Nach umstrittener Festnahme Afroamerikaner erzielen Einigung mit Philadelphia und Starbucks

Rashon Nelson und Donte Robinson wurden in Handschellen aus einer Starbucksfiliale geführt. Nun bekommen sie von der Stadt Philadelphia eine 1-Dollar-Entschädigung. Von der Kaffeekette gibt es offenbar mehr.

Rashon Nelson (l.) und Donte Robinson
DPA

Rashon Nelson (l.) und Donte Robinson


Die US-Stadt Philadelphia hat sich mit den beiden Afroamerikanern Rashon Nelson und Donte Robinson auf eine symbolische Entschädigung geeinigt, nachdem diese aus einer Starbucksfiliale geworfen worden waren. Der Fall hatte international Schlagzeilen gemacht und Proteste ausgelöst.

Die beiden 23 Jahre alten Männer hatten Mitte April in dem Café auf einen Bekannten gewartet, ohne zunächst etwas zu bestellen. Als einer der beiden die Toilette benutzen wollte und ihm dies nicht erlaubt wurde, kam es zur Auseinandersetzung. Ein Starbucksmitarbeiter rief die Polizei, die beiden Männer wurden festgenommen und in Handschellen abgeführt. Sie verbrachten mehrere Stunden in Haft und kamen schließlich frei, ohne dass Anklage erhoben wurde.

Im Video: Festnahme von Afro-Amerikanern: Starbucks-Chef entschuldigt sich

Melissa Depino

Beide erhalten nun von der Stadt eine Entschädigung von jeweils einem Dollar. Außerdem erklärte sich die Kommune im Rahmen der Einigung bereit, 200.000 Dollar (etwa 166.000 Euro) an eine Initiative zu spenden, die junge Unternehmer aus Philadelphia unterstützt. Dafür sähen die beiden Männer von einer Klage gegen die Stadt ab.

Die Kaffeekette erklärte am Mittwoch, es gebe einen finanziellen Vergleich mit den Männern. Über die Einzelheiten wurde Stillschweigen vereinbart. Medienberichten zufolge sollen Nelson und Robinson unter anderen das Angebot bekommen haben, ihre Universitätsausbildung kostenfrei fortzusetzen.

Starbucks hatte bereits zuvor angekündigt, am 29. Mai alle seine US-Filialen zu schließen, um den Mitarbeitern die Teilnahme an einer Antirassismus-Fortbildung zu ermöglichen.

aar/dpa/AFP

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insgesamt 19 Beiträge
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dasfred 03.05.2018
1. Positiver Rassismus?
Also ich versetze mich mal in den Starbucks Mitarbeiter. Zwei Männer betreten meinen Laden. Sie möchten nichts verzehren, einer von beiden will nur die Toilette benutzen. Ich entscheide im Sinne meines Arbeitgebers, dass ich das Hausrecht ausübe und die Männer des Ladens verweise. Die Männer weigern sich und ich bitte die Polizei, mich bei der Durchsetzung des Hausrechtes zu unterstützen. Die Männer reagieren auf die Polizei in einer Art und Weise, dass diese sich genötigt fühlt, die Männer wegen Widerstand in Handschellen abzuführen. So weit der Sachverhalt. Nun haben die Männer aber eine dunkle Hautfarbe und plötzlich wird der Sachverhalt zu einem Rassismus Problem erklärt. Plötzlich werden die Männer für ewas entschädigt, bei dem es sonst überhaupt keine Diskussion gegeben hätte. Ich glaube, es gibt nicht viele Cafés, in die man sich setzen kann und lediglich die Toilette nutzt, ohne sich den Unmut des Personals zuzuziehen. Wenn Starbucks nun Ausnahmen für schwarze Bürger einführt, ist das auch eine, wenn auch positive, Diskriminierung.
Ökofred 03.05.2018
2. aha
Zitat von dasfredAlso ich versetze mich mal in den Starbucks Mitarbeiter. Zwei Männer betreten meinen Laden. Sie möchten nichts verzehren, einer von beiden will nur die Toilette benutzen. Ich entscheide im Sinne meines Arbeitgebers, dass ich das Hausrecht ausübe und die Männer des Ladens verweise. Die Männer weigern sich und ich bitte die Polizei, mich bei der Durchsetzung des Hausrechtes zu unterstützen. Die Männer reagieren auf die Polizei in einer Art und Weise, dass diese sich genötigt fühlt, die Männer wegen Widerstand in Handschellen abzuführen. So weit der Sachverhalt. Nun haben die Männer aber eine dunkle Hautfarbe und plötzlich wird der Sachverhalt zu einem Rassismus Problem erklärt. Plötzlich werden die Männer für ewas entschädigt, bei dem es sonst überhaupt keine Diskussion gegeben hätte. Ich glaube, es gibt nicht viele Cafés, in die man sich setzen kann und lediglich die Toilette nutzt, ohne sich den Unmut des Personals zuzuziehen. Wenn Starbucks nun Ausnahmen für schwarze Bürger einführt, ist das auch eine, wenn auch positive, Diskriminierung.
Wenn die Männer weiss gewesen wären hätte überhaupt niemand auch nur nachgefragt. DAS ist er der Rassismus.
brehn 03.05.2018
3. naja
An die ersten beiden Poster (gerade an den zweiten, welcher dies selbst anführt) kann man nur schreiben, das es eben gerade darum geht, ob die beiden nur so behandelt wurden weil sie eben so aussehen wie sie aussehen. Es ist stark zu bezweifeln (bzw. aufgrund von Erfahrung auszuschließen), dass mit einem Durchschnittsweißen (ja die üblichen, welche im Cafe abgammeln und Romane am Laptop schreiben usw.) ebenso verfahren worden wäre. Und genau darum geht es eben. Wenn man jetzt auf Hausrecht und legale Verfahrensweise verweist, müsste man eben mit jedem so verfahren und eben nicht nur mit Schwarzen. Aber wahrscheinlich könnte ich das auch eher einer Scheibe Brot erklären, die versteht es besser als die üblichen besorgten Bürger etc...
dr. kaos 03.05.2018
4. Lesen hilft manchmal.
Die beiden Männer erklärten, auf jemand zu warten. Ob sie dann zu dritt etwas konsumiert hätten wissen nur die zwei. Möglicherweise wurde das erst in der Auseinandersetzung mit den Angestellten kommuniziert. Als Angestellter dort hätte ich das erstmal geklärt bevor ich einen Rausschmiss anleiere.
zac.m 03.05.2018
5. Schon die Darstellung
Zitat von dasfredAlso ich versetze mich mal in den Starbucks Mitarbeiter. Zwei Männer betreten meinen Laden. Sie möchten nichts verzehren, einer von beiden will nur die Toilette benutzen. Ich entscheide im Sinne meines Arbeitgebers, dass ich das Hausrecht ausübe und die Männer des Ladens verweise. Die Männer weigern sich und ich bitte die Polizei, mich bei der Durchsetzung des Hausrechtes zu unterstützen. Die Männer reagieren auf die Polizei in einer Art und Weise, dass diese sich genötigt fühlt, die Männer wegen Widerstand in Handschellen abzuführen. So weit der Sachverhalt. Nun haben die Männer aber eine dunkle Hautfarbe und plötzlich wird der Sachverhalt zu einem Rassismus Problem erklärt. Plötzlich werden die Männer für ewas entschädigt, bei dem es sonst überhaupt keine Diskussion gegeben hätte. Ich glaube, es gibt nicht viele Cafés, in die man sich setzen kann und lediglich die Toilette nutzt, ohne sich den Unmut des Personals zuzuziehen. Wenn Starbucks nun Ausnahmen für schwarze Bürger einführt, ist das auch eine, wenn auch positive, Diskriminierung.
des Sachverhaltes ist fehlerhaft. Dann kann Ihre Conclusio ebenfalls nur falsch sein. 1.) Die Entscheidung im Sinne des Arbeitsgebers ist bereits falsch, da Starbucks keinen Mindestverzehr oder eine Bestellungspflicht hat. Der Angestellte kann daher nicht im Sinne des Arbeitgebers handeln. 2.) Auch Weiße bestellen regelmäßig keine Waren bei Starbucks, wenn sie auf weitere Gäste warten. Es ist bisher kein Fall bekannt geworden, in dem ein Weißer aufgefordert wurde, entweder etwas zu bestellen oder das Lokal zu verlassen. Ergo ist es offensichtlich, dass es um die Hautfarbe der Gäste ging. 3.) Die Gäste haben sich gegenüber der Polizei in keinster Weise so verhalten, dass sich die Polizei genötigt fühlte, die Männer wegen Widerstand in Handschellen abzuführen. Die Bitte das Lokal wegen fehlendem Warenverzehr zu verlassen war bereits falsch, die Aufforderung der Polizei das Lokal zu verlassen macht es nicht richtiger. Es war deren Recht, das Lokal zu besuchen und die unrechtmäßige Aufforderung das Lokal zu verlassen daraufhin zu verneinen. Soweit um Richtigstellung Ihres Sachverhaltes. Die Politik von Starbucks ist es, ein Treffpunkt für alle zu sein. Wie gesagt gibt es viele Menschen, die nicht sofort etwas bestellen und bisher hat es in keinem Starbucks der Welt einen Mitarbeiter gegeben, der daraufhin einen Mindestverzehr eingefordert hat. Der Mitarbeiter hat wohl die üblichen Gepflogenheiten in gewöhnlichen Restaurants und Lokalen eigenmächtig auf Starbucks angewandt, was nicht im Sinne des Arbeitgebers war. Ihre Conclusio, dass nun schwarze Bürger Rechte einfordern, die Weiße nicht haben, ist verständlicherweise falsch, denn hier geht es nicht um zusätzliche Rechte von Schwarzen, sondern um eine falsche und sehr wahrscheinlich rassistisch motivierte Tat eines Starbucks-Mitarbeiters und die daraufhin erfolgte falsche und möglicherweise ebenfalls rassistisch motivierte Unterstützungsleistung der Polizei von Philadelphia. Soweit um die Richtigstellung Ihrer Conclusio.
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