Klavierhersteller: Finanzinvestor bietet halbe Milliarde für Steinway

Steinway-Flügel sind der Traum vieler Klavierspieler. Jetzt will ein Finanzinvestor den Hersteller der Edel-Pianos für rund eine halbe Milliarde Dollar kaufen. Bevor der Deal perfekt ist, können die Manager des Unternehmens mit deutschen Wurzeln noch bessere Angebote abwarten.

Steinway-Logo auf Konzertflügel: Investor bietet halbe Milliarde Dollar Zur Großansicht
DPA

Steinway-Logo auf Konzertflügel: Investor bietet halbe Milliarde Dollar

Der vor 160 Jahren von einem deutschen Auswanderer in New York gegründete Pianohersteller Steinway wechselt wohl den Besitzer. Der US-Finanzinvestor Kohlberg & Company bietet für das börsennotierte Unternehmen 438 Millionen Dollar (336 Millionen Euro).

Der Klavierbauer Heinrich Engelhard Steinweg war 1850 in die USA ausgewandert und hatte dort zusammen mit seinen Söhnen 1853 das Unternehmen gegründet. Schnell erwarb sich Henry E. Steinway, wie er sich nun nannte, einen guten Ruf unter Musikern. Nach einer wechselvollen Geschichte und einer Übernahme durch einen anderen Instrumentenbauer folgte 1996 der Börsengang an der Wall Street. Das Aktienkürzel lautet "LVB" für Ludwig van Beethoven.

Die Pianos von Steinway & Sons stehen auf den bedeutenden Konzernbühnen in aller Welt, sie werden aber neben New York nur noch in Hamburg gebaut. Die heutige Steinway Musical Instruments Inc. stellt daneben unter anderem Trompeten (Bach), Saxofone (Henri Selmer Paris), Schlagzeuge (Ludwig), Klarinetten (Leblanc) sowie Hörner (C.G. Conn) her.

Zuletzt machte das Unternehmen einen Jahresumsatz von 354 Millionen Dollar, etwa zwei Drittel davon mit Konzertflügeln und Klavieren. Der Gewinn lag bei 14 Millionen Dollar. In diesem Jahr strömen alleine 44 Millionen Dollar durch den Verkauf des traditionsreichen Schauraums im Herzen Manhattans in die Kasse. Dort soll nun ein Wolkenkratzer mit Luxuswohnungen entstehen.

Der Finanzinvestor Kohlberg & Company bietet 35 Dollar die Aktie für das gesamte Unternehmen und damit 15 Prozent mehr als der Schlusskurs vom Freitag. Kommt nichts dazwischen, soll die Übernahme im dritten Quartal abgeschlossen werden. Das Steinway-Management hat das Angebot angenommen, allerdings kann es noch 45 Tage lang bessere Offerten einholen. Am Montag schoss der Kurs des Steinway-Papiers bereits auf den von Kohlberg gebotenen Betrag - ein Zeichen, dass die Anleger die Übernahme für wahrscheinlich halten.

ade/dpa-AFX/AP

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