Elektrotransporter Post will mit XL-Scooter auf den Massenmarkt

"Wir stehen am Anfang einer gigantischen Entwicklung": Gemeinsam mit Ford hat die Deutsche Post den Elektrotransporter StreetScooter entwickelt. Nun soll das Fahrzeug auch auf dem Massenmarkt angeboten werden.

Streetscooter Work XL
DHL

Streetscooter Work XL


Die Deutsche Post und der Automobilkonzern Ford wollen ihren gemeinsam entwickelten E-Transporter StreetScooter Work XL offenbar in großen Stückzahlen verkaufen. Perspektivisch sei "auch der Verkauf an Drittkunden vorgesehen", teilten beide Unternehmen mit. Bisher hatte nur die Deutsche Post das Elektrofahrzeug eingesetzt.

"Wir stehen am Anfang einer gigantischen Entwicklung", sagte Post-Vorstand Jürgen Gerdes. Die Kooperation mit Ford sei sehr gut verlaufen, sagte Gerdes. Beide Seiten seien "begeistert". Deshalb sei es sinnvoll, gemeinsam mit Ford "über weitere Aktivitäten nachzudenken". Im kommenden Monat werde er voraussichtlich den Standort für eine neue, zweite StreetScooter-Fabrik in NRW bekannt geben.

Ursprünglich hatte die Universität RWTH Aachen das Fahrzeug entwickelt, auf die Bedürfnisse der Postzusteller zugeschnitten. Im Dezember 2014 hatte die Post sich dann alle Anteile der von der Uni gegründeten StreetScooter GmbH gesichert. Rund 3000 der Transporter fahren derzeit bereits für die Post durch deutsche Ballungsräume.

Nun sollen in diesem Jahr rund 150 Vorserienfahrzeuge des neuen Modells vom Band laufen, bis Ende 2018 sollen es 2500 werden. Der neue Transporter basiert auf einem Fahrgestell des Ford Transit und wird mit einem batterieelektrischen Antriebsstrang und einem Karosserieaufbau nach Vorgaben der Post ausgestattet. Das neue Modell sei ideal für die Paketzustellung in Großstädten und Ballungsräumen, betonte Post-Vorstand Jürgen Gerdes. Der Transporter bietet Platz für über 200 Pakete. Seine Reichweite liegt bei bis zu 200 Kilometern.

Lesen Sie hier ein Interview mit dem Erfinder des StreetScooter.

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StreetScooter: Elektronische Post

hej/Reuters



insgesamt 120 Beiträge
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rex_danny 16.08.2017
1.
Da wäre jetzt sehr interessant zu erfahren, wie hoch der Preis ist. Ob der Transporter auch sehr viel teurer ist, wie ein vergleichbarer Verbrenner. So wie bei den Pkw. Würde gerne ein Elektroauto kaufen, wenn die nur nicht so teuer wären....
maipiu 16.08.2017
2. Na endlich!
Seit zwei Monaten etwa bringt der Postbote bei uns Briefe und Pakete zusammen. Und das mit einem stinkenden Diesel-Transporter. Klar, dass der Postbote den Motor nicht bei jedem Kunden ausmacht und wieder neu anlässt. Wenn der in Zukunft mit so einem Elektrowagen käme, würde ich das sehr, sehr gut finden.
B. Hoffrich 16.08.2017
3. Der ist doch viel zu gross für die Stadt.
Der versperrt nur die Strassen dort. Die sollen erst einmal den Scooter im Tagesbetrieb testen und wenn er sich bewährt, in der Stadt einführen. In der Fläche dürfte es bereits ständig Schwierigkeiten mit der Reichweite geben. Da fährt ein Bote schon mal 250 km am Tag. Bei 50 km Reichweite..... Bei dem o.a. Monstrum befürchte ich, dass der in Städten wie Stuttgart oder Heidelberg (mit Steigungen über 6 %) nicht die Berge hochkommt. 4 t. Leergewicht (mit Batteriegewicht) gestatten nur noch 3,5 t. Zuladung, um das 7,5 t-Limit für Transporter nicht zu überschreiten. Bei 50 km Reichweite..... Das ist doch absurd. Jede Technologie hat ihre Bedingungen und ihre Begrenzungen, die die öffentlichen Euphoriker und Hysteriker vergessen.
Airkraft 16.08.2017
4. Elektromobilität ja,...
Elektromobilität ja, wo es auch Sinn macht! Innerstädtisch für z.B. Lieferdienste und kommunale Dienstleister, bei den jetzt drohenden/kommenden Fahrverboten für Dieselfahrzeuge. Hier haben die Betreiber dann auch ihre eigene Ladeinfrastruktur!
brunnersohn 16.08.2017
5. Die verschnarchten Autobosse
haben es immer noch nicht begriffen. Dass diese nicht in der Lage waren der Post einen E-Transporter anzubieten spricht Bände. Vielmehr bieten sie dem Normalkunden viele verschiedene Ausstattungsvarianten fürs Heillig Blächle an, diese Vielfalt kostet richtig Geld. Vielleicht sollte die Autoindustrie ihre Produkte straffen und sich dem E-Auto mit selben Ehrgeiz zuwenden- dann könnte es was werden. Nein, die A-Bosse betrügen bewusst bei den Abgaswerten und bleiben straffrei. Wird eine Küchenkraft beim Essen überzähliger Kost erwischt, wird ihr fristlos gekündigt. Werden dem arglosen Dieselkäufer minderwertige Autos verkauft und damit eine sofortige Wertminderung seines neuen Autos zugemutet- dieser Millionenfacher Bertug wird nicht geahndet. Bäcker, die zu leichte Brote verkauften wurden im Mittelalter unter Wasser getaucht bis kurz vorm Ertrinken. Heute werden sie als erfolgreiche Wirtschaftsbosse gefeiert. Was stimmt da nicht?
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