Frankfurt am Main - Die Herabstufung Spaniens durch die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) verunsichert die Anleger. Der Deutsche Leitindex Dax
verlor zum Börsenstart 1,3 Prozent. Später reduzierte er seine Verluste und lag zum Mittag nur noch 0,1 Prozent im Minus. Zu den größten Verlierern zählten die Banken. Die Aktie der Deutschen Bank
lag zeitweise 2,4 Prozent im Minus, die Commerzbank
verlor 1,7 Prozent. Der EuroStoxx 50
büßte im frühen Handel zunächst 1,7 Prozent ein, erholte sich zum Mittag aber ebenfalls und notierte 0,3 Prozent im Minus.
S&P hatte Spaniens Kreditwürdigkeit am Donnerstag um zwei Stufen gesenkt. Es gebe erhebliche Risiken für das Wirtschaftswachstum und den Haushalt des hochverschuldeten Landes. Die Bonitätswächter setzten zudem den Ausblick auf negativ, das heißt: Es drohen weitere Herabstufungen.
"Die Entscheidung kam zwar nicht überraschend", sagte ein Börsianer. "Sie dürfte die Investoren jedoch wieder mit einer gewissen Sorge bezüglich der Finanzstabilität der Euro-Peripherie erfüllen." Analyst Philippe Gijels von BNP Paribas Fortis sagte, es dürfte wohl weitere Herabstufungen anderer Rating-Agenturen geben. Die Märkte sollten sich auf weitere Negativ-Nachrichten einstellen. "Die Konsolidierungsphase an den Märkten wird noch ein Stück anhalten."
Euro fällt unter 1,32 Dollar
Mit Spannung wird an den Märkten auf eine am Vormittag anstehende Auktion italienischer Anleihen geschaut. Italien will bei einer Auktion fünf- und zehnjähriger Anleihen bis zu 6,25 Milliarden Euro einsammeln. Entscheidend ist die Frage, wie viele Zinsen das Land dafür zahlen muss.
Die Risikozuschläge für spanische Staatsanleihen haben am Freitag zugelegt. Die Rendite für zehnjährige Anleihen stieg um 0,14 Prozentpunkte auf 5,931 Prozent.
Der Euro
fiel nach der Entscheidung von S&P unter die Marke von 1,32 Dollar. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zeitweise mit 1,3156 Dollar gehandelt. Ein Dollar war 0,7587 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3215 Dollar festgesetzt.
cte/Reuters/dpa
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