Sparpaket, Euro-Krise, Inflationsangst: Konsumforscher fürchten Käuferstreik
Noch ist das Konsumklima in Deutschland stabil, aber das könnte sich bald ändern: Den Marktforschern der GfK zufolge verunsichert das Sparpaket der Regierung die Verbraucher. Auch Euro-Krise und Inflationsangst drücken auf die Stimmung.
Nürnberg - Zunächst die gute Nachricht: Das deutsche Konsumklima bleibt vorerst stabil. Das Marktforschungsunternehmen GfK prognostiziert für Juli einen Wert von 3,5 Punkten - das entspricht dem Stand vom Juni.
Und nun die schlechte: Die Verbraucher sind massiv verunsichert. "Die Diskussionen um das Sparpaket, die Euro-Krise und die Angst vor der Inflation verhindern eine Verbesserung des Konsumklimas", sagte GfK-Vorstandsvorsitzender Klaus Wübbenhorst. Die Regierung will bis 2014 rund 80 Milliarden Euro sparen und dabei auch Einschnitte im Sozialbereich vornehmen. "Der Bürger fürchtet, dass real weniger Geld zur Verfügung steht", sagte Wübbenhorst.
Dabei sind die harten Wirtschaftsdaten gar nicht so schlecht: "Die Konjunktur erholt sich, die Arbeitslosigkeit ist deutlich niedriger als befürchtet und Inflation gibt es auch nicht", sagte Wübbenhorst.
Trotzdem seien die Verbraucher verunsichert. Vor allem bei der Inflation seien die Deutschen "besonders sensibel", sagte Wübbenhorst. So habe die jährliche Untersuchung Challenges of Europe ergeben, dass kürzlich noch 13 Prozent der Bevölkerung Angst vor Inflation gehabt hätten - mittlerweile liege dieser Wert bei 24 Prozent. Dies dämpfe die Kauflust der Verbraucher. "Das Inflationsgespenst wird das Konsumklima anhaltend negativ beeinflussen, wenn es nicht gezähmt wird", sagte der Marktforscher.
Die GfK befragt für ihre Untersuchung regelmäßig rund 2000 Verbraucher. Der GfK-Index gilt als wichtige Messzahl für den Konsum in Deutschland.
Etwas Optimismus konnte das Institut immerhin verbreiten: Die Bereitschaft zum Kauf von Fernsehern sei so hoch wie seit September 2009 nicht mehr. Grund ist offenbar die Fußball-WM. "Das größte Sportereignis der Welt könnte zumindest in einigen Branchen eine kleine Sonderkonjunktur verursachen", erklärte GfK-Experte Rolf Bürkl.
wal/dpa-AFX/Reuters/apn
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