Arbeitskampf Amazon-Mitarbeiter starten mehrtägigen Streik

Die Gewerkschaft Ver.di lässt nicht locker: Erneut streiken Amazon-Beschäftigte für mehr Lohn. An fünf Standorten soll bis mindestens Dienstagnacht die Arbeit niedergelegt werden.

"Pro Amazon mit Tarifvertrag": Amazon-Mitarbeiter streiken
DPA

"Pro Amazon mit Tarifvertrag": Amazon-Mitarbeiter streiken


Leipzig/Bad Hersfeld - Mitarbeiter des Online-Versandhändlers Amazon haben in der Nacht zum Montag in Bad Hersfeld und Leipzig ihre Arbeit niedergelegt. Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di hat an fünf Standorten zum Streik aufgerufen. In Bad Hersfeld, Leipzig und Graben soll bis Mittwoch, in Werne und Rheinberg bis Dienstag zum Ende der Spätschicht gestreikt werden.

Schon Ende September hatte Ver.di die fünf Standorte bestreikt und mit Arbeitskampfmaßnahmen im wichtigen Weihnachtsgeschäft gedroht. Amazon hatte betont, die Ausstände hätten keine Auswirkungen auf die "Einhaltung des Lieferversprechens" an die Kunden.

Die Gewerkschaft versucht seit mehr als einem Jahr, den Online-Versandhändler mit Streiks zu Tarifverhandlungen zu den Bedingungen des Einzelhandels zu bewegen. Ein Tarifvertrag sei eine "Frage des Respekts, den Amazon seinen Beschäftigten schuldet", sagte Ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

Amazon lehnt einen Tarifvertrag nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels ab. Der Konzern vertritt den Standpunkt, dass seine mehr als 9000 Beschäftigten in Deutschland in der Logistikbranche arbeiten und bezahlt sie bislang auch so.

vet/dpa/Reuters/AP

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grokarr 27.10.2014
1.
Da wird nicht die Arbeit "niedergelegt", in Werne standen bei der ersten Aktion 15 (von geschätzt 1300 zu dem Zeitpunkt) verlorene leute in der Auffahrt, das einzige was die erreicht haben war ein Verkehrsstau, weil sie widrigerweise das Betreten des Firmengeländes verzögert haben. Verdi ist halt nicht die GDL oder Cockpit, wenn 10 oder auch 100 Amazon Mitarbeiter streiken, merkt das kein Kunde, die einzigen, die darunter leiden, sind die nicht gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter, eigtl immer mit befristeten Verträgen. In Verdi eingetreten wird komischerweise meist nur mit Festvertrag. Amazon erfüllt die Forderungen eh nicht, bei mir persönlich wären das fast 25% Lohnerhöhung, hätte ich natürlich nichts gegen, ist aber illusorisch.
Wolffpack 27.10.2014
2.
Verdi ist also immer noch so dämlich wie vor einem Jahr und fordert Verkäufer-Gehälter für Paketeschlepper - die dafür nebenbei bemerkt auch über branchenniveau bezahlt werden.
hansgustor 27.10.2014
3. Rechtsfrage
Ob es sich um einen Versandhandel oder ein Logistikunternehmen handelt sollte doch ein Gericht recht schnell klären können. Ein Streik kann das nicht. Deshalb sollte man für mehr Lohn in der Logistikbranche streiken.
liberalerfr 27.10.2014
4. Schlag ins Gesicht der Einzelhändlerkollegen
Haben die Funktionäre, die regelmäßig eine Handvoll Kollegen zum symbolischen aber offemtlichwirkamen Streik bei Amazon motivieren, einmal daran gedacht, wie sich die Kollegen vom Einzelhandel fühlen? Die machen eine zwei bis dreijähriges Lehre, pauken Marketing, Produkteigenschaften, Verbraucherschutzrecht, Verkaufsphysiologie etc., stehen täglich im Laden beraten Künden in allem Fragen, nur im jetzt zu hören, dass Verdi all das gleichsetzt mit Packete packen? Wann stehen die Kollegen vom Einzelhandel endlich auf und fordern von der Gewerkschaft Respekt ein?
mischer1448 27.10.2014
5. Verdi gibt erst Ruhe,
wenn sie Amazon erfolgreich aus D vertrieben haben.
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