Streit beigelegt: Russisches Gas strömt wieder nach Weißrussland

Der Gasstreit zwischen Moskau und Minsk ist beigelegt: Russland hat wieder alle Lieferungen nach Weißrussland aufgenommen, nachdem das Nachbarland seine Schulden bezahlt hat. Auch der russische Energiekonzern Gazprom begleicht seine Rechnungen.

Gazprom-Zentrale in Moskau: Keine offenen Rechnungen mehr Zur Großansicht
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Gazprom-Zentrale in Moskau: Keine offenen Rechnungen mehr

Moskau - Das Gas zwischen Russland und Weißrussland strömt wieder. Minsk habe seine Schulden komplett bezahlt, daher werde wieder die volle Menge Gas geliefert, sagte eine Kreml-Sprecherin am Donnerstag. Der Chef des russischen Gasriesen Gazprom, Alexej Miller, habe Präsident Dmitrij Medwedew in einem Anruf darüber informiert, dass "die weißrussische Seite entsprechend des Vertrags vollständig für die Lieferung des Gases bezahlt" hat.

Auch Gazprom hat nun keine Schulden mehr bei Weißrussland. Wie ein Vertreter des weißrussischen Pipeline-Betreibers Beltransgaz am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP bestätigte, hat der Konzern einen ausstehenden Betrag für Transitgebühren beglichen. "Die Beziehungen verbessern sich wieder", fügte er hinzu. Zuvor hatte ein Gazprom-Sprecher die Zahlung angekündigt. "Es gibt im Moment keine Probleme, die den Gastransit und Gaslieferungen nach Weißrussland behindern."

In den vergangenen Tagen hatten sich die beiden Nachbarländer einen heftigen Streit um offene Rechnungen geliefert, in dessen Folge Russland die Versorgung der früheren Sowjetrepublik mit Gas um bis zu 60 Prozent gedrosselt hatte.

Der Streit hatte sich an gegenseitigen Forderungen nach der Zahlung offener Rechnungen entzündet: Russland warf Weißrussland vor, nicht für Gaslieferungen gezahlt zu haben; Weißrussland verlangte von Russland ausstehende Gebühren für das Weiterleiten russischen Gases in Richtung Westen.

yes/AFP/dpa

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Karte: Gaspipelines von Russland nach Westen


Energieträger Erdgas
Erdgas ist nach Mineralöl der zweitwichtigste Bestandteil des deutschen Energiemix. Fast jede zweite Wohnung in Deutschland wird nach Angaben des BDEW inzwischen damit beheizt. Insgesamt sind es mehr als 18 Millionen Haushalte - Tendenz steigend. Zudem wird mit Erdgas Strom erzeugt, und umweltfreundliche Autos werden mit Erdgas angetrieben. Die Erdgas-Lagerstätten sind auf wenige Regionen begrenzt - mehr als die Hälfte der globalen Vorkommen befinden sich in den Ländern Russland, Iran und Katar.

Erdgas ist der am wenigsten klimaschädliche aller fossilen Brennstoffe. Bei seiner Verbrennung werden etwa 200 Gramm CO2 pro Kilowattstunde freigesetzt. Dies ist im Vergleich zu Erdöl (270 g/kWh) und Kohle (je nach Qualität 330 bis 400 g/kWh) gering.
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Bevölkerung: 142,958 Mio.

Fläche: 17.098.200 km²

Hauptstadt: Moskau

Staatsoberhaupt:
Wladimir Putin

Regierungschef: Dmitrij Medwedew

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