SPD-Politiker Steinbrück heuert bei ThyssenKrupp an

Gerade mal vier Wochen nach dem Regierungswechsel hat Ex-Finanzminister Peer Steinbrück einen neuen Job in Aussicht: Der Bundestagsabgeordnete soll Ende Januar in den Aufsichtsrat von ThyssenKrupp einziehen.

Peer Steinbrück (Archivbild): Künftig im Aufsichtsrat von ThyssenKrupp
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Peer Steinbrück (Archivbild): Künftig im Aufsichtsrat von ThyssenKrupp


Düsseldorf - Peer Steinbrück bekommt einen lukrativen Posten in der Wirtschaft: Der frühere Bundesfinanzminister wird Aufsichtsratsmitglied bei Deutschlands größtem Stahlproduzenten ThyssenKrupp Chart zeigen. Der Hauptaktionär des Unternehmens, die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung, kündigte am Freitag an, sie werde von ihrem satzungsgemäßen Recht Gebrauch machen und den SPD-Politiker ab dem 21. Januar in das Kontrollgremium entsenden.

Steinbrück war in Nordrhein-Westfalen, wo ThyssenKrupp beheimatet ist, von 2002 bis 2005 Ministerpräsident. Der Politiker, der seit 40 Jahren Mitglied der SPD ist, führte das Finanzressort der schwarz-roten Bundesregierung in den Jahren 2005 bis 2009. Nach der Wahl hatte er auf alle Ämter in der neugewählten SPD-Fraktion verzichtet und seinen Abschied aus der "ersten und zweiten Reihe" der Politik erklärt. Sein Bundestagsmandat behielt er jedoch.

Der Aufsichtsrat von ThyssenKrupp besteht aus 20 Mitgliedern. Die weiteren sieben Vertreter der Anteilseigner will der amtierende Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 26. November benennen, über die dann die Aktionäre im Januar abstimmen müssen.

ore/AP/ddp



Forum - Politik und Wirtschaft - wieviel Nähe verträgt die Demokratie?
insgesamt 1648 Beiträge
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ZumPostwinkel 24.08.2009
1. Ist doch eine Mischpoke.
Zitat von sysopDie Kanzlerin ließ den Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann seinen Geburtstag in ihrer Regierungszentrale feiern - die Kosten für das abendliche Tête-à-tête trägt der Steuerzahler, berichtet das ARD-Magazin "Report Mainz". Jetzt hagelt es Kritik. Wieviel Nähe von Politik und Wirtschaft verträgt die Demokratie?
Warum darf denn die ergebene und untergebene Befehlsempfängerin nicht ihren heimlichen Chef einladen?
Henry II 24.08.2009
2. Wie im Lotto
Ohne das hier vorgefallene bewerten zu wollen: Am Schluss wird es dann wohl so sein, dass irgendein (vermeintlicher) Skandal oder "Fehltritt" eines Politikers die Bundestagswahlen 2009 entscheidet! Ist eigentlich wie beim Lotto, der Zufall ob und was bis zum magischen Datum bekannt wird, entscheidet wer die BRD die nächsten 4 Jahre regiert
purzel76 24.08.2009
3. Trauruig, traurig, traurig ...
Weder in Wirtschaft noch Politik gibts irgendein Feingefühl was man den armen Menschen in Deutschland mit solchen Nachrichten für eine Message schickt: "Wir lassen es krachen und Du zahlst mal wieder bzw. euch streichen wir das Geld dann". Peanuts + Partys "Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um meinen Schlaf gebracht..."
Adran, 24.08.2009
4.
Das dürfte ja wohl der größere Aufreger sein.. Kahlschlag kommt nach der Wahl Die deutsche Industrie will Stellen im großem Umfang streichen - sobald die Bundestagswahl vorüber ist. Dann läuft das Stillhalteabkommen mit Berlin aus. (http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Jobabbau-Kahlschlag-kommt-nach-der-Wahl/557336.html) Da beeinflusst die Industrie die Wahl!
ccmehil 24.08.2009
5. Und das ist gut so!
Es wird wahrlich Zeit, dass einmal die Beziehungen zwischen Banken und Regierung auf ordentliche Füße gestellt werden. Immer diese heimlichen Treffen. So eine gemütliche Feier lockert doch die Atmosphäre schön auf.
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