Strecke Hamburg-Köln Deutsche Bahn muss moderne Konkurrenz fürchten

Es ist nur ein Anfang, aber immerhin: Zum ersten Mal bekommt die Deutsche Bahn auf einer wichtigen Strecke im Fernverkehr ernsthafte Konkurrenz. Das Unternehmen Hamburg-Köln-Express will im Herbst den Betrieb zwischen Norddeutschland und dem Rheinland aufnehmen.

Intercity-Zug: Charme der siebziger und achtziger Jahre
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Intercity-Zug: Charme der siebziger und achtziger Jahre


Hamburg/Berlin - Die Bahn bedient die vielbefahrene Strecke zwischen Hamburg und Köln in der Regel mit Zügen, die eher ins Museum als auf die Schiene gehören. Doch vielleicht wird sich dieser Zustand bald ändern, denn Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft.

Am 1. September will das Eisenbahnunternehmen Hamburg-Köln-Express (HKX) zwischen Hamburg und Köln seinen Zugverkehr starten. Das geht aus einem Angebot auf der Web-Seite des Unternehmens hervor. Demnach sollen dreimal täglich - morgens, mittags und am späten Nachmittag - in beiden Städten Züge starten.

Der Geschäftsführer, Derek Ladewig, sagte dem "Westfalen-Blatt", die Ticketpreise würden unter denen der Deutschen Bahn liegen. Die Züge mit jeweils sechs Waggons sollen laut Ladewig mit Tempo 160 ähnlich schnell sein wie die Intercity-Züge der Deutschen Bahn. Diese brauchen für die gesamte Strecke gut vier Stunden. Es sei ein Am-Platz-Service mit Getränken und Speisen geplant, so Ladewig.

Expansion möglich

Damit bekommt die Deutsche Bahn erstmals auf einer wichtigen Fernstrecke private Konkurrenz. Bislang muss sie lediglich auf einer Nebenstrecke im Fernverkehr um die Kunden kämpfen: Das Unternehmen InterConnex bietet Zugverbindungen zwischen Leipzig, Berlin und Warnemünde an der Ostsee an.

Bei weiterer Konkurrenz im Fernverkehr befürchtet die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG einen Preiskrieg auf der Schiene. Wenn sich mehrere Anbieter auf beliebten Strecken Konkurrenz machten, sei dies unvermeidbar, sagte EVG-Sprecher Michael Klein.

HKX habe mit der DB Netz AG einen Vertrag bis 2015 geschlossen, hieß es im "Westfalen-Blatt" weiter. Danach sei eine weitere Expansion möglich, sagte Ladewig. Dies betreffe sowohl die Zahl der Fahrten wie auch eine Verlängerung der Strecke.

Gesellschafter der Berliner HKX GmbH sind mit 75 Prozent die Railroad Development Corporation in Pittsburgh (USA), mit 17,5 Prozent die Locomore Rail (Berlin) und mit 7,5 Prozent der britische Privatinvestor Michael Schabas.

böl/dpa

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Seite 1
gaga007 09.01.2011
1. Wetten dass ?
Ein Anbieter mehr, der nicht fährt, weil es zu warm, zu kalt oder zu feucht ist ? Ein Anbieter mehr, der unpünktlich ist, desssen Personal den Kunden als lästig erachtet und der den Service-Gedanken nicht begriffen hat ? Wetten, dass ? Die NOB (Nord-Ostsee-Bahn) in Schleswig-Holstein hat bewiesen, dass es für die Bahn keine Konkurrenz gibt - nur gleichwertige Mitbewerber :-))
LarsMB 09.01.2011
2. Metropolitan
Auf der Strecke gab es schon einmal Konkurrenz, wenn auch hauseigene: http://de.wikipedia.org/wiki/Metropolitan. Hoffen wir, dass dieser Anlauf besser funktioniert.
peterregen 09.01.2011
3. ...
Zitat von sysopEs ist nur ein Anfang, aber immerhin: Zum ersten Mal bekommt die Deutsche Bahn auf einer wichtigen Strecke im Fernverkehr ernsthafte Konkurrenz. Das Unternehmen Hamburg-Köln-Express will im Herbst den*Betrieb zwischen Norddeutschland und dem Rheinland aufnehmen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,738520,00.html
Es sollte endlich mal der Bus-Linienverkehr frei gegeben werden. DAS würde die Konkurrenz beleben...
Ernst August 09.01.2011
4. Wunderzüge
Zitat von gaga007Ein Anbieter mehr, der nicht fährt, weil es zu warm, zu kalt oder zu feucht ist ? Ein Anbieter mehr, der unpünktlich ist, desssen Personal den Kunden als lästig erachtet und der den Service-Gedanken nicht begriffen hat ? Wetten, dass ? Die NOB (Nord-Ostsee-Bahn) in Schleswig-Holstein hat bewiesen, dass es für die Bahn keine Konkurrenz gibt - nur gleichwertige Mitbewerber :-))
Auf welchen Gleisen fahren denn diese Züge und welche Oberleitungen benutzen sie? Haben die Metromnom Züge die hier im nordeutschen Raum fahren eine Flugmodus und können sich von der Strecke lösen wenn ein ICE etwas langsamer fahren muß - oder warum hört man von Metronom Fahrgästen keine Beschwerden!? Soll man etwa nicht?
Stäffelesrutscher, 09.01.2011
5. kklhl
Ob sie die Konkurrenz fürchten muss, bleibt noch abzuwarten. Vollkommen privatwirtschaftliche Verkehrsunternehmen haben noch schlimmeren Kostendruck, da würde es mich nicht wundern, wenn die Züge wirklich nur in angenehm temperierten Momenten fahren…
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