Hamburg - Die Staatsanwaltschaft Essen ermittelt gegen ThyssenKrupp-Vorstand Jürgen Claassen. Hintergrund sind Luxusreisen für Journalisten. "Wir ermitteln seit einer Woche", sagte Oberstaatsanwalt Wilhelm Kassenböhmer der Online-Ausgabe der "Financial Times Deutschland" (FTD).
Die Strafverfolger hätten die Ermittlungen aufgenommen, nachdem die Presse über Luxusreisen mit Journalisten berichtet hatte. Das Landeskriminalamt sehe einen Anfangsverdacht. Sollte sich der Verdacht erhärten, könnte sich Claassen der Untreue schuldig gemacht haben. Claassen soll mehrfach Journalisten zu Luxusreisen eingeladen haben, deren geschätzter Wert zum Teil bei 15.000 Euro lag.
Der ThyssenKrupp-Aufsichtsrat hatte eine Prüfung in Auftrag gegeben, die Aufschluss darüber geben soll, ob Claassen tatsächlich gegen die Regeln für eine ordnungsgemäße Geschäftsführung (Compliance) verstoßen hat. Das Pikante an dem Fall: Der 54-jährige Vertraute von Aufsichtsratschef Gerhard Cromme ist im Unternehmensvorstand selbst für die Einhaltung der Compliance-Regeln zuständig. Ein Zwischenbericht wird zur Aufsichtsratssitzung in der übernächsten Woche erwartet.
Der Konzern teilte auf Anfrage mit, bereits eine interne Untersuchung zu den Vorwürfen eingeleitet zu haben. "Wir sind heute darüber informiert worden, dass die Staatsanwaltschaft Essen ebenfalls diese Vorwürfe prüft", sagte ein Sprecher.
cte
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