Kampf für Tarifbindung Real-Beschäftigte streiken am Montag

Ver.di erhöht den Druck auf die Metro-Tochter Real. Die Gewerkschaft hat für Montag bundesweit zum Streik bei der Supermarktkette aufgerufen. So soll die Rückkehr in den Flächentarif erzwungen werden.

Logo an Real-Warenhaus in Dresden
DPA

Logo an Real-Warenhaus in Dresden


Die Gewerkschaft Ver.di hat die rund 34.000 Beschäftigten von Real für Montag bundesweit zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Mit den ganztägigen Streiks will die Gewerkschaft den Druck auf die der Metro-Tochter erhöhen, in den Flächentarifvertrag zurückzukehren.

Zu einer Streikversammlung am Montagmittag vor der Metro-Zentrale in Düsseldorf erwartet die Gewerkschaft mehrere tausend Beschäftigte. Dort soll auch Ver.di-Chef Frank Bsirske sprechen.

Die Unternehmensleitung von Real hatte im Frühjahr den Flächentarifvertrag verlassen und bezahlt seitdem neu eingestellte Mitarbeiter nach einem Tarifvertrag mit der Gewerkschaft DHV. Der ist für das Unternehmen deutlich günstiger, für die Mitarbeiter jedoch deutlich schlechter. Für zusätzliche Unruhe im Konzern sorgte zuletzt die Ankündigung der Metro, die Tochter Real verkaufen zu wollen.

Die Real-Führung zeigte sich von dem Streikaufruf wenig beeindruckt. Firmenchef Patrick Müller-Sarmiento bezeichnete die Forderung nach einer Rückkehr in den Ver.di-Flächentarifvertrag als unrealistisch. Denn durch einen solchen Schritt würde Real wieder auf nicht wettbewerbsfähige Kostenstrukturen zurückgeworfen. Er kündigte an, die Real-Märkte würden trotz der angekündigten Streiks auch am Montag geöffnet bleiben.

fdi/dpa



insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Sven Köster 24.11.2018
1. Nicht die Lohnkosten sind das Problem
sondern die Ahnungslosigkeit der Führungsetage. Nachdem man , wie in der gesamten Metrogruppe, in den letzten Jahren praktisch quartalsweise die Konzepte geändert hat, ohne jemals tatsächlich sinnvoll auf den Markt zu reagieren, sollen es jetzt die Mitarbeiter richten. Tatsächlich liegen die Probleme zu 100% im Management. Wie im Kindergarten werden Rabattschlachten, online wie offline, angeschoben, ohne den Markt zu kennen oder richtig zu analysieren. So ist es real.de nicht gelungen, den simplen Algorythmus von amazon zu analysieren. Jede real.de-Aktion hilft einzig und allein einem: amazon. Bei real scheint es niemand zu bemerken. Olaf Günther Koch hat es in den letzten drei Jahren geschafft, den Metro-Konzern massiv zu schädigen, erfolglos zu zerschlagen und hilflos dem Untergang entgegen zu sehen. Compliance und Datenschutz im Unternehmen werden komplett ignoriert, die Folgen werden sich in den nächsten Monaten zeigen. Auf der Hauptversammlung wird sicher Schluss mit dem Spuk gemacht.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.