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Medienkonzerne: Springer und ProSieben verhandeln offenbar über Fusion

Axel-Springer-Logo in Berlin: "Die Gespräche sind noch in einem sehr frühen Stadium" Zur Großansicht
REUTERS

Axel-Springer-Logo in Berlin: "Die Gespräche sind noch in einem sehr frühen Stadium"

In Deutschland könnte ein neuer Medienriese entstehen. Laut übereinstimmenden Berichten sprechen der Verlag Axel Springer und der TV-Konzern ProSiebenSat.1 über einen Zusammenschluss. Die Aktienkurse der Unternehmen legen kräftig zu.

Der deutsche Medienmarkt gerät offenbar weiter in Bewegung. Der Axel-Springer-Konzern und das Fernsehunternehmen ProSiebenSat.1 prüfen laut Insiderinformationen einen Zusammenschluss. Dies berichten die Nachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters.

"Es gibt solche Absichten", sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Sprecher der beiden Unternehmen wollten bislang keinen Kommentar dazu abgeben. "Die Gespräche sind aber noch in einem sehr frühen Stadium."

Ein zweiter Insider sagte, ein möglicher Deal sei eher eine Frage von Monaten als von Wochen. Friede Springer, die Großaktionärin des Verlags, sei über die Gespräche unterrichtet. ProSiebenSat.1 hat keine dominierenden Aktionäre mehr, seit die Finanzinvestoren KKR und Permira ihre Anteile komplett an die Börse brachten.

Sollten sich beide Parteien einig werden, könnten sie mit ihrem Plan allerdings noch kartellrechtliche Schwierigkeiten bekommen. Zusammen kämen beide Unternehmen auf einen Marktwert von rund 14,4 Milliarden Euro: ProSiebenSat.1 liegt aktuell bei etwa 9,7 Milliarden Euro und wäre Insidern zufolge der Seniorpartner in der Fusion, schreibt das "Wall Street Journal". Die Springer-Gruppe ist an der Börse derzeit 4,7 Milliarden Euro wert.

Schon 2005 hatten beide Konzerne über einen Zusammenschluss verhandelt - damals wollte Springer das Fernsehunternehmen ProSieben kaufen und bot vier Milliarden Euro. Doch die Fusion scheiterte am Veto des Kartellamts und der Medienaufsicht, der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK). Zu groß wären nach ihrer Ansicht die Markt- und die Meinungsmacht eines Konzerns gewesen, der unter anderem Deutschlands größte Boulevardzeitung "Bild" und einige der größten Privatsender des Landes vereint hätte.

Im vergangenen Jahr gewann Axel Springer allerdings einen jahrelangen Rechtsstreit gegen die KEK. Das Bundesverwaltungsgericht entschied, eine Übernahme des TV-Konzerns wäre medienrechtlich unbedenklich gewesen.

Axel Springer erwirtschaftete 2014 einen Umsatz von gut drei Milliarden Euro. ProSiebenSat.1 kam auf 2,9 Milliarden Euro.

Springer hatte zwar einen Großteil seiner Zeitungen an den Regionalzeitungskonzern Funke ("WAZ") abgegeben, ist aber nach wie vor einer der größten Verleger des Landes. Sowohl Springer als auch ProSiebenSat.1 haben in den vergangenen Jahren ihr Digitalgeschäft massiv ausgebaut und zählen zu den größten Internetportalbetreibern Deutschlands. ProSiebenSat.1 teilt sich den deutschen Privatfernsehmarkt fast allein mit der RTL Group aus dem Hause Bertelsmann.

Bei Aktionären sorgten die Fusionsgerüchte für gute Stimmung. Im nachbörslichen Handel bei Lang & Schwarz schossen Springer-Aktien im Vergleich zum Schlusskurs im Xetra-Hauptgeschäft um acht Prozent nach oben. Die ProSiebenSat.1-Papiere legten um vier Prozent zu.

mja/syd/dpa-AFX/Reuters

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1.
Entropie 06.07.2015
Wetten, dass Stefan Raab am Tag vor der Ankündigung seines Rückzuges davon erfuhr? Am Tag der Fusion sind die Sender von Pro7Sat1 auf meinem TV gelöscht.
2.
schwarzes_lamm 06.07.2015
Die Luft wird im Medienbereich offenbar immer dünner; die Goldgräberstimmung der Neunziger Jahre scheint nun endgültig vorbei zu sein.
3.
orangutanklaus77 06.07.2015
Na dann gehören 90% der deutschen Medien demnächst wohl nur noch 4 statt 5 reichen Familien. Hoch lebe die Pressevielfalt ! Gibt es dann auf Pro7 bald "Schlag den Griechen" ? Oder "Deutschland sucht den faulsten Ausländer" ?
4. Das hat das Kartellamt doch schon mal verhindert
Thorsten_M 06.07.2015
Der Versuch wurde doch schon mal gestartet, Anfang 2006. Da hatte das Kartellamt einen Riegel vorgeschoben. Warum soll es dieses Mal anders sein? Beide Unternehmen haben doch noch zugelegt.
5. Ha
kraijjj 06.07.2015
Die Bösartigkeit und Demagogie von BILD/Springer gepaart mit dem dumm-Dumpfprogramm von Pro7. Da könnt etwas vergleichbar mit FOX (News) entstehen.
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