Hannover - Die niedersächsische Landesregierung will sich womöglich von Anteilen am Autobauer VW trennen. Diese Absicht hat das Kabinett am Montag bei seiner Haushaltsklausur in Hannover erklärt - die Sperrminorität von 20 Prozent soll aber erhalten bleiben.
Schon zuvor hatten Medien mit Verweis auf CDU-Politiker berichtet, es gebe die Tendenz zu einem Anteilsverkauf. Das Bundesland muss insgesamt 1,3 Milliarden Euro einsparen. Ministerpräsident David McAllister (CDU) will am Nachmittag seine Kürzungspläne für das kommende Jahr offiziell vorstellen.
Das Land hält derzeit einen Anteil von 20,01 Prozent an dem Unternehmen. Die Mehrheitsverhältnisse im Konzern dürften sich in den kommenden Monaten allerdings durch die Integration des bisherigen VW-Mitanteilseigners Porsche verändern. Wenn alles glatt läuft und die Integration wie geplant über die Bühne geht, erwarten Aktienexperten eine Höherbewertung der Landesanteile. Die Regierung könnte dann VW-Aktien versilbern, ohne ihre Sperrminorität zu verlieren.
Nach Angaben von Finanzinsidern kann wegen der anstehenden Veränderungen in der Anteilseignerstruktur des Konzerns noch nicht genau gesagt werden, wie viel Prozent Spielraum die Landesregierung in einigen Monaten genau haben wird. Es soll sich um höchstens zwei Prozent handeln, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa.
Fest steht: Unter 20 Prozent soll der Anteil des Landes nicht sinken, die Sperrminderheit soll auf jeden Fall erhalten bleiben. Bei VW beträgt sie 20 Prozent des Grundkapitals, nicht 25 Prozent wie bei anderen Konzernen.
ssu/plö/dpa
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