Sparkurs O2 schließt sechs Standorte in Deutschland

Drastischer Stellenabbau bei O2: Der Mobilfunkkonzern streicht in Deutschland 1100 Arbeitsplätze. Zudem sollen sechs Standorte wegfallen. Das Unternehmen muss sparen - die Übernahme des Internetanbieters Hansenet war teuer.

O2-Zentrale in München: 1100 Stellen sollen wegfallen
DPA

O2-Zentrale in München: 1100 Stellen sollen wegfallen


Frankfurt - Schlechte Nachrichten für die O2-Beschäftigten: Der Mobilfunkkonzern streicht ein Jahr nach der Übernahme des Internetanbieters Hansenet jeden sechsten Arbeitsplatz. Bis Ende März 2011 solle die Zahl der Stellen in Deutschland um 1100 auf 5000 sinken, teilte O2 am Freitag mit. Damit bestätigte das Unternehmen Medienberichte vom Donnerstag.

Die Jobs sollen in beiden Unternehmen möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen wegfallen. Es ist der zweite Personalabbau bei dem Unternehmen in wenigen Monaten. Bereits im August war bekanntgeworden, dass O2 drei Call-Center mit insgesamt rund 600 Mitarbeitern auslagern will.

Der spanische O2-Mutterkonzern Telefonica hatte für Hansenet vor einem Jahr 900 Millionen Euro an Telecom Italia bezahlt. Mit der Übernahme erhielt O2 ein großes DSL-Geschäft mit 2,4 Millionen Kunden. Nach dem Zusammenschluss waren viele Positionen doppelt besetzt, die nun wegfallen sollen. Zudem muss O2 viel Geld in den Netzausbau stecken, das das Unternehmen nun an anderer Stelle einspart. O2 selbst machte keine Angaben zur Höhe der Einsparungen.

Zahlreiche Standorte werden geschlossen

Der Standort Hamburg soll erhalten bleiben. Wie viele der 900 Mitarbeiter in der Hansestadt vom Arbeitsplatzabbau betroffen sein werden, konnte ein Hansenet-Sprecher noch nicht sagen. Zunächst gebe es Sozialplanverhandlungen mit dem Betriebsrat. Der O2-Standort Verl sowie Büros in Dortmund, Frankfurt, Hannover, Leipzig und Stuttgart werden dagegen aufgelöst. Zudem will sich das Unternehmen von drei seiner sieben Callcenter trennen. In Saarbrücken, Duisburg und Teltow soll ein Partner die Kundenbetreuung übernehmen.

Der Zusammenschluss soll bis zum 31. März 2011 vollzogen werden. Firmenname bleibt Telefónica O2 Germany mit Hauptsitz in München. Die Hansenet-Marke Alice soll noch in den nächsten beiden Jahren genutzt werden. Gemessen am Umsatz entsteht den Angaben zufolge der drittgrößte Telekommunikationsanbieter in Deutschland. Zum Kundenstamm gehören 19 Millionen Mobilfunk- und Festnetzkunden.

ulz/Reuters/dpa-AFX



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schattenparker 08.10.2010
1. Heidewitzka...
...Herr Kapitän. Das nennt man dann aber mal einen rapiden Verfall? Von Hansenet zu Telecom Italia und damit Alice, dann eine beispielhafte Expansion, die leider irgendwann wohl ihren Zenit erreicht haben muss, zurück zu Telefonica, dann das Bekenntnis seitens O2, die Marke noch 2-3 Jahre halten zu wollen, keine 6 Monate später dann sowas; jede 5.te Stelle fällt weg. Geht ja doch alles mächtig schnell, der Zukauf von Alice dürfte tatsächlich ein wenig teuer ausgefallen sein. Dabei finde ich das Produkt als solches sehr gut, schade ist nur, dass hier wieder ein großer Arbeitgeber "plattgemacht" wird. Und da schätze ich ja mal, dass die meisten Stellen wohl auf Seiten von ehemals Alice gestrichen werden... Die Firmenzentrale in München will man wohl eher halten als z.B. die (ehemalige) Alice-Zentrale in Hamburg. Schade drum.
creativefinancial 08.10.2010
2. Telefonica = Problem
Zitat von schattenparker...Herr Kapitän. Das nennt man dann aber mal einen rapiden Verfall? Von Hansenet zu Telecom Italia und damit Alice, dann eine beispielhafte Expansion, die leider irgendwann wohl ihren Zenit erreicht haben muss, zurück zu Telefonica, dann das Bekenntnis seitens O2, die Marke noch 2-3 Jahre halten zu wollen, keine 6 Monate später dann sowas; jede 5.te Stelle fällt weg. Geht ja doch alles mächtig schnell, der Zukauf von Alice dürfte tatsächlich ein wenig teuer ausgefallen sein. Dabei finde ich das Produkt als solches sehr gut, schade ist nur, dass hier wieder ein großer Arbeitgeber "plattgemacht" wird. Und da schätze ich ja mal, dass die meisten Stellen wohl auf Seiten von ehemals Alice gestrichen werden... Die Firmenzentrale in München will man wohl eher halten als z.B. die (ehemalige) Alice-Zentrale in Hamburg. Schade drum.
Saludos aus Caracas. Hier haben wir jeden Tag Probleme mit TELEFONICA. Wenn das so weitergeht, wird ihnen Hugo Chavez das venezol. Geschäft wohl wegnehmen. Ich würde es begrüssen, weil TELEFONICA hat es nicht anders verdient.
angela_merkel 08.10.2010
3. wozu brauchen wir eine spanische (!) Telefonfirma in Deutschland ?
wir haben doch die Deutsche Bundespost. Die sollten wir wieder verstaatlichen, dann bräuchten wir auch nicht mehr 17 Telefonanbieter, die einen Scheinwettbewerb führen und die Kunden bescheißen.
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