Sparkurs Commerzbank streicht rund 6000 Stellen

Die Commerzbank plant einen drastischen Stellenabbau: Rund 6000 Arbeitsplätze sollen wegfallen. Im Rahmen seiner neuen Strategie will das zweitgrößte deutsche Finanzinstitut deutlich die Kosten senken.

Filiale und Zentrale der Commerzbank: Blick auf das höchste Gebäude Deutschlands
dapd

Filiale und Zentrale der Commerzbank: Blick auf das höchste Gebäude Deutschlands


Frankfurt am Main/Hamburg - Die im Zuge der Finanzkrise teilverstaatlichte Commerzbank ist angeschlagen: Jetzt will das Geldhaus im Rahmen eines Sparprogramms etwa 6000 Stellen im Konzern streichen. Das berichten übereinstimmend das "Wall Street Journal" ("WSJ") sowie die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires am Donnerstagabend, jeweils unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Laut "WSJ" könnten sogar bis zu 6500 Stellen wegfallen. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern über den Personalabbau sollen im Februar beginnen. Nach eigenen Angaben hatte das zweitgrößte deutsche Finanzinstitut im dritten Quartal 2012 knapp 56.300 Mitarbeiter.

Der Vorstandsvorsitzende der Bank, Martin Blessing, hatte bereits Anfang November bei der Vorstellung der neuen Strategie angekündigt, bis 2016 zwei Milliarden Euro investieren zu wollen und die Kosten zugleich unter der heutigen Marke von knapp 7,3 Milliarden Euro zu halten. Wie viele Stellen dabei wegfallen sollten, sagte Blessing damals nicht. "Klar ist aber, dass es hier durchaus auch zu größeren Einschnitten kommen wird", kündigte er an.

Zuletzt hatte Blessing angekündigt, dass die Commerzbank die milliardenschwere Staatshilfe vorerst nicht zurückzuzahlen will. "Wir werden die stille Einlage des Bundes verzinsen, daher gibt es auch keinen Druck, sie zurückzuzahlen", sagte Blessing Ende Dezember der "Süddeutschen Zeitung".

Privatkundenvorstand Martin Zielke hatte Anfang der Woche im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" den Druck auf die Arbeitnehmer mit der Forderung nach flexibleren Arbeitszeiten erhöht. "Je besser unser Angebot ist, je zufriedener unsere Kunden sind, umso stärker sind wir damit auf der Ertragsseite und umso weniger Personal müssen wir abbauen", sagte er dem Blatt. Bis zum Sommer sollten die Gespräche mit dem Betriebsrat über Stellenabbau und Einsatzzeiten der Filialmitarbeiter abgeschlossen sein, hieß es dort.

bos/AFP/dapd

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insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
gundi 17.01.2013
1. still?
mag sich der stille Teilhaber im Wahljahr dazu äußern oder hält er es wie mit der Beteiligung ... still
Europa! 17.01.2013
2. Unvermeidlich
Zitat von sysopdapdDie Commerzbank plant einen drastischen Stellenabbau: Rund 6000 Arbeitsplätze sollen wegfallen. Im Rahmen seiner neuen Strategie will das zweitgrößte deutsche Finanzinstitut deutlich die Kosten senken. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/sparkurs-commerzbank-streicht-bis-zu-6000-stellen-a-878265.html
Nach der (nicht ganz freiwilligen) Übernahme der Dresdener Bank war ein Personalabbau leider überfällig. Allerdings könnte es auch nicht schaden, wenn man die Öffnungs- und Beratungszeiten der Bank deutlich erweitern würde.
hansjot23 17.01.2013
3. Komisch
Wer wird danach die anfallende Mehrarbeit machen? Werden die verbleibenden 90 % der Belegschaft das tun? Warum taten sie es nicht bisher schon? Ginge es auch mit einer Belegschafts-Reduktion von 20 %?
faistmeister 18.01.2013
4. optional
Auch bei dieser Fusion kann man wieder einen grandiosen Erfolg für die Arbeitnehmer feststellen. Bis auch der letzte Kunde mit flexibleren Öffnungszeiten verwöhnt ist, guckt der Wettbewerb bestimmt ruhig zu. Also darf man gespannt sein, was danach kommt.
Gebr.Engels 18.01.2013
5. Suuper
Commerzbank will Staatshilfe vorerst nicht zurückzahlen - Wirtschaft - Süddeutsche.de (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bankenkrise-commerzbank-will-staatshilfe-verzinsen-1.1556505) Na wie läuft das denn heute ? Erst verzockt, dann Staatsknete nicht zurückzahlen, und jetzt Leute rausschmeissen ? Was wollt ihr denn machen wenn es der Deutschen Wirtschaft wirklich schlecht geht ?
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