Berliner Airports Warnstreik des Sicherheitspersonals - Dutzende Flüge fallen aus 

Seit fünf Uhr hat das Sicherheitspersonal an den Berliner Flughäfen die Arbeit niedergelegt. In Tegel und Schönefeld streiken Hunderte Beschäftigte, Dutzende Flüge fallen aus.


Der mehrstündige Warnstreik des Sicherheitspersonals an den Berliner Flughäfen führt zu erheblichen Einschränkungen für Passagiere. Zahlreiche Flüge wurden laut der An- und Abflugpläne der beiden Airports gestrichen, viele andere haben mehrstündige Verspätungen. Die Beschäftigten traten um 5.00 Uhr in den Streik und folgten damit einem Aufruf der Gewerkschaft Ver.di, die zur Arbeitsniederlegung bis 8.45 Uhr aufgerufen hat.

Grund der Arbeitsniederlegung sind die bislang ergebnislosen Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) für die bundesweit 23.000 Beschäftigten der Flugsicherheit. Die Gewerkschaft verlangt einen Stundenlohn von 20 Euro. Am 23. Januar wollen Ver.di und Arbeitgeber erneut verhandeln. Sollte bis dahin kein verhandlungsfähiges Angebot vorliegen, seien weitere Streiks nicht auszuschließen, sagte ein Ver.di-Sprecher.

Die Gewerkschaft sprach von einer großen Beteiligung an den Streiks. So seien in Schönefeld alle Abfertigungen geschlossen. Insgesamt haben demnach an beiden Flughäfen annähernd 400 Mitarbeiter die Arbeit niedergelegt. In Tegel seien es rund 250 und in Schönefeld rund 150 gewesen.

Ein Sprecher der Berliner Flughäfen beschrieb die Lage am Morgen hingegen als "relativ entspannt". Betroffene Passagiere seien von den Airlines im Vorfeld gut informiert worden. Am Flughafen Tegel wurden demnach 42 Flugverbindungen gestrichen, Langstreckenflüge wurden zunächst noch abgefertigt. In Schönefeld seien fünf Flüge gestrichen worden, 25 weitere seien verschoben worden.

Im Vorfeld war damit gerechnet worden, dass die Arbeitsniederlegung mindestens 80 Verbindungen in Berlin treffen würde - mit gestrichenen oder verspäteten Flügen. In Schönefeld sollten um 10 Uhr die ersten Flugzeuge starten. In Tegel war für 6.30 Uhr der erste Abflug angekündigt und für 7.15 Uhr die erste Ankunft.

fdi/dpa/AFP



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Rincewind 07.01.2019
1. Bundespolizei?
Liegt nicht die Sicherheitskontrolle bzw. die gesamte Sicherheit an Flughäfen und Bahnhöfen in der Hand der Bundespolizei? Warum können die von der Bundespolizei beauftragten privaten Sicherheitsdienste dann überhaupt streiken?? Und wiese springt die Bundespolizei nicht selbst ein, da es ja eigentlich Ihre Aufgabe ist?Kann SPON hier mal besser informieren?!?
Mach999 07.01.2019
2.
Zitat von RincewindLiegt nicht die Sicherheitskontrolle bzw. die gesamte Sicherheit an Flughäfen und Bahnhöfen in der Hand der Bundespolizei? Warum können die von der Bundespolizei beauftragten privaten Sicherheitsdienste dann überhaupt streiken?? Und wiese springt die Bundespolizei nicht selbst ein, da es ja eigentlich Ihre Aufgabe ist?Kann SPON hier mal besser informieren?!?
Es streiken nicht Sicherheitsdienste, sondern deren Mitarbeiter. und warum sollten die das nicht tun können? Welches Gesetz verbietet es denn, dass Angestellte streiken? Die Bundespolizei hat nicht das Personal, um die Sicherheitskontrollen zu übernehmen (die stehen nämlich alle sinnlos an der Grenze nach Österreich und verursachen Stau), und zweitens darf sich der Staat auch nicht als Streikbrecher betätigen, sondern muss sich neutral verhalten.
Hans58 07.01.2019
3.
Zitat von RincewindLiegt nicht die Sicherheitskontrolle bzw. die gesamte Sicherheit an Flughäfen und Bahnhöfen in der Hand der Bundespolizei? Warum können die von der Bundespolizei beauftragten privaten Sicherheitsdienste dann überhaupt streiken?? Und wiese springt die Bundespolizei nicht selbst ein, da es ja eigentlich Ihre Aufgabe ist?Kann SPON hier mal besser informieren?!?
Sie können deshalb streiken, weil sie als Beschäftigte von Sicherheitsdiensten gerade nicht unter das Streikverbot fallen. Würde die Bundespolizei bei solchen Streiks eingesetzt werden, würde man diese Beamten nachvollziehbar als "Streikbrecher" bezeichnen. Im Übrigen fehlt der Bundespolizei für den Fall an Flughäfen das Personal.
Rincewind 07.01.2019
4. Vielen Dank, aber...
Vielen Dank für die Erklärungen, die völlig nachvollziehbar sind. Könnte man als "Geschädigter" denn nicht trotzdem gegen die Bundesrepublik klagen, da diese hoheitliche Aufgaben an Sicherheitsfirmen abgibt und man dadurch das Nachsehen hat? Personalmangel bei der Bundespolizei ist für mich kein Argument, weil es sich hier ja um die Weitergabe einer Aufgabe handelt. Wenn der Subunternehmer streikt oder schlechte Arbeit abliefert, kann ich auch den von mir beauftragten Generalunternehmer dafür haftbar machen.
Hans58 08.01.2019
5.
Zitat von RincewindVielen Dank für die Erklärungen, die völlig nachvollziehbar sind. Könnte man als "Geschädigter" denn nicht trotzdem gegen die Bundesrepublik klagen, da diese hoheitliche Aufgaben an Sicherheitsfirmen abgibt und man dadurch das Nachsehen hat? Personalmangel bei der Bundespolizei ist für mich kein Argument, weil es sich hier ja um die Weitergabe einer Aufgabe handelt. Wenn der Subunternehmer streikt oder schlechte Arbeit abliefert, kann ich auch den von mir beauftragten Generalunternehmer dafür haftbar machen.
Ein Klagerecht gegen die Bundesrepublik Deutschland besteht in diesem Fall. Die Übertragung der hoheitlichen Sicherheitsaufgaben an die Bundespolizei erfolgte auf Grund eines Gesetzes, welches ordnungsgemäß zustande gekommen ist. Ein Klagerecht gegen die Bundespolizei besteht ebenfalls nicht, weil die Übertragung der hoheitlichen Aufgaben an einen Sicherheitsdienst nur unter Aufsicht der Bundespolizei erfolgte (Sie werden immer einen Beamten der Bundespolizei in der Nähe der Sicherheitskontrollen antreffen). Und wie gesagt, ein Streik wird rechtlich höherer Gewalt gleichgesetzt, Schadensersatzforderungen sind in diesem Fall jedenfalls ausgeschlossen.
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