Sparkurs Daimler stellt Niederlassungen auf den Prüfstand

Daimler will offenbar bei seinem deutschen Niederlassungsnetz sparen - angeblich fährt der Autohersteller damit Millionenverluste ein. Laut "Automobilwoche" sollen einzelne Niederlassungen zusammengelegt, verkauft oder gleich ganz geschlossen werden.

Daimler-Niederlassung in München: Verkaufen, zusammenlegen oder schließen
REUTERS

Daimler-Niederlassung in München: Verkaufen, zusammenlegen oder schließen


Stuttgart - Der Autohersteller Daimler muss sparen und nimmt jetzt offenbar sein deutsches Niederlassungsnetz ins Visier: Der Zeitung "Automobilwoche" zufolge sollen einzelne Niederlassungen verkauft, zusammengelegt oder kleinere Standorte geschlossen werden. Eine Daimler-Sprecherin sagte der Nachrichtenagentur dpa, die Niederlassungen würden angesichts sich ändernder Marktbedingungen laufend überprüft.

Eigene Standorte seien für Daimler besonders wichtig, um den direkten Kontakt mit Kunden zu haben. Allerdings müssten sie dem Wettbewerb standhalten. Nach Informationen der "Automobilwoche" machte Daimler mit seinem deutschen Niederlassungsnetz im vergangenen Jahr einen Verlust von 45 Millionen Euro - bei fast 10 Milliarden Euro Umsatz.

Der Autohersteller unterhält demnach in Deutschland 35 Niederlassungen mit gut 140 Standorten und 16.000 Mitarbeitern. Der Zeitung zufolge müssten die Niederlassungen aber eigentlich eine Umsatzrendite von drei Prozent liefern, damit die Pkw-Sparte von Daimler Chart zeigen auf das angestrebte Margenziel von zehn Prozent kommen kann.

Dem Bericht zufolge erwägt zudem ein Private-Equity-Fonds, ein Angebot für wesentliche Teile des Netzes vorzulegen. Auch der US-Autohändler Penske wird demnach als Kaufinteressent gehandelt. "Der Vorstand will die Struktur des deutschen Vertriebs verändern", sagte ein Arbeitnehmervertreter der "Automobilwoche". Pläne über einem kompletten Verkauf der Niederlassungen gebe es derzeit aber nicht. Zudem schließt eine Betriebsvereinbarung den Verkauf ganzer Niederlassungen bis Ende 2015 aus.

nck/dpa



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insgesamt 96 Beiträge
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Seite 1
radamriese 27.05.2013
1. tja, demnächst hat NIemand mehr ARbeit hier
keinen DAimler mehr kaufen
Hölderlinkarussell 27.05.2013
2. Verlust von 45 Millionen im verg. Jahr
Äh, was verdient Zetsche und Konsorten im Jahr? Mal drüber nachdenken, gell? http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/daimler-zahlt-dieter-zetsche-8-2-millionen-euro-gehalt-a-885397.html
Stelzi 27.05.2013
3. Tja
45 Millionen Verlust der Niederlassungen bei einem (Konzernumsatz?) von 10 Milliarden - weil die Rendite von 3% nicht erreicht wird. Na da ist es doch völlig verständlich das man die Axt auspackt...
rainz 27.05.2013
4. too big to think
Eine fundierte Analyse unserer Controllingabteilung hat aufgezeigt, dass der mit Abstand größte Kostentreiber in unserem Unternehmen die sogenannten "Kunden" sind. Die Geschäftsleitung hat umgehend Massnahmen eingeleitet, um diese Störenfriede endlich daran zu hindern, mit unserem Unternehmen in Kontakt treten zu können. Die Anteilseigner versprechen sich von diesen Einsparungen eine unmittelbare und signifikante Steigerung der Earnings Per Share.
krick 27.05.2013
5. Ich hoffe nicht, ...
dass dies das Anfang vom Ende ist. Wenn man dort mit dem Sparen ansetzt, wo die Stärken liegen müssen (nämlich beim Kundenkontakt), hat wieder jemand im Management den Menschenverstand ausgeblendet und nur noch in Rendite gedacht. Wenn ich sowas lese, packt mich die kalte Wut. Ein Hoch auf die Margenziele.
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