die nötige NFC-Schnittstelle in den Geräten bisher nicht freigegeben.

Google startete Bezahldienst Ende Juni

Über einen anstehenden Start von Apple Pay in Deutschland war mehrfach spekuliert worden, er blieb jedoch bislang aus. Apple verlangt 0,15 Prozent je Transaktion.

Google hatte seinen Smartphone-Bezahldienst bereits am 26. Juni nach Deutschland gebracht. Partner sind unter anderem die Kreditkarten-Riesen Mastercard und Visa sowie die Commerzbank. (Hier erfahren Sie mehr über Googles Bezahlsystem.)

Auch andere Geldhäuser in Deutschland wollen den US-Giganten nicht allein das Feld überlassen. Ab Mitte August wollen etwa 85 Prozent der Volks- und Raiffeisenbanken ihren Kunden das mobile Bezahlen per Smartphone ermöglichen. Die restlichen Institute sollen schrittweise bis 2019 folgen.

Bargeld ist beliebtestes Zahlungsmittel

Noch ist das Smartphone als elektronische Geldbörse in Deutschland ein Nischenpodukt. Bei einer Umfrage der Bundesbank gaben im vergangenen Jahr lediglich sieben Prozent der Verbraucher an, schon einmal mit dem Handy bezahlt zu haben. Als häufigsten Grund für die Zurückhaltung nannten die Befragten fehlenden Bedarf. Auf Rang zwei folgten Sicherheitsbedenken.

Beliebtestes Zahlungsmittel der Verbraucher in Deutschland ist der Bundesbank zufolge weiterhin Bargeld, auch wenn die Menschen immer häufiger mit der EC-Karte zahlen. Drei von vier Einkäufen an der Ladenkasse tätigen die Menschen hierzulande nach wie vor mit Schein und Münze.

cop/dpa



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