Steuervermeidung: Starbucks zahlt 2012 keine Abgaben in Großbritannien

Starbucks macht in Großbritannien fast eine halbe Milliarde Euro Umsatz - zahlte aber dank eines Geflechts aus internationalen Tochterfirmen im vergangenen Geschäftsjahr null Steuern. Erst im kommenden Jahr will die Kaffeehauskette dem Fiskus Geld zahlen - erstmals seit 16 Jahren.

Starbucks-Filiale: 413 Millionen Pfund Umsatz, null Steuern Zur Großansicht
REUTERS

Starbucks-Filiale: 413 Millionen Pfund Umsatz, null Steuern

London - Die US-Kaffeehauskette Starbucks zahlt in Großbritannien für 2012 keine Steuern. Für das im September 2012 endende Geschäftsjahr hat der Konzern für seine britische Tochter einen Verlust von 30 Millionen Pfund ausgewiesen. Es ist das 15. Mal in Folge, dass der Anbieter einen Fehlbetrag für den britischen Markt bilanzierte.

Im Oktober war bekannt geworden, dass Starbucks zwar regelmäßig Verluste auswies, gegenüber Investoren die britische Tochter jedoch als profitabel darstellte. Der Fall verdeutlichte, wie sich internationale Konzerne - ganz legal - steuerlich armrechnen. Auch andere Unternehmen wie Apple haben die Vermeidung von Abgaben durch Tochterfirmen in Ländern mit niedrigen Steuersätzen perfektioniert.

Starbucks gab für 2011/2012 ein Umsatzplus für Großbritannien mit seinen mehr als 700 Verkaufsstellen von vier Prozent auf 413 Millionen Pfund bekannt. Das sind fast eine halbe Milliarde Euro Erlös. Dann aber zahlte das Unternehmen Lizenzgebühren an seine Europa-Zentrale in den Niederlanden, wo Starbucks Chart zeigen bestimmte Steuervergünstigungen genießt. Dadurch rutschte die Tochter in die roten Zahlen.

Künftig bekommt der britische Staat indes Geld von Starbucks. Die andauernde Kritik an den Techniken zur Steuervermeidung hat dazu geführt, dass der Konzern einwilligte, dem britischen Fiskus für 2013 und 2014 etwa zehn Millionen Pfund zu zahlen.

ssu/Reuters

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insgesamt 155 Beiträge
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1. falsch dargestellt . falsche überschrift .
surfgerards 29.06.2013
die überschrift ihres artikels ist falsch . starbucks zahlt und generiert in großbritanien umsatz und mehrwertsteuer . und bei 413 millionen pfund umsatz sicher nicht wenig . lediglich steuer auf unternehmensgewinne vermeidet der konzern . cg
2. Betrüger, wohin man sieht.
sanibel123 29.06.2013
Banken, internationale Konzerne. Überall gierige Manager. Gelernt haben sie das auf Universitäten. Bei einem Quiz von Von Schönherr (ist schon eine Weile her) hat mal eine BWL -Studentin auf eine Frage nach dem Inhalt und Zweck des Studiums treffen formuliert: "Man lernt, wie man die Leut ums Haxl haut." (Sie war Österreicherin. Und das Statement bestimmt an ihrer Uni bestimmt nicht gern gehört. Muss aber wohl was dran sein. Und die zweite Kategorie, die sich heute allenthalben ziemlich unbeliebt machen dürfte, sind wohl Juristen, die jede Gesetzes-Lücke finden und ihre Bosse sind es dann, die diese schamlos ausnutzen. Bleibt die Frage: Was tun ? Vor allem, wenn die Politiker, angeblich unbestechlich, Gesetze sich von Lobbyisten diktieren lassen.
3. EU in der Pflicht
drake2tausend 29.06.2013
Die EU ist dringend in der Pflicht die Fiskalerträge der Einzelstaaten im europäischen Rahmen zu harmonisieren (siehe "zahlte das Unternehmen Lizenzgebühren an seine Europa-Zentrale in den Niederlanden, wo Starbucks bestimmte Steuervergünstigungen genießt").
4. Etwas vergessen
bristolbay 29.06.2013
Zitat von surfgerardsdie überschrift ihres artikels ist falsch . starbucks zahlt und generiert in großbritanien umsatz und mehrwertsteuer . und bei 413 millionen pfund umsatz sicher nicht wenig . lediglich steuer auf unternehmensgewinne vermeidet der konzern . cg
die lassen sich über die Angestellten auch Lohnsteuer anrechnen. Wer so argumentiert wie sie, darf sich nicht wundern. Die sollen Ertragssteuern zahlen. Leider werden noch so kleine Schlupflöcher genutzt, die unseren Politikern von der Lobby diktiert werden. Hoffentlich zahlen Sie Steuern von Lohn und anderen Einkommensarten.
5. Steuern sparen kann auch der kleine Mann!
jkulcsar 29.06.2013
Zitat von sanibel123Banken, internationale Konzerne. Überall gierige Manager. Gelernt haben sie das auf Universitäten. Bei einem Quiz von Von Schönherr (ist schon eine Weile her) hat mal eine BWL -Studentin auf eine Frage nach dem Inhalt und Zweck des Studiums treffen formuliert: "Man lernt, wie man die Leut ums Haxl haut." (Sie war Österreicherin. Und das Statement bestimmt an ihrer Uni bestimmt nicht gern gehört. Muss aber wohl was dran sein. Und die zweite Kategorie, die sich heute allenthalben ziemlich unbeliebt machen dürfte, sind wohl Juristen, die jede Gesetzes-Lücke finden und ihre Bosse sind es dann, die diese schamlos ausnutzen. Bleibt die Frage: Was tun ? Vor allem, wenn die Politiker, angeblich unbestechlich, Gesetze sich von Lobbyisten diktieren lassen.
Hier ein auführlicher Bericht, der Privatmann kann auch Steuern sparen, auch wenn die Möglichkeiten begrenzt sind. Steuersparmöglichkeiten für mehr Netto – IDV Institut Köln (http://www.ichmages.eu/steuersparmoglichkeiten-fur-mehr-netto-idv-institut-koln/)
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