Steigende Verbraucherpreise Inflation beutelt Chinas arme Massen

Vor allem das Essen wird teurer: In China steigen die Verbraucherpreise immer schneller, im Oktober hat die Inflation den Warnwert der Regierung klar überschritten. Betroffen sind insbesondere arme Familien, die einen Großteil ihres Geldes für Ernährung ausgeben müssen.

Supermarkt in Peking: Die Lebensmittelpreise stiegen durchschnittlich um 10,1 Prozent
AFP

Supermarkt in Peking: Die Lebensmittelpreise stiegen durchschnittlich um 10,1 Prozent


Peking - Vor allem das Essen wird teurer: Die Preise für Konsumgüter in China sind im Oktober stärker gestiegen als in den vergangenen 25 Monaten. Der chinesische Index für Verbraucherpreise stieg um 4,4 Prozent im Vergleich zum letzten Jahr, teilte das nationale Statistiksamt am Donnerstag mit. Im September hatte die Steigerungsrate noch bei 3,6 Prozent gelegen. Damit könnte China sein Ziel verfehlen, die Inflation in diesem Jahr auf drei Prozent zu begrenzen.

Die hohe Inflation speist sich bislang größtenteils durch im Schnitt 10,1 Prozent teurere Lebensmittel. Betroffen sind vor allem arme Familien, die bis zur Hälfte ihres Einkommens für Essen ausgeben. Die Regierung versucht mit verschiedenen Maßnahmen, das mit einem staatlichen Konjunkturpaket beschleunigte Wachstum nach der weltweiten Wirtschaftskrise zu mäßigen.

Peking hat in den vergangenen Monaten die Zinssätze erhöht, um die Kreditvergabe und die Inflation zu bremsen. Umweltschädliche Anlagen wurden geschlossen und der Strom für energieintensive Fabriken rationiert. In der Folge ging das Wirtschaftswachstum im Oktober laut Statistikamt auf 13,1 Prozent gegenüber 13,9 Prozent im September zurück. Der Einzelhandel stieg im Oktober um 18,6 Prozent.

Am Mittwochabend wies die chinesische Zentralbank bereits zum vierten Mal in diesem Jahr die Banken an, ihre Reserven zu erhöhen, um den Geldfluss zu begrenzen. Zusätzliche Sorge bereitet China die Ankündigung der US-Notenbank Fed vergangene Woche, mit einer Finanzspritze von 600 Milliarden Dollar die US-Wirtschaft zu stützen. China fürchtet, dass dies weiteres Kapital nach China bringen und die Inflation anheizen könnte - und schimpft über die "importierte Inflation".

ore/AFP/dapd

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insgesamt 26 Beiträge
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Crom 11.11.2010
1. ...
Zitat von sysopVor allem das Essen wird teurer: In China steigen die Verbraucherpreise immer deutlicher, im Oktober hat die Inflation den Warnwert der Regierung klar übertroffen. Betroffen sind insbesondere arme Familien, die die Hälfte ihres Geldes für Ernährung ausgeben müssen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,728445,00.html
404 Zum Thema: Das hat man nun davon, wenn man seine Währung künstlich niedrig hält.
heinrichp 11.11.2010
2. arme Familien
Zitat von sysopVor allem das Essen wird teurer: In China steigen die Verbraucherpreise immer deutlicher, im Oktober hat die Inflation den Warnwert der Regierung klar übertroffen. Betroffen sind insbesondere arme Familien, die die Hälfte ihres Geldes für Ernährung ausgeben müssen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,728445,00.html
@Vor allem das Essen wird teurer... So wird es auch bei uns kommen in den nächsten Jahren, Reiche werden immer reicher, Arme immer ärmer. http://die-welt-der-reichen.over-blog.de/pages/Wer_hat_dem_wird_gegeben-772270.html
Centurio X 11.11.2010
3. Importiert China Lebensmittel....
Zitat von sysopVor allem das Essen wird teurer: In China steigen die Verbraucherpreise immer deutlicher, im Oktober hat die Inflation den Warnwert der Regierung klar übertroffen. Betroffen sind insbesondere arme Familien, die die Hälfte ihres Geldes für Ernährung ausgeben müssen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,728445,00.html
...von den USA? Wenn ja, dann kann man wirklich von einer importierten Inflation sprechen. Wenn nein, was meines Erachtens wahrscheinlicher ist, wird versucht, vom eigenen Versagen abzulenken!
gaycuffs, 11.11.2010
4. Falsches Bild
Das Bild zu diesem Artikel zeigt wohl eher einen Markt in Tokio, statt in Peking. Es sei denn man zahlt in China neuerdings mit Yen.
MarioMyer 11.11.2010
5. Aha...
Anders als im Sommer 2006, als praktisch woechentlich die alten Preise auf den Speisekarten der Restaurants in Shanghai durch neue, hoehere ersetzt wurden, ist mir die genannte Teuerung bisher noch nicht aufgefallen. Hat der Spiegel damals eigentlich ueber den Preisanstieg (um die 20% bei Lebensmitteln, wenn ich mich recht entsinne) in China berichtet? Ich weiss es nicht.
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