Sparprogramm Praktiker will Märkte schließen und Stellen streichen

Die Baumarktkette Praktiker steht vor einem harten Sparprogramm: Der Vorstand prüft die Schließung mehrerer Filialen, bis zu 1400 Mitarbeitern droht der Verlust des Arbeitsplatzes. Mit den Maßnahmen reagiert der neue Chef auf die andauernde Schwäche des Unternehmens.

Praktiker-Baumarkt: 300 Millionen Euro sollen eingespart werden
DPA

Praktiker-Baumarkt: 300 Millionen Euro sollen eingespart werden


Kirkel - Praktiker will mit einem rigiden Sparprogramm aus der Krise kommen: Die Baumarktkette plant, mehrere Filialen zu schließen, den Vorstand zu verkleinern und die Konzernzentrale nach Hamburg zu verlegen. Insgesamt sollen 300 Millionen Euro eingespart werden. Das beschloss der Aufsichtsrat des Unternehmens am Donnerstag. Vorstandschef Thomas Fox sagte, so könne Praktiker in zwei Jahren wieder eine solide Ertragslage erreichen.

Die Baumarktkette macht seit geraumer Zeit Verluste. Schuld sind eine verfehlte Marketingstrategie und ein schwaches Auslandsgeschäft. Das Unternehmen hatte lange Zeit auf aggressive Preissenkungen gesetzt und dabei die Wünsche der Kunden aus den Augen verloren. In der Folge musste der langjährige Vorstandschef Wolfgang Werner seinen Platz räumen. Seit Anfang Oktober ist Sanierungsexperte Fox am Ruder. Er gilt als Mann für schwere Fälle und hatte unter anderem während des Insolvenzverfahrens die Geschäfte der Warenhauskette Karstadt geführt.

Praktiker betreibt rund 440 Filialen in zehn Ländern, darunter 236 Praktiker- und rund 80 Max-Bahr-Märkte in Deutschland. Das Sparprogramm sieht nun auch die Schließung von Märkten vor, die "dauerhaft und ohne Aussicht auf Besserung Verluste erwirtschaften". Im kommenden Jahr sollen rund 15 Prozent der deutschen Märkte überprüft werden. Bis zu 1400 Mitarbeiter könnten betroffen sein, sagte Fox.

Die bisher im saarländischen Kirkel beheimatete Konzernzentrale soll nach Hamburg umziehen und dort mit jener von Max Bahr zusammengelegt werden. Ein Zeitpunkt für den Umzug wurde zunächst nicht genannt. Bereits am Donnerstag wurde der Vorstand verkleinert. Zwei Manager schieden aus, ihre Bereiche übernimmt der Firmenchef nun selbst.

cte/Reuters/dpa

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insgesamt 11 Beiträge
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kellitom 25.11.2011
1. Kreativität statt Entlassungen
Die Manager von Praktiker sollte sich Innovationen einfallen lassen, um die Märkte attraktiver zu machen, anstatt Filialen zu schließen und 1400 Leute zu entlassen!
soundscape 25.11.2011
2. Das hat einen Grund...
Ich wohne 500 Meter von einem Praktiker-Markt entfernt, und fahre trotzdem lieber 12 Kilometer zum nächsten Hornbach. Aber die haben dort auch alles was man braucht und wirken im Gegensatz zu Praktiker wie ein Baumarkt und nicht wie eine abgewrackte Filiale von Rudi's Reste Rampe mit entsprechendem Sortiment. Dazu kommt, dass die Mitarbeiter bei Praktiker in der überwiegenden Mehrheit eine Servicevorstellung haben, die einfach nur unterirdisch ist: entweder sie laufen sicheren Schrittes davon, wenn man in ihre Richtung guckt oder läuft (wenn es an mir liegt, dann sind die Leute bei Hornbach härter im Nehmen), oder sie telefonieren (und laufen dabei dann davon), oder sie haben weder Ahnung von den Produkten noch wo man sie finden kann.
altmannn 25.11.2011
3. Die haben
Zitat von sysopDie Baumarktkette Praktiker steht vor einem harten Sparprogramm: Der Vorstand prüft die Schließung mehrerer Filialen, bis zu 1400 Mitarbeitern droht der Verlust des Arbeitsplatzes. Mit den Maßnahmen reagiert der neue Chef auf die andauernde Schwäche des Unternehmens. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,799889,00.html
das mit dem Aufschwung noch nicht richtig verstanden. Frau Kanzlerin, übernehmen Sie!
mwroer 25.11.2011
4. und das ...
Zitat von soundscapeIch wohne 500 Meter von einem Praktiker-Markt entfernt, und fahre trotzdem lieber 12 Kilometer zum nächsten Hornbach. Aber die haben dort auch alles was man braucht und wirken im Gegensatz zu Praktiker wie ein Baumarkt und nicht wie eine abgewrackte Filiale von Rudi's Reste Rampe mit entsprechendem Sortiment. Dazu kommt, dass die Mitarbeiter bei Praktiker in der überwiegenden Mehrheit eine Servicevorstellung haben, die einfach nur unterirdisch ist: entweder sie laufen sicheren Schrittes davon, wenn man in ihre Richtung guckt oder läuft (wenn es an mir liegt, dann sind die Leute bei Hornbach härter im Nehmen), oder sie telefonieren (und laufen dabei dann davon), oder sie haben weder Ahnung von den Produkten noch wo man sie finden kann.
möchte ich hiermit einfach vollinhaltlich unterschreiben.
navy, 25.11.2011
5. praktiker
Zitat von soundscapeIch wohne 500 Meter von einem Praktiker-Markt entfernt, und fahre trotzdem lieber 12 Kilometer zum nächsten Hornbach. Aber die haben dort auch alles was man braucht und wirken im Gegensatz zu Praktiker wie ein Baumarkt und nicht wie eine abgewrackte Filiale von Rudi's Reste Rampe mit entsprechendem Sortiment. Dazu kommt, dass die Mitarbeiter bei Praktiker in der überwiegenden Mehrheit eine Servicevorstellung haben, die einfach nur unterirdisch ist: entweder sie laufen sicheren Schrittes davon, wenn man in ihre Richtung guckt oder läuft (wenn es an mir liegt, dann sind die Leute bei Hornbach härter im Nehmen), oder sie telefonieren (und laufen dabei dann davon), oder sie haben weder Ahnung von den Produkten noch wo man sie finden kann.
Natürlich ist Hornbach viel bessser. Obi und Praktiker, wenn man die chinesen SChraubzieher kauft, ist das Metall so weich, das man in kurzer Zeit, Neues kaufen muss. Und in Albanien machen die nach knappen 3 Jahren total dicht. Da ist ihre Zweigstelle in Mitten der Super Mafia Region Kasar, wohl eher nur als Plünderungs Projekte der Albanischen Mitarbeiter und Partner angesehen worden.
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