Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Streik wegen geplanter Reformen: Chaos vor Notapotheken in Griechenland

Menschen vor einer Apotheke in Athen: Liberalisierung des Berufsstandes Zur Großansicht
REUTERS

Menschen vor einer Apotheke in Athen: Liberalisierung des Berufsstandes

In Griechenland sollen Medikamente künftig auch in Supermärkten verkauft werden - aus Protest gegen die Neuregelung sind viele Apotheker des Landes in den Streik getreten.

Athen - Lange Warteschlangen, wütende Bürger: Weil viele Apotheker gegen geplante Reformen streiken, sind in Athen nur 36 von 3800 Apotheken geöffnet - bei 3,5 Millionen Anwohnern. Vor den Filialen spielen sich deshalb teils chaotische Szenen ab, berichtet das griechische Fernsehen. "Die Situation ist tragisch", sagte ein aufgebrachter Mann, der seit zwei Stunden in einer langen Schlange vor einer Apotheke im Zentrum Athens wartete.

Vertreter des Verbandes der griechischen Apotheken erklärten, "wir werden solange kämpfen, bis die Regierung einlenkt". Grund für den Streik sind Neuregelungen zur Liberalisierung des Berufsstandes. So sollen künftig auch Medikamente in Supermärkten verkauft werden können, erstmals sollen auch Apothekenketten erlaubt sein. Bislang sind Apotheken lizenziert: Nur jeweils ein Apotheker darf eine Apotheke betreiben. Zudem ist die Anzahl der Lizenzen limitiert.

Am Sonntag sollen weitere Reformgesetze vom Parlament gebilligt werden, darunter fallen auch die neuen Apothekenbestimmungen. Die Liberalisierung zahlreicher Berufszweige ist eine der Voraussetzungen für weitere Finanzhilfen an Griechenland. Am Wochenende wollen die Apotheker weiter streiken.

vks/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
nick999 28.03.2014
Mensch, dann hätten die Griechen den Deutschen was voraus. Das ist doch mal was. Die Beschränkung nicht rezeptpflichtiger Medikamente auf deutsche Apotheken hat nur den Sinn, den Umsatz der Apotheken zu sichern.
2. Gerne auch hier
Universaldilletant 29.03.2014
Was spricht dagegen Aspirin im Supermarkt zu kaufen? Die Apothekendichte hier lässt staunen. Ja, ja. Sie wollen alle nur unser Bestes.
3. Ist doch nicht unüblich
karlsiegfried 29.03.2014
In ganz Amerika ist das so. Von Alaska bis Feuerland. Na und?
4. Spassreform
jj2005 29.03.2014
Zitat von sysopREUTERSIn Griechenland sollen Medikamente künftig auch in Supermärkten verkauft werden - aus Protest gegen die Neuregelung sind viele Apotheker des Landes in den Streik getreten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/streik-in-griechenland-chaos-vor-notapotheken-a-961398.html
Vielleicht auch Morphium, Heroin, Prozac usw? Mehr Wettbewerb bei Apotheken ist eigentlich keine schlechte Idee, aber wenn's die Herzpillen beim Aldi gibt, dann wird diese Spassreform wohl mit dem ersten Toten ad acta gelegt.
5. und bei uns?
muunoy 29.03.2014
Diese Liberalisierung ist auch bei uns dringend erforderlich.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: