Steuerhinterziehung Hoeneß zeigt sich "sehr überrascht" von Anklage

Ab März soll sich Uli Hoeneß wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung verantworten. Darüber ist der Bayern-Präsident nach eigener Aussage "sehr überrascht". Jetzt wollen er und seine Anwälte hart an seiner Argumentation vor Gericht arbeiten.


München - Mit Verwunderung hat Uli Hoeneß darauf reagiert, dass das Landgericht München II die gegen ihn erhobene Anklage wegen Steuerhinterziehung zulässt. "Ich bin sehr überrascht, dass unsere Selbstanzeige vom 17. Januar bis jetzt von den Behörden nicht für wirksam erklärt wird. Ich werde mit den Anwälten in den nächsten Monaten sehr hart daran arbeiten, dass unsere Argumente das Gericht überzeugen", sagte Hoeneß dem Magazin "Sport Bild".

Die Pressestelle des Oberlandesgerichts hatte zuvor mitgeteilt, die Anklage der Staatsanwaltschaft München II werde unverändert zugelassen. Nach Planung des Gerichts muss Hoeneß damit vom 10. März an auf der Anklagebank Platz nehmen. Insgesamt sind vier Verhandlungstermine angesetzt, zudem ist die Vernehmung von vier Zeugen geplant.

Der Bayern-Präsident soll über ein heimliches Konto in der Schweiz Steuern in Höhe von 3,2 Millionen Euro hinterzogen haben. Hoeneß hatte beim Finanzamt Anfang des Jahres Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung erstattet (die Chronologie des Falls im Überblick).

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Uli Hoeneß: Ein Leben für den FC Bayern
Die Selbstanzeige war allerdings fehlerhaft, weshalb die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Steuerhinterziehung erhob. Der Fall löste eine breite öffentliche Diskussion über das Thema Steuerehrlichkeit aus.

"Fehler als Privatmann"

Der FC Bayern und Sponsoren wie Adidas, Volkswagen und die Deutsche Telekom haben sich bislang geschlossen hinter Hoeneß gestellt. Am Montag teilte der Aufsichtsrat des Rekordmeisters mit, dass sich daran nichts geändert hat. "Trotz der nun erfolgten Eröffnung des Hauptverfahrens" solle Hoeneß sein Amt weiter ausüben. Das sei "einvernehmlich" die Position des Aufsichtsrats, heißt es einer Pressemitteilung.

Hoeneß sagte "Sport Bild", er freue sich über das erneut ausgesprochene Vertrauen. "In allen Sitzungen war immer die hundertprozentige Unterstützung des Aufsichtsrats, des Verwaltungsbeirats und der Fans spürbar. Ich habe unglaublich viele Briefe von Fans bekommen, die sich hinter mich als Präsident stellen. Ich habe diese Fehler als Privatmann gemacht und stehe als Privatmann dazu, aber ich glaube nicht, dass meine Arbeit für den FC Bayern darunter gelitten hat."

dab/cte/dpa



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balthoa2 04.11.2013
1. wohl nicht einfach - siehe DHL Zumwinkel - 2Jahre Bew+1Mio
m 26. Januar 2009 wurde Klaus Zumwinkel von der 12. großen Strafkammer des Landgerichts Bochum wegen Steuerhinterziehung zu einer zur Bewährung ausgesetzten Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Zugleich erteilte das Gericht eine Bewährungsauflage, nach der ein Geldbetrag in Höhe von einer Million Euro zu zahlen ist. Davon gehen 800.000 Euro an die Staatskasse und 200.000 Euro an gemeinnützige Organisationen.
Max.M 04.11.2013
2. Der Anfang vom Ende!
Das glaube ich auch, dass die Zulassung der Anklage von Hoeneß ihn überrascht: lassen ihn seine CSU-Amigos jetzt etwa fallen?
Skandalreporter 04.11.2013
3. Unfassbar!
Ein Normalbürger wäre doch selbst für einen Brauchteil dieser Summe schon mit einem Fuß im Knast, und dieser Mann erhält auch noch Beistandsbekundungen. Wie viel Dreckspazigkeit verträgt unser Land eigentlich noch !?!?
Skandalreporter 04.11.2013
4. Unfassbar!
Ein Normalbürger wäre doch selbst für einen Brauchteil dieser Summe schon mit einem Fuß im Knast, und dieser Mann erhält auch noch Beistandsbekundungen. Wie viel Dreckspazigkeit verträgt unser Land eigentlich noch !?!?
Rapporteur 04.11.2013
5. Das überrascht mich jetzt aber,...
...dass ihn das überrascht...
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